Grafikkarten-Markt, Fälschungs-Welle

Grafikkarten-Markt: Fälschungs-Welle trifft PC-Bauer

24.01.2026 - 00:21:11

Betrüger nutzen Chip-Knappheit für immer raffiniertere Fälschungen und Betrugsmaschen aus. Verbraucher zahlen teuer für wertlose Hardware.

Eine wachsende Krise erfasst den Grafikkarten-Markt. Verbraucher sehen sich einer Welle raffinierter Fälschungen und ausgeklügelter Betrugsmaschen gegenüber. Getrieben von Marktinstabilität und Komponentenknappheit setzen Kriminelle auf immer täuschendere Methoden. Ahnungslose Käufer bleiben mit nutzloser oder schwacher Hardware und erheblichen finanziellen Verlusten zurück. Aktuelle Vorfälle dieser Woche zeigen das eskalierende Problem – besonders bei hochgefragten Premium-GPUs großer Marken.

Der Anstieg betrügerischer Aktivitäten hängt mit anhaltenden Speicherknappheiten zusammen. Diese haben die Preise für legitime Grafikkarten in die Höhe getrieben. Diese Hochpreis- und Hochnachfrage-Umgebung schafft einen fruchtbaren Boden für Betrug. Verbraucher, die verzweifelt nach bezahlbaren Komponenten suchen, werden anfälliger für Angebote, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein. Die Maschen reichen von einfachem Bait-and-Switch auf großen Online-Marktplätzen bis hin zur aufwendigen Modifikation gebrauchter Hardware, um sie als neue High-End-Modelle erscheinen zu lassen.

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Aktuelle Berichte der letzten Tage zeigen die alarmierende Raffinesse. In einem viel beachteten Fall erhielt ein Kunde, der eine neue NVIDIA GeForce RTX 5080 über Amazon bestellte, eine Box mit einer deutlich schwächeren RTX 5060 Ti. Die Low-End-Karte war mit gefälschten Aufklebern modifiziert worden, um wie das teurere Modell auszusehen. Ein verräterisches Detail war der Stromanschluss: Die gefälschte Karte hatte einen 8-Pin-Stecker, während High-End-NVIDIA-Karten einen 16-Pin-Anschluss verwenden. Diese Masche nutzt aus, dass Retouren oft ohne gründliche Prüfung wieder in den Lagerbestand gelangen.

In einem weiteren aufwendigen Betrug aus dem chinesischen Gebrauchtmarkt betraf eine defekte Gigabyte GeForce RTX 4080, die für einen Bruchteil ihres Werts verkauft wurde. Ein GPU-Reparatur-Experte fand heraus, dass der originale Chip durch eine Mobile-Version eines RTX 3060-GPUs ersetzt worden war. Zudem erwiesen sich die Videospeicher-Bausteine (VRAM) auf der Platine als gefälscht oder funktionsunfähig – die Karte war wertlos. Diese Vorfälle zeigen eine deutliche Evolution: Früher erhielten Käufer vielleicht völlig fremde Objekte wie einen Stein. Heute sind es hochtechnische Modifikationen, die selbst erfahrene Bastler beim ersten Blick täuschen sollen.

Online-Marktplätze in der Kritik

Große E-Commerce-Plattformen kämpfen damit, betrügerische Angebote einzudämmen. In einem bemerkenswerten Fall täuschte ein Drittanbieter auf Amazon mit einer 99% positiven Bewertung mindestens 42 Kunden. Sie glaubten, eine GeForce RTX 5090 zum halben Marktpreis zu erwerben. Statt der Top-GPU erhielten sie billige Bauchtaschen. Der Verkäufer nutzte offenbar Amazons „Fulfillment by Amazon“-Programm (FBA), bei dem Amazon Versand und Retouren abwickelt. Dies kann Schlupflöcher für solche Bait-and-Switch-Aktionen schaffen. Zwar dürfte Amazon die betroffenen Kunden entschädigen, doch der Vorfall wirft Fragen zur Überprüfung und Aufsicht von Drittanbietern auf der Plattform auf.

Das Problem beschränkt sich nicht auf fertige Produkte. Auch Komponenten-Betrug grassiert. Ein Verbraucher berichtete, er habe vermeintlich neuen DDR5-Speicher gekauft. In der versiegelten Verpackung fanden sich jedoch alte, inkompatible DDR2-Riegel. Das zeigt: Jeder Teil der PC-Bau-Lieferkette ist derzeit gefährdet.

Folgen für Industrie und Verbraucher

Die Verbreitung gefälschter GPUs und Betrugsmaschen untergräbt das Verbrauchervertrauen und birgt erhebliche Risiken für Gamer und PC-Bauer. Die finanziellen Verluste sind unmittelbar, doch der langfristige Schaden für den Markt könnte schwerwiegender sein. Wenn Käufer misstrauischer werden, könnte das den Absatz legitimer Produkte beeinträchtigen. Händler müssten Retouren und Lagerbestände stärker prüfen – Kosten, die am Ende auf den Verbraucher abgewälzt werden könnten.

Experten gehen davon aus, dass die aktuellen Marktbedingungen diese betrügerischen Aktivitäten weiter befeuern werden. Dazu gehören hohe Preise und eine Nachfrage, die auch vom Appetit der KI-Branche auf GPUs angeheizt wird. Die anhaltende DRAM-Knappheit verschärft die Lage, indem sie die Preise für legitime Karten hoch hält und Betrugsangebote verlockender macht. Diese Krise unterstreicht die Notwendigkeit äußerster Wachsamkeit der Verbraucher beim Hardware-Kauf.

So schützen Sie sich auf einem riskanten Markt

Angesichts der wachsenden Raffinesse dieser Betrugsmaschen sollten Verbraucher besondere Vorsicht walten lassen. Der sicherste Weg ist der Kauf direkt im offiziellen Marken-Store oder bei hoch angesehenen, autorisierten Händlern. Bei Käufen auf großen Marktplätzen wie Amazon ist es entscheidend zu prüfen, ob der Verkäufer der offizielle Marken-Store und kein Drittanbieter ist – selbst wenn der Artikel „durch Amazon versendet“ wird.

Käufer sollten bei jedem Angebot, das deutlich unter dem etablierten Marktpreis für eine bestimmte GPU liegt, höchst skeptisch sein. Bei Erhalt einer neuen Grafikkarte sollte die Hardware sofort auf Manipulationsspuren untersucht werden. Dazu zählen schief angebrachte Aufkleber oder falsche Stromanschlüsse. Der entscheidende letzte Schritt ist der Einbau der Karte und die Überprüfung des GPU-Modells, der Kerne und des Speichertyps mittels Software. Der aktuelle Markt erfordert ein „Caveat emptor“ – „Geizhals, sei wachsam!“ – und das Wissen um die eingesetzten Täuschungsmanöver.

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