Grüne, Totalverbot

Grüne fordern Totalverbot für Airbnb in Wiener Wohnzonen

12.01.2026 - 16:22:12

Die Wiener Grünen fordern ein lückenloses Verbot kommerzieller Airbnb-Vermietungen in Wohnzonen, um Wohnraum zu schützen und Mietsteigerungen zu bekämpfen. Sie sehen in der Plattform eine Hauptursache für die Wohnungsknappheit.

Die Wiener Grünen erhöhen den Druck für ein lückenloses Verbot von kommerziellen Airbnb-Vermietungen in Wohngebieten. Sie wollen so Wohnraum zurückgewinnen und die explodierenden Mieten eindämmen. Dieser Vorstoß markiert eine neue Eskalationsstufe im Kampf gegen die Zweckentfremdung von Wohnungen.

Die Forderung trifft einen wunden Punkt: Wien kämpft wie andere Metropolen mit den Folgen von Overtourism. Bereits geltende Regeln, wie die 90-Tage-Beschränkung pro Jahr, bewerten die Grünen als völlig unzureichend. Vor allem in den Innenstadtbezirken sei der Leidensdruck durch touristische Apartment-Blocks massiv gestiegen.

Im Kern will die Partei die Wiener Bauordnung verschärfen. In als Wohnzonen gewidmeten Gebieten sollen keinerlei Ausnahmen für gewerbliche Kurzzeitvermietung mehr möglich sein. Bisher kann man dafür eine Bewilligung einholen – ein Schlupfloch, das den Wohnraumschutz laut Grünen aushöhlt.

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„Nur ein Totalverbot kann die Umwandlung von Wohnungen in Hotelzimmer wirksam stoppen“, so die Argumentation. Das Problem verlagere sich bereits: Der Druck auf den Wohnungsmarkt wachse nun auch in Außenbezirken wie dem 15., 16. oder 17. Bezirk.

Für die Grünen ist die Airbnb-Frage zentral im Kampf gegen steigende Mieten. Sie machen die Plattform für eine Verknappung des Angebots verantwortlich, die Preise in die Höhe treibt. Eine TU-Wien-Studie bezifferte den dauerhaften Wohnungsentzug durch Airbnb auf rund 2.000 Einheiten.

Die Forderung ist Teil einer größeren Strategie. Die Partei kritisiert einen alarmierenden Rückgang im sozialen Wohnbau und verlangt parallel eine neue Errichtungsinitiative sowie mehr Flächenwidmungen für Wohnraum.

Die rechtliche Lage ist komplex: Seit 2018 ist die gewerbliche Nutzung in Wohnzonen eigentlich unzulässig. Seit Juli 2024 gilt zudem die 90-Tage-Regel. Längere Vermietungen benötigen eine strenge Ausnahmegenehmigung.

Dennoch halten Kritiker die Kontrollen für lückenhaft. Die Regeln reichten nicht aus, um den Trend zu stoppen. Das grüne Totalverbot zielt darauf ab, die verbliebenen Schlupflöcher endgültig zu schließen.

Die Debatte ist europaweit geführt. Städte wie Berlin, Barcelona und Amsterdam haben bereits harte Restriktionen erlassen. Ihre Erfahrungen zeigen: Regulierungen können Mietsteigerungen bremsen, sind aber kein Allheilmittel.

Die Gegenseite schlägt zurück. Airbnb und Branchenvertreter argumentieren, der Einfluss auf den Wohnungsmarkt sei mit rund 1,4 Prozent des Bestands vernachlässigbar. Sie verweisen auf den wirtschaftlichen Nutzen für Gastgeber und Tourismus.

Doch die Sorge der Anwohner wächst: Steuert Wien auf eine „Venedigisierung“ zu, bei der Touristen die lokale Bevölkerung aus den Grätzeln verdrängen?

Der grüne Vorstoß wird die Gemüter im Gemeinderat weiter erhitzen. Widerstand ist von der Tourismusbranche und liberaleren Kräften sicher. Die regierende SPÖ hat zwar reguliert, muss sich nun zu einem Totalverbot positionieren.

Die nächsten Schritte sind klar: formeller Antrag, Ausschussdebatten, intensive Verhandlungen. Kommt das Totalverbot, ein neuer Kompromiss oder bleibt alles beim Alten? Die Antwort hängt vom politischen Willen ab, ob leistbarer Wohnraum über Gewinninteressen gestellt wird.

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