Gürtelrose-Impfung könnte vor Demenz schützen
03.02.2026 - 17:15:12Eine Impfung gegen Gürtelrose senkt möglicherweise das Demenzrisiko. Aktuelle Studien deuten auf einen Schutzeffekt von bis zu 20 Prozent hin, von dem besonders Frauen profitieren.
Die Hinweise verdichten sich: Wer sich gegen Herpes Zoster, die Ursache von Gürtelrose, impfen lässt, erkrankt seltener an Demenz. Das zeigen großangelegte Beobachtungsstudien aus Wales und Australien. Einige Daten legen sogar nahe, dass der Verlauf einer bestehenden Alzheimer-Erkrankung verlangsamt werden könnte.
Das walisische „Natur-Experiment“
Den bisher stärksten Beleg liefert eine Studie aus Wales. Forscher nutzten ein Kuriosum des dortigen Impfprogramms. Wegen begrenzter Vorräte erhielten ab 2013 nur Personen eine Impfung, die nach dem 2. September 1933 geboren waren.
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So entstanden zwei fast identische Bevölkerungsgruppen – eine geimpft, eine nicht. Dieser Zufall ermöglichte einen einzigartigen, verzerrungsfreien Vergleich. Die Auswertung der Daten von über 282.000 Menschen über sieben Jahre brachte ein klares Ergebnis:
- Das Demenzrisiko war in der geimpften Gruppe um etwa 20 Prozent geringer.
- Der Effekt war bei Frauen besonders ausgeprägt.
Wie kann eine Impfung das Demenzrisiko senken?
Der statistische Zusammenhang ist robust, der genaue Mechanismus aber noch unklar. Experten diskutieren zwei Haupttheorien:
1. Virenstille im Nervensystem: Das Varizella-Zoster-Virus verbleibt nach einer Windpocken-Infektion im Körper. Bei einer Reaktivierung – der Gürtelrose – kann es zu stillen Entzündungen im Nervensystem führen. Diese könnten Nervenzellen schädigen und so Demenz begünstigen. Die Impfung würde diese Reaktivierung verhindern.
2. Training fürs Immunsystem: Der in den Studien verwendete Lebendimpfstoff könnte das angeborene Immunsystem allgemein stärken. Ein trainiertes Immunsystem bekämpft dann nicht nur Viren, sondern möglicherweise auch schädliche Eiweißablagerungen im Gehirn effektiver.
Ob der in Deutschland standardmäßig verwendete, modernere Totimpfstoff Shingrix einen ähnlichen Effekt hat, muss noch in Langzeitstudien geprüft werden.
Ein doppelter Nutzen für die Gesundheit
Die Erkenntnisse sind von großer Bedeutung. Demenz betrifft weltweit über 55 Millionen Menschen, wirksame Medikamente sind rar. Eine präventive Impfung, die es bereits gibt, wäre ein großer Durchbruch.
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Für Risikogruppen gilt die Empfehlung bereits ab 50. Der mögliche Zusatznutzen für den Demenzschutz könnte die Impfbereitschaft nun weiter steigern.
Noch sind Fragen offen
Die Forschung steht erst am Anfang. Weitere Studien müssen klären, wie lange der Schutz anhält und ob er für alle Demenzformen gleichermaßen gilt. Vor allem muss der Effekt des modernen Impfstoffs Shingrix noch belegt werden.
Sollten sich die Ergebnisse erhärten, könnte eine etablierte Impfung zu einem zentralen Baustein im Kampf gegen eine der größten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit werden.
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