Handwerksbetriebe: Altersvorsorge wird zur Existenzfrage
26.01.2026 - 02:44:12Die Altersarmut droht immer mehr Handwerksunternehmern. Grund sind sinkende gesetzliche Renten, fehlende Nachfolger und zu wenig private Vorsorge. Experten schlagen Alarm und fordern dringend mehr Beratung.
Deutschlands Handwerker stehen vor einer Rentenlücke, die ihre Existenz bedroht. Während sie Kapital in ihre Betriebe stecken, vernachlässigen viele ihre private Altersvorsorge. Gleichzeitig wird der Verkauf des Unternehmens als Alterssicherung immer unsicherer. Nur wenige Gründer wollen bestehende Betriebe übernehmen. Die Folge: Ohne gezielte Planung droht vielen der finanzielle Absturz im Ruhestand.
Gesetzliche Rente: Ein Flickenteppich für Selbstständige
Der Weg zur sicheren Rente ist für Handwerksmeister komplex. Viele sind in den ersten 18 Jahren ihrer Tätigkeit pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung. Danach können sie sich befreien lassen – ein riskanter Schritt. Denn damit verlieren sie auch Ansprüche auf Erwerbsminderungsrenten.
„Die Entscheidung für oder gegen die Befreiung will gut überlegt sein“, betonen Finanzberater. Eine gründliche Analyse der Rentenkonto-Stände und langfristigen Ziele ist unerlässlich. Für GmbH-Geschäftsführer mit Mehrheitsbeteiligung gilt die Pflichtversicherung oft gar nicht. Sie müssen ihre Altersvorsorge komplett selbst in die Hand nehmen.
Viele selbstständige Handwerksunternehmer stellen am Jahresende fest, dass kaum Geld für private Altersvorsorge übrig bleibt. Mit einer optimierten Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) lassen sich oft wichtige Steuertricks nutzen – damit Sie sich bis zu 3.000 € vom Finanzamt zurückholen und Liquidität für die Vorsorge schaffen. Der kostenlose EÜR-Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre EÜR richtig ausfüllen und welche Stellschrauben sofort Geld freisetzen. Kostenlosen EÜR-Guide herunterladen
Betriebliche Altersvorsorge: Steuervorteile nutzen
Ein zentrales Werkzeug ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat sie gerade für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver gemacht. Neue Beitragsbemessungsgrenzen und Steuerregeln bieten Vorteile.
Für selbstständige Handwerker in der gesetzlichen Rentenversicherung gelten 2026 angepasste Beitragsberechnungen. Sie orientieren sich an aktualisierten Einkommensgrenzen. „Eine klug strukturierte bAV bietet steuerliche Vorteile und baut ein substanzielles Alterspolster auf“, so Experten. Zusätzlich hilft sie, Fachkräfte zu binden – in einer Branche mit akutem Personalmangel ein entscheidender Faktor.
Spezialberatung: Die Mischung macht‘s
Die Planung wird zur Gratwanderung zwischen Betriebsliquidität, privater Vorsorge, gesetzlichen Pflichten und Mitarbeiter-Bindungsmaßnahmen. Handwerkskammern und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bieten hier wichtige Orientierung.
Finanzexperten raten zu einem ganzheitlichen Plan. Er sollte alle Einkünfte im Alter berücksichtigen: gesetzliche Rente, private Investments, Mieteinnahmen und mögliche – aber ungewisse – Erlöse aus einem Betriebsverkauf. Das Ziel ist klar: Die Lücke zwischen der erwarteten gesetzlichen Rente (etwa 47 Prozent des letzten Nettoeinkommens) und den benötigten 70 Prozent für den Lebensstandard zu schließen. Branchenspezifische Finanzprodukte mit Vorzugskonditionen können helfen.
Politik im Wartestand, Handeln gefordert
Die Debatte um die Altersvorsorge im Handwerk ist Teil der große Frage nach der Zukunft des deutschen Rentensystems. Für Selbstständige mit unregelmäßigen Einkommen ist die Lage besonders prekär.
Die politische Diskussion über eine Ausweitung der Rentenpflicht auf alle Selbstständigen läuft, konkrete Gesetze fehlen aber. Unabhängig von künftigen Reformen bleibt die Verantwortung beim einzelnen Unternehmer. Finanzinstitute und Verbände werden ihre Beratungsinitiativen wohl ausbauen. Die Zukunft des deutschen Handwerks hängt nicht nur von den Händen seiner Fachkräfte ab, sondern auch von der finanziellen Absicherung seiner Unternehmer.
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