GLIM-Kriterien, Kampf

GLIM-Kriterien standardisieren Kampf gegen Mangelernährung

05.02.2026 - 02:54:12

Einheitliche Diagnosekriterien sollen gefährdete Patienten mit Mangelernährung und Muskelabbau früher erkennen. Die Kombination aus Ernährungstherapie und Krafttraining ist zentral für die Behandlung.

Ein globaler Konsens definiert jetzt, wie Kliniken Mangelernährung und Muskelabbau diagnostizieren. Die neuen GLIM-Kriterien sollen gefährdete Patienten früher erkennen und besser behandeln. Besonders Ältere und chronisch Kranke profitieren.

Ein unterschätztes Massenproblem

Mangelernährung ist in deutschen Krankenhäusern alles andere als selten. Studien zufolge ist etwa jeder vierte Patient betroffen. Bei Risikogruppen wie Älteren oder Krebspatienten steigt die Quote sogar auf bis zu 50 Prozent.

Das Fatale: Es trifft nicht nur Untergewichtige. Auch bei normalem oder hohem BMI kann ein gefährlicher Mangel an Muskeln und Nährstoffen vorliegen. Dieser oft übersehene Muskelabbau, die Sarkopenie, hat schwerwiegende Folgen:
* Verlangsamte Wundheilung
* Höheres Infektions- und Sturzrisiko
* Längere Krankenhausaufenthalte
* Verlust der Selbstständigkeit

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So funktioniert die neue Diagnose

Bisher behinderten unterschiedliche Methoden eine einheitliche Diagnose. Die „Global Leadership Initiative on Malnutrition“ (GLIM) schafft nun weltweite Standards. Ihr Ansatz ist zweistufig:

Zuerst filtert ein einfaches Screening-Tool Risikopatienten heraus. Bei einem positiven Screening folgt die genaue Diagnose nach den GLIM-Kriterien. Dafür müssen mindestens zwei Bedingungen erfüllt sein:
1. Ein phänotypisches Kriterium wie ungewollter Gewichtsverlust, niedriger BMI oder reduzierte Muskelmasse.
2. Ein ätiologisches Kriterium wie stark reduzierte Nahrungsaufnahme oder eine Entzündung im Körper.

Moderne Diagnostik: Blick unter die Haut

Die Waage oder der BMI allein reichen nicht aus. Entscheidend ist die Körperzusammensetzung – also wie viel Muskel- und Fettmasse ein Patient wirklich hat.

Moderne Verfahren machen das sichtbar:
* Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Misst den Widerstand gegen einen schwachen Strom und berechnet so Muskel- und Fettanteile.
* Bildgebende Verfahren: DXA-Scans, Ultraschall oder CT-Aufnahmen liefern präzise Bilder der Muskulatur.

Zusätzlich testen Ärzte die Muskelfunktion, etwa mit einem Handkraftmesser. Diese Kombination aus Masse und Funktion bestimmt den Schweregrad einer Sarkopenie.

Die Therapie: Protein und Bewegung

Eine klare Diagnose ist die Basis für eine wirksame Behandlung. Das Ziel: Den Muskelabbau stoppen und bestenfalls umkehren. Im Fokus steht eine deutlich erhöhte Proteinzufuhr.

Während gesunde Erwachsene etwa 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht benötigen, sind es für ältere Menschen schon 1,0 bis 1,2 Gramm. Bei akuter Krankheit oder Mangelernährung empfehlen Experten sogar 1,2 bis 1,5 Gramm. Entscheidend ist dabei die Aminosäure Leucin, ein starker Stimulus für den Muskelaufbau.

Ergänzt wird die Ernährungstherapie durch gezieltes Krafttraining. Nur so können die zugeführten Nährstoffe auch in neue Muskelmasse umgewandelt werden.

Die Zukunft ist interdisziplinär

Die Behandlung wird immer mehr zur Teamleistung. Ärzte, Ernährungsberater, Pflegekräfte und Physiotherapeuten arbeiten zusammen, um den Teufelskreis aus Mangelernährung und Muskelschwund zu durchbrechen.

Technologie soll sie künftig unterstützen. Künstliche Intelligenz könnte helfen, Muskelmasse auf CT-Bildern automatisch zu analysieren. Digitale Apps sollen das Ernährungs- und Aktivitätsmonitoring im Alltag erleichtern.

Das große Ziel bleibt, die Ernährung als vitalen Gesundheitsparameter im klinischen Alltag zu verankern – und so Lebensqualität zu erhalten.

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