Großbritannien, Offensive

Großbritannien startet Offensive für sichere Häfen

03.01.2026 - 05:00:12

Die britische Regierung startet eine umfassende Sicherheits-Offensive für alle Häfen und Hafenanlagen. Hintergrund sind neue internationale Vorschriften, die seit Jahresbeginn gelten.

London – Großbritannien stellt seine maritime Sicherheit auf eine neue Grundlage. Mit einer groß angelegten Compliance-Offensive will die Maritime and Coastguard Agency (MCA) die Sicherheitsstandards in allen Häfen und Hafenanlagen des Landes überprüfen und verbessern. Die Initiative startete am 1. Januar 2026 – zeitgleich mit dem Inkrafttreten wichtiger Aktualisierungen des internationalen Seerechts.

Kernstück der Offensive ist eine umfassende Überprüfung anhand des Ports and Marine Facilities Safety Code (PMSC). Die Hafenbehörden und Betreiber haben nun drei Monate Zeit, ihre Konformität mit dem nationalen Sicherheitsrahmen nachzuweisen. Die Aktion richtet sich an Anlagen aller Größen – von großen Handelsdrehscheiben bis zu kleinen Freizeithäfen.

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„Es geht um mehr als das Erfüllen von Mindestanforderungen“, betont Keeta Rowlands, Interim Ports and VTS Manager der MCA. Ziel sei es, eine „Kultur der Sicherheit“ in der gesamten Branche zu verankern und kontinuierliche Verbesserung zu fördern. Die Teilnahme biete Betreibern die Chance, ihre Professionalität unter Beweis zu stellen und Vertrauen bei Reedereien, Aufsichtsbehörden und der lokalen Bevölkerung aufzubauen.

Neue internationale Vorschriften in Kraft

Parallel zur freiwilligen Selbstverpflichtung treten verschärfte gesetzliche Regelungen in Kraft. Seit dem 1. Januar 2026 hat Großbritannien eine Reihe neuer Vorschriften umgesetzt, die nationale Gesetze an aktuelle internationale Standards anpassen.

Die Änderungen basieren vor allem auf Aktualisierungen des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS) und der MARPOL-Übereinkunft zur Verhütung der Meeresverschmutzung. Konkret bedeuten sie strengere Anforderungen an Hebezeuge und Ankerwinden – kritische Komponenten im Hafenbetrieb. Zudem gelten neue Brandschutzvorschriften, darunter ein Verbot bestimmter, schädlicher Löschschäume.

Branche begrüßt Initiative

Die Offensive stößt in der maritimen Wirtschaft auf breite Zustimmung. Die British Ports Association (BPA), die über 400 Häfen und Terminals vertritt, begrüßt die Initiative ausdrücklich. Sie sieht in der Compliance-Übung für 2026 bis 2028 ein wichtiges Instrument, um Großbritanniens Ruf als führende Seefahrtsnation zu erhalten.

Analysten deuten den zweigleisigen Ansatz – freiwillige Selbstverpflichtung plus gesetzliche Verschärfung – als strategischen Schwenk des Verkehrsministeriums. Durch die Förderung einer „verhältnismäßigen Ausrichtung“ an den Sicherheitsvorschriften trägt die Regierung der Vielfalt der Hafeninfrastruktur Rechnung. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass eine schwache Anlage zur Achillesferse für die gesamte nationale Lieferkette wird.

Timing mit geopolitischer Bedeutung

Das Timing der Offensive ist bewusst gewählt. Sie startet zu einem Zeitpunkt, zu dem die globale Schifffahrt unter verschärfter Beobachtung in puncto Sicherheit und Umweltverträglichkeit steht. Großbritannien signalisiert so seine Führungsambitionen im regulatorischen Umfeld nach dem Brexit.

Experten weisen darauf hin, dass der Druck zur Teilnahme an der PMSC-Übung trotz ihres freiwilligen Charakters hoch ist. Mangelnde Compliance könnte für Betreiber reputationelle Schäden und höhere Versicherungsprämien bedeuten. In einer Zeit, in der Transparenz und Regelkonformität – nicht zuletzt durch verschärfte Sanktionsregime und die Diskussion um „Schattenflotten“ – oberste Priorität haben, wird Sicherheit zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor.

Die Einreichfrist für die Compliance-Nachweise läuft bis Ende März 2026. Anschließend wird die MCA die Daten auswerten. Für die Hafenbetreiber heißt es jetzt: interne Audits durchführen und die Unterlagen gewissenhaft vorbereiten. Denn klar ist: Dies ist kein einmaliges Ereignis, sondern der Start in eine Ära verstärkter regulatorischer Aufsicht.

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