Gmail, Wechsel

Gmail erlaubt endlich Wechsel der E-Mail-Adresse

30.12.2025 - 22:02:12

Google ermöglicht es Nutzern erstmals, ihre primäre Gmail-Adresse zu ändern, ohne das Konto oder gespeicherte Daten zu verlieren. Die Funktion wird schrittweise eingeführt.

Google beendet eine 20-jährige Ära der Starrheit: Nutzer können jetzt ihre primäre Gmail-Adresse ändern, ohne ihr Konto aufgeben zu müssen. Die lang ersehnte Funktion rollt seit dieser Woche schrittweise aus.

Ein digitaler Neuanfang ohne Datenverlust

Für Millionen Nutzer war der eigene Gmail-Account ein lebenslanges Gefängnis. Wer in Jugendjahren Adressen wie „coolguy2005“ oder „prinzessin98“ wählte, musste diese im Berufsleben oft als peinliche Bürde mittragen. Bisher gab es nur einen Ausweg: ein komplett neues Konto erstellen und dabei Jahre an E-Mails, Fotos und Dokumenten zurücklassen. Diese Ära ist nun vorbei.

Seit Ende Dezember 2025 ermöglicht Google in den Kontoeinstellungen unter Persönliche Daten die Option „E-Mail ändern“. Wer sie nutzt, behält sein gesamtes digitales Erbe – von Google Drive über Kalender bis zu gekauften Apps. Die alte Adresse wird nicht gelöscht, sondern in einen permanenten Alias umgewandelt. E-Mails landen weiter im selben Postfach, und das Login ist mit beiden Adressen möglich.

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Neue Alias-Regeln sind praktisch, aber sie verändern auch die Angriffsfläche für Betrüger. Wer seine Adresse ändert, sollte besonders auf Phishing und falsche Identitätsbehauptungen achten. Das kostenlose Anti-Phishing-Paket erklärt in einer 4-Schritte-Anleitung, wie Sie betrügerische Mails erkennen, Ihr Konto sichern und typische Fallen (z. B. CEO-Fraud oder gefälschte Passwort-Anfragen) abwehren. Anti-Phishing-Guide gratis anfordern

Strenge Regeln gegen Missbrauch

Die neue Freiheit kommt mit klaren Grenzen. Google will verhindern, dass Nutzer ihre Identität für Spam oder Betrug missbrauchen. Daher gelten strenge Regeln:

  • Nutzer können ihre Hauptadresse nur einmal pro Jahr wechseln.
  • Insgesamt sind nur drei Änderungen pro Konto-Lebensdauer möglich.
  • Eine alte Adresse, die zum Alias wurde, kann nie wieder freigegeben oder auf ein anderes Konto übertragen werden.
  • Nach einer Änderung gilt eine einjährige „Abkühlphase“ für weitere Aktionen.

Diese Vorgaben sollen legitime Lebensereignisse wie Heirat, berufliche Neuorientierung oder eine Transition ermöglichen, ohne Tür und Tor für Kriminelle zu öffnen.

Phasenweise Einführung bis ins neue Jahr

Die Funktion ist noch nicht für alle verfügbar. Erste Hinweise tauchten in aktualisierten Support-Dokumenten auf Hindi auf, was auf einen regional gestaffelten Rollout hindeutet. Nutzer können in ihren Kontoeinstellungen prüfen, ob bei ihrer E-Mail-Adresse bereits ein „Bearbeiten“-Button erscheint.

Bei über 2,5 Milliarden aktiven Konten dauert eine vollständige Verteilung erfahrungsgemäß Wochen oder Monate. Einige Berichte, etwa von Android Authority, deuten darauf hin, dass die globale Verfügbarkeit bis ins Frühjahr 2026 reichen könnte. Für Geschäftskunden mit Google Workspace ist die Funktion derzeit noch nicht vorgesehen – hier behalten Administratoren die Kontrolle.

Mehr als nur Bequemlichkeit

Die Neuerung ist ein strategischer Schritt. Sie holt Google zu Konkurrenten wie Microsoft Outlook auf, die solche Alias-Systeme seit Jahren anbieten. Vor allem aber gibt sie Nutzern die Hoheit über ihre digitale Identität zurück.

Sicherheitsexperten sehen einen weiteren Vorteil: Nutzer können eine alte, von Spam überflutete Adresse aus der öffentlichen Nutzung nehmen, behalten sie aber als stillen Empfänger. So gehen wichtige Benachrichtigungen wie Passwort-Zurücksetzungen nicht verloren. Ein digitaler Neuanfang ohne den schmerzhaften Bruch mit der eigenen Vergangenheit – das dürfte für viele der größte Gewinn sein.

@ boerse-global.de