Hand-Regel, Renaissance

Hand-Regel erlebt Renaissance gegen Übergewicht bei Kindern

03.01.2026 - 07:04:12

Die Hand des Kindes dient als natürliches Maß für Portionen. Diese einfache Regel gewinnt angesichts alarmierender Adipositas-Zahlen bei Kindern und Jugendlichen an Bedeutung.

Zum Jahresbeginn setzen Experten wieder auf die einfache Hand-Regel für die Kinderernährung. Hintergrund sind alarmierende Zahlen zu Übergewicht und Fettleibigkeit.

Einfaches Hilfsmittel für den Alltag

Die Methode ist simpel: Die eigene Hand des Kindes dient als natürliches Maß. Sie wächst mit und passt sich so automatisch dem Bedarf an.
* Gemüse und Obst: Zwei Hände voll – mehrmals täglich.
* Beilagen wie Nudeln oder Reis: Zwei hohle Hände (eine Faust bei Rohkost).
* Fleisch oder Fisch: Eine Portion entspricht der Größe und Dicke des Handtellers (ohne Finger).
* Süßigkeiten: Maximal das, was in eine entspannte Handfläche passt.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt die Regel als intuitiven Gegenentwurf zum Kalorienzählen. Sie soll Kindern ein natürliches Gefühl für Mengen geben und zwanghaftes Essverhalten verhindern.

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WHO und DAK schlagen Alarm

Die Dringlichkeit unterstreichen aktuelle Berichte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte Ende 2025 vor weiterhin “alarmierend hohen” Raten von Übergewicht bei Kindern in Europa. Die langfristigen Folgen wie Diabetes Typ 2 könnten bereits im Jugendalter auftreten.

Der DAK-Kinder- und Jugendreport lieferte 2025 konkrete Zahlen für Deutschland: 2023 hatten 4,6 Prozent der 5- bis 17-Jährigen eine Adipositas-Diagnose. Das sind hochgerechnet fast 470.000 betroffene Kinder und Jugendliche. Besonders stieg die Zahl bei männlichen Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren.

“Die aktuellen Zahlen bedrohen die Gesundheit künftiger Generationen”, mahnte WHO-Berater Kremlin Wickramasinghe. Einfache Präventionsmaßnahmen gewinnen daher an Bedeutung.

Politische Forderungen und Kita-Standards

Neben der Eigenverantwortung der Eltern rückt die strukturelle Prävention in den Fokus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Qualitätsstandards für Kitas und Schulen bereits 2024 verschärft. Doch die Umsetzung ist bundesweit lückenhaft.

Ernährungsinitiativen fordern für 2026 eine verbindlichere Anwendung dieser Standards. Die Hand-Regel dient dabei oft als pädagogisches Hilfsmittel im Unterricht. Ein weiterer Diskussionspunkt bleibt die Regulierung von an Kinder gerichteter Werbung für überzuckerte Produkte.

Paradigmenwechsel in der Ernährungsberatung

Die Renaissance der Hand-Regel steht für einen Wechsel: weg von abstrakten Nährwerttabellen, hin zu intuitiver Kompetenz. Während Erwachsene oft zu Apps greifen, ist diese Methode für Kinder besser geeignet. Sie respektiert das natürliche Sättigungsgefühl und passt sich dynamisch dem Wachstum an.

Gesundheitsexperten sehen in der Kombination aus visueller Bildung und strukturellen Veränderungen den vielversprechendsten Weg. Die Folgekosten ernährungsbedingter Krankheiten belasten das Gesundheitssystem bereits jetzt milliardenfach.

Was kommt 2026?

Experten erwarten für das laufende Jahr eine stärkere Verankerung von Ernährungskompetenz in Lehrplänen. Initiativen wie der “Ernährungsführerschein” könnten ausgeweitet werden. Zudem dürfte der Druck auf die Lebensmittelindustrie wachsen, realistischere Portionsgrößen anzubieten.

Für Eltern ist die Hand-Regel ein erster, wirkungsvoller Schritt. Sie bietet eine alltagstaugliche Antwort auf die besorgniserregenden Prognosen.

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