Hart, Bauträger

Hart Bauträger GmbH: Wiener Bauträger ist insolvent

22.01.2026 - 09:53:12

Das Konkursverfahren über die Hart Bauträger GmbH wurde eröffnet, ein Sanierungsversuch bleibt jedoch möglich. Betroffen sind mehrere Wiener Wohnbauprojekte.

Das Handelsgericht Wien hat das Konkursverfahren über die Vermögens der Hart Bauträger GmbH eröffnet. Damit steht ein weiterer etablierter Player der heimischen Immobilienbranche vor dem Aus.

Das Verfahren unter der Aktenzahl 6 S 5/26s wurde auf Antrag von Gläubigern eingeleitet. Zum Verwalter bestellte das Gericht den Wiener Rechtsanwalt Mag. Markus Siebinger. Gläubiger müssen ihre Forderungen bis zum 10. März 2026 anmelden. Die erste Gläubigersammlung findet am 24. März statt.

Sanierung noch möglich?

Obwohl es sich formal um einen Konkurs handelt, bleibt der Weg zu einer Sanierung offen. Branchenüblich legen Unternehmen in dieser Phase oft einen Sanierungsplan vor. Ob die Geschäftsführung um José Hart diesen Versuch unternehmen wird, ist noch unklar.

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Das 2013 gegründete Unternehmen agierte nicht nur als Bauträger, sondern auch als Beteiligungsgesellschaft. Diese Struktur könnte die Abwicklung verkomplizieren.

Welche Projekte sind betroffen?

Die Hart Bauträger GmbH ist die zentrale Holding einer Unternehmensgruppe. Über Tochtergesellschaften wie die Hart & Hart Bauträger GmbH realisierte sie Wohnbauprojekte in Wien.

Zu den bekanntesten Vorhaben zählen:
* Josef-Ruston-Gasse 28 in Floridsdorf mit 69 Eigentumswohnungen.
* Das Projekt “Aribello” in der Aribogasse 25 (Donaustadt) mit 29 Wohneinheiten.
* Einfamilienhäuser in der Wildbadgasse 13.

Die große Frage für Käufer: Greift die Insolvenz der Mutter auch auf die operativen Tochtergesellschaften über? Bislang ist primär die Holding-Ebene betroffen. Experten raten betroffenen Wohnungskäufern, Baufortschritt und Zahlungssicherungen genau zu prüfen.

Hohe Verbindlichkeiten erwartet

Die genaue Schuldenhöhe wird sich erst im Verfahren zeigen. Ein Blick in die Vergangenheit offenbart die Dimensionen: Für 2022 weist North Data eine Bilanzsumme von rund 12,5 Millionen Euro aus. Die Verbindlichkeiten dürften vor allem aus Grundstücksfinanzierungen und Baukosten stammen, die durch den eingebrochenen Absatz nicht mehr bedient werden können.

Teil einer branchenweiten Krise

Die Pleite ist kein Einzelfall. Seit Monaten erschüttern Insolvenzen den österreichischen Immobiliensektor. Analysten sehen die Ursachen in einer toxischen Mischung:
* Gestiegene Bauzinsen und Materialkosten.
* Stagnierende Verkäufe von Eigentumswohnungen.
* Verschärfte Kreditvergaberegeln (KIM-Verordnung).

Während der Mietwohnungsbau boomt, liegt der freifinanzierte Eigentumsbau am Boden. Projekte stehen unverkauft in den Büchern und zehren die Liquidität der Entwickler auf.

Was kommt jetzt auf Gläubiger zu?

Für Lieferanten, Banken und Investoren beginnt eine Phase des Wartens. Der Insolvenzverwalter prüft nun, ob eine Sanierung möglich ist. Falls kein tragfähiger Plan vorgelegt wird, folgt die Zerschlagung des Unternehmens.

Die Tagsatzung Ende März wird erste Klarheit über die Schuldenlast und die Zukunft der Hart Bauträger GmbH bringen. Bis dahin bleibt die Branche in Alarmbereitschaft – jede weitere Insolvenz nagt am ohnehin angeschlagenen Vertrauen.

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