Graz, Schwammstadt-Prinzip

Graz macht Schwammstadt-Prinzip zum Bau-Standard

02.01.2026 - 10:13:12

Graz verschärft mit Jahreswechsel die Bauvorschriften und verpflichtet zu Regenwassermanagement und Begrünung. Die Stadt setzt damit neue Standards für klimaangepasste Stadtentwicklung.

Graz verpflichtet Bauherren ab sofort auf das Schwammstadt-Prinzip. Mit dem Jahreswechsel gelten die verschärften Vorgaben für Regenwassermanagement und Begrünung in voller Härte. Die Stadt zementiert damit ihren Ruf als Vorreiter in klimaangepasster Stadtentwicklung.

Treiber sind immer mehr Hitzetage im Grazer Becken und überlastete Kanäle bei Starkregen. Die neue „Grünflächenfaktor-Verordnung“ macht ökologisch wirksame Flächen zur Pflicht. Für Bauträger bedeutet das eine komplette Umstellung ihrer Planungen.

Grünflächenfaktor: Mathe statt Dekoration

Begrünung ist kein optionales Accessoire mehr, sondern eine harte Berechnungsgrundlage. Bauwerber müssen nachweisen, dass ein festgelegter Anteil ihres Grundstücks Wasser speichert und verdunstet. Punkte gibt es nicht nur für Gärten, sondern auch für:
* Fassadenbegrünung
* Intensiv begrünte Dächer
* Versickerungsflächen

Einfache Kiesdächer sind bei großen Projekten passé. Stattdessen sind jetzt Retentionsdächer gefragt, die Regenwasser zwischenspeichern. Die Maßnahmen kühlen das Mikroklima und entlasten die Kanalisation.

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Stockholm-System: Mehr Raum für Baumwurzeln

Technologisch setzt Graz auf das „Stockholm-System“. Es löst das Problem verdichteten Bodens unter versiegelten Flächen. Unter Gehwegen oder Parkplätzen entsteht ein Hohlraumsystem aus Steinen und nährstoffreichem Substrat.

Dieser unterirdische Wurzelraum speichert Wasser und versorgt Bäume auch in Trockenphasen. Aus Pilotprojekten hat die Stadt gelernt: Die Technik allein reicht nicht. In neuen Quartieren wie der Smart City Waagner-Biro pflanzt man daher hitzeresistente Arten wie Zürgelbäume.

Leuchttürme: Reininghaus und Smart City

Die praktische Umsetzung zeigt sich in den großen Entwicklungsgebieten. Im Stadtteil Reininghaus fungiert der zentrale Park als riesige Versickerungsfläche. Das Oberflächenwasser wird in Mulden geleitet, statt direkt in den Kanal zu schießen.

In der Smart City Graz treibt man das Konzept auf die Spitze. Entsiegelte Flächen und intelligente Wasserführung prägen das Viertel. Die Baumpflanzungen wirken dort als natürliche Klimaanlage für umliegende Gebäude.

Die Kostenfrage: Von Belastung zum Verkaufsargument

Die Pflicht zu Schwammstadt-Elementen erhöht zunächst die Baukosten. Doch die Stimmung in der Immobilienbranche dreht sich. Marktbeobachter sehen „klimaresiliente“ Wohnungen zunehmend als Verkaufsargument.

In einer Hitzeinsel wie Graz sind Apartments in grüneren, kühleren Umgebungen wertstabiler. Zudem sinken langfristig die Betriebskosten durch geringeren Klimaanlagen-Bedarf und die Nutzung von Regenwasser. Die klaren Vorgaben schaffen auch Planungssicherheit für Investoren.

Die nächste Herausforderung: Der bestehende Stadtkern

Während der Standard für Neubauten steht, wartet die größere Hürde: der Bestand. Die Nachrüstung dichter Gründerzeitviertel ist komplex und teuer. Erste Ansätze gibt es dennoch.

Die Stadt fördert die Entsiegelung von Innenhöfen und nachträgliche Fassadenbegrünungen. Für 2026 werden weitere Anreize erwartet, um private Eigentümer im Altbestand zur Teilnahme zu bewegen. In Graz ist Regenwasser keine Last mehr, sondern eine wertvolle Ressource.

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