Grafikkarten-Preise explodieren durch KI-bedingten Speichermangel
18.01.2026 - 20:45:12Die Preise für PC-Grafikkarten schießen in die Höhe. Grund ist eine dramatische Verknappung von Hochleistungsspeicher, den vor allem die KI-Industrie aufkauft.
Die Verbrauchermarkt für Grafikkarten erlebt einen dramatischen Preisschock. Eine schwere Knappheit bei Hochleistungs-Speicherchips, angeheizt durch die unersättliche Nachfrage der Künstlichen Intelligenz, treibt die Komponentenkosten in die Höhe. PC-Bastler und Gamer spüren die Auswirkungen sofort: Nvidias Top-Modelle der GeForce RTX 50-Serie und AMDs Radeon RX 9000-Serie werden deutlich teurer. Das extremste Beispiel ist Nvidias RTX 5090. Sie kostet auf einigen Handelsplattformen inzwischen bis zu 5.000 US-Dollar – mehr als das Doppelte des ursprünglichen Einführungspreises.
Diese plötzliche Inflation bestätigt Warnungen aus der Industrie vom Ende 2025. Damals sagten Analysten Preiserhöhungen bei beiden GPU-Herstellern voraus. AMD sollte im Januar starten, Nvidia im Februar folgen. Der Marktdruck hat diesen Zeitplan jedoch beschleunigt.
Der KI-Effekt: Speicher wird zum Flaschenhals
Hauptgrund für die explodierenden Preise ist eine globale Knappheit bei Hochleistungs-DRAM und GDDR-Speichermodulen. Der explosive Wachstum der KI-Industrie führt dazu, dass Tech-Giganten riesige Mengen an High-Bandwidth-Memory für ihre Rechenzentren aufkaufen. Für den Consumer-Markt bleibt kaum etwas übrig.
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Das hat die Wirtschaftlichkeit der GPU-Produktion fundamental verändert. Speicherkomponenten machen inzwischen einen massiven Teil der Gesamtkosten (Bill of Materials) einer Grafikkarte aus. Berichten zufolge sind die Preise für bestimmte Speicherbausteine in wenigen Wochen um bis zu 120 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung trifft Grafikkarten direkt, die auf schnellen GDDR7- und GDDR6-Speicher für ihre Leistung angewiesen sind.
Die Knappheit ist so gravierend, dass sie nicht nur die Preise hochtreibt, sondern auch erwartete Modelle wie Nvidias RTX 50 Super-Serie verzögert.
Nvidias RTX 5090: Das Symbol der Krise
Nvidias Top-Modell RTX 5090 ist zum Sinnbild der aktuellen Marktturbulenzen geworden. Innerhalb der letzten zwei Wochen schnellte der Preis auf Einzelhandelsseiten von etwa 3.500 auf bis zu 5.100 US-Dollar für Custom-Modelle. Selbst die Founders Edition, die normalerweise nah am UVP bleibt, wird mit fast 4.500 Dollar gehandelt.
In einer Stellungnahme vom 16. Januar bestätigte Nvidia die hohe Nachfrage und die angespannte Speicherversorgung. Das Unternehmen betonte, weiterhin alle GeForce-Modelle auszuliefern und mit Zulieferern an der Maximierung der Verfügbarkeit zu arbeiten. Branchenkreise deuten an, dass Nvidia einen Teil der gestiegenen Speicherkosten selbst trägt, um noch drastischere Preissprünge zu verhindern. Zudem soll die Produktion zugunsten von Modellen mit weniger VRAM – wie der 8GB-Version der RTX 5060 (Ti) – verschoben werden.
AMDs RX 9000-Serie zieht nach
Der Preisdruck trifft nicht nur Nvidia. Auch bei AMD ist eine zweite Welle von Preiserhöhungen für die Radeon RX 9000-Serie wie erwartet eingetroffen. Eine erste Anpassung gab es bereits Ende 2025. Damals erhöhte AMD die Kosten für GPU- und Speicher-Kits an seine Board-Partner um etwa 10 US-Dollar pro 8GB VRAM. Für ein 16GB-Modell wie die Radeon RX 9070 XT bedeutete das 20 Dollar mehr.
Die für Januar 2026 geplante weitere Erhöhung schlägt nun im Einzelhandel durch. Modelle, die Ende 2025 noch zum UVP erhältlich waren, werden teurer. Eine Karte mit einem UVP von 599 Dollar findet sich nun näher an 699 Dollar. Diese strukturierte Erhöhung, direkt gekoppelt an den VRAM, zeigt die komponentenspezifische Natur der Krise. Sie betrifft die gesamte Produktpalette, von der Mittelklasse-RX 9060 XT bis zur High-End-RX 9070 XT.
Analyse: KI verändert den Markt strukturell
Die aktuellen Marktbedingungen markieren eine bedeutende Wende. Die Prioritäten der KI-Industrie beeinflussen nun direkt die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Hardware für die PC-Gaming-Community. Nach einer Phase der Stabilisierung nach dem Crypto-Boom ist die neue Fragilität des GPU-Markts besorgniserregend.
Der harte Wettbewerb um eine begrenzte Menge an Speicherkomponenten zwingt die Hersteller zu schwierigen Entscheidungen bei Produktion und Preisgestaltung. Hochprofitabele KI-Chips haben Vorrang. Diese Dynamik legt nahe, dass die hohen Preise kein vorübergehendes Phänomen sind, sondern Teil eines größeren strukturellen Wandels in der Halbleiterindustrie.
Ausblick: Keine schnelle Besserung in Sicht
Branchenanalysten erwarten, dass die Preise in den kommenden Monaten weiter schrittweise steigen werden. Da in der ersten Hälfte 2026 keine größeren neuen GPU-Generationen den Markt entspannen werden, stehen Verbraucher vor schwierigen Entscheidungen.
Auf ein baldiges Sinken der Preise zu warten, erscheint kurzfristig unrealistisch. Die zugrundeliegenden Probleme in der Speicherversorgung werden sich nicht schnell lösen. In der Folge könnte der Markt für gebrauchte Grafikkarten der Vorgängergeneration wieder an Fahrt aufnehmen, da Bastler nach besserem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen.
Für alle, die unbedingt eine aktuelle Grafikkarte kaufen wollen, lautet der Rat von Marktbeobachtern: Die aktuellen Preise sind zwar hoch, könnten aber im Laufe des Jahres 2026 noch übertroffen werden.
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