GovTeuken: NRW testet souveräne KI für die Verwaltung
21.01.2026 - 21:41:12Nordrhein-Westfalen startet die Pilotphase einer speziell für Behörden entwickelten Künstlichen Intelligenz. Das Projekt „GovTeuken“ soll Verwaltungsabläufe revolutionieren und setzt dabei voll auf europäische Technologie und höchste Datenschutzstandards.
Ein KI-Modell, das Amtssprache versteht
Im Kern von GovTeuken steht ein hochspezialisiertes Sprachmodell. Anders als kommerzielle, oft US-amerikanische Lösungen basiert es auf dem europäischen Open-Source-Modell „Teuken-7B“. Dies soll digitale Souveränität und Compliance mit strengen EU-Datenschutzvorgaben garantieren. Die KI ist darauf trainiert, die komplexe Sprache von Gesetzestexten, Anträgen und behördlicher Kommunikation nicht nur zu verstehen, sondern auch zu vereinfachen.
Entwickelt wurde die Basis-Technologie von einem Konsortium unter Führung der Fraunhofer-Institute IAIS und IIS. GovTeuken wird in die bestehende Landes-Anwendung „NRW.Genius“ integriert, die seit Herbst 2024 in der Verwaltung im Einsatz ist. Während NRW.Genius grundlegende Funktionen bietet, bringt GovTeuken tiefgehendes Verwaltungswissen ein.
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Pilotphase: Entlastung für die Behörden
Ab sofort testen ausgewählte Behörden in NRW die KI im Arbeitsalltag. Der Fokus liegt auf zeitintensiven Routineaufgaben. Konkret soll die Anwendung bei der schnelleren Bearbeitung von Anträgen helfen, die Recherche in Gesetzestexten unterstützen und die Beantwortung von Bürgeranfragen automatisieren.
Ziel ist es, die Mitarbeiter zu entlasten und Kapazitäten für anspruchsvollere Fälle zu schaffen. Die Entwicklung erfolgt im engen Austausch mit den Beschäftigten. Dieser partizipative Ansatz soll die Praxistauglichkeit sichern und die Akzeptanz fördern. Nach Auswertung der Testphase wird über eine landesweite Einführung entschieden.
Datenschutz und Souveränität als Fundament
Die Landesregierung betont den verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie. GovTeuken ist in eine umfassende KI-Governance-Strategie eingebettet, die Transparenz und Nicht-Diskriminierung sicherstellen soll. Die Nutzung des europäischen Open-Source-Modells und der Betrieb auf EU-Servern geben dem Land die volle Kontrolle über Daten und Algorithmen.
Das Projekt wird vom IT-Planungsrat des Bundes und der Länder mit rund 676.200 Euro gefördert – ein Zeichen für seine überregionale Bedeutung. Die in NRW entwickelten Standards sollen später auch anderen Bundesländern zur Verfügung stehen.
Wegweisendes Signal für Deutschlands Digitalisierung
Der Start der Testphase ist mehr als ein Landesprojekt. Er sendet ein starkes Signal für die digitale Verwaltung in ganz Deutschland. Während andere Länder ebenfalls KI pilotieren, zeichnet sich der NRW-Ansatz durch die konsequente Nutzung souveräner europäischer Technologie aus.
Experten sehen in der Entwicklung eigener, auf Verwaltungsdaten trainierter Modelle einen Schlüssel für eine nachhaltige digitale Transformation. Langfristig könnte GovTeuken helfen, dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Servicequalität für Bürger deutlich zu steigern. Die Pilotphase wird zeigen, wie schnell KI zum selbstverständlichen Werkzeug im modernen Staat wird.
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