GigaDevice, Hosinglobal

GigaDevice und Hosinglobal: Chinas Speicherchip-Branche drängt an die Börse

20.01.2026 - 12:25:12

Chinesische Speicherchip-Hersteller wie GigaDevice und Shenzhen Hosinglobal nutzen die hohe Nachfrage nach KI-Komponenten für erfolgreiche Börsengänge und Kapitalerhöhungen.

Chinesische Halbleiterhersteller nutzen den weltweiten KI-Boom und steigende Speicherpreise für Kapitalmarktoffensiven. Während der Flash-Spezialist GigaDevice seinen Börsengang in Hongkong erfolgreich abschloss, strebt der aufstrebende Hersteller Shenzhen Hosinglobal nun selbst an die Börse. Die Branche erlebt einen regelrechten IPO-Rausch, angetrieben von der enormen Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für Künstliche Intelligenz.

GigaDevice sammelt 600 Millionen Dollar in Hongkong

Der Börsengang des bereits in Shanghai gelisteten Speicherchip-Designers GigaDevice Semiconductor in Hongkong wurde zum vollen Erfolg. Am 13. Januar startete der Handel mit den neuen Aktien, die bei Anlegern heiß begehrt waren. Das Interesse der Privatanleger war überwältigend: Die Zeichnungsphase für das Hongkonger Publikum war mehr als 542-fach überzeichnet. Auch internationale Investoren griffen kräftig zu.

Die Aktie eröffnete mit einem kräftigen Aufschlag von 45 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Zum Handelsende notierte sie immer noch 37,5 Prozent höher. Mit dem Listing sammelte das Unternehmen umgerechnet rund 600 Millionen US-Dollar ein. Nach eigenen Angaben will GigaDevice das frische Kapital in die Entwicklung von Speicherlösungen für KI-Edge-Computing und Automotive-Anwendungen stecken. Auch Übernahmen im Bereich analoger Chips und Mikrocontroller sind geplant.

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Die Zahlen unterstreichen den Aufschwung: Im ersten Halbjahr 2025 verbuchte GigaDevice einen Nettogewinn von umgerechnet etwa 75 Millionen Euro, ein Plus von 14 Prozent im Jahresvergleich.

Hosinglobal will mit IPO in Automotive- und Enterprise-Märkte expandieren

Kurz nach GigaDevice macht sich mit Shenzhen Hosinglobal der nächste chinesische Speicherhersteller auf den Weg an die Hongkonger Börse. Das Unternehmen reichte seine Anträge zum Jahresbeginn 2026 ein. Hosinglobal, 2018 gegründet, hat sich schnell als Zulieferer für große Elektronikmarken wie Xiaomi, OPPO und TCL etabliert.

Doch nun peilt der Hersteller von eingebetteten Speichern und SSDs höherwertige Märkte an. Die Strategie: Expansion in die Automotive-Elektronik und die Entwicklung von Enterprise-Speicherlösungen für Rechenzentren. Noch 2026 will das Unternehmen diese Produkte in die Serienfertigung bringen – ein klares Bekenntnis zum lukrativen KI-Infrastrukturmarkt.

IPO-Welle erfasst chinesische Speicherchip-Industrie

Die beiden Börsengänge sind keine Einzelfälle. Sie sind Teil einer breiten Bewegung in der chinesischen Halbleiterbranche, die von günstigen Marktbedingungen und dem politischen Drang zur technologischen Selbstversorgung beflügelt wird.

So bereitet sich etwa Xi’an UniIC Semiconductors, ein auf DRAM spezialisiertes Unternehmen mit Wurzeln bei Infineon, auf einen Börsengang in Peking vor. Auch der Enterprise-SSD-Entwickler Shenzhen DapuStor hat seine IPO-Pläne für die Technologiebörse ChiNext konkretisiert. Nach einer Kapitalerhöhung Ende 2024 wurde das Unternehmen mit umgerechnet etwa 870 Millionen Euro bewertet.

Analysten sprechen von einem „Super-Zyklus“ für Speicherchips. Nach einer Phase der Lagerbereinigung sind die Preise für viele Komponenten seit Anfang 2025 stark gestiegen, teils um bis zu 50 Prozent. Diese neue Preismacht, kombiniert mit dem hohen Kapitalbedarf der Halbleiterfertigung, treibt die Unternehmen an die Kapitalmärkte.

KI-Trend befeuert langfristige Strategien

Der Treiber hinter all diesen Aktivitäten ist unverkennbar: der globale KI-Boom. Das Training und der Betrieb großer KI-Modelle erfordern immense Mengen an Hochleistungsspeicher. Während globale Giganten wie Samsung oder SK Hynix den Markt für High-End-Produkte wie High-Bandwidth Memory (HBM) dominieren, setzen chinesische Hersteller auf Nischen und etablierte Technologien.

GigaDevice festigt seine Führungsposition im NOR-Flash-Markt und dringt in den DRAM-Bereich vor. Hosinglobal sichert sich mit Consumer-Produkten eine breite Basis, um dann in anspruchsvollere Segmente vorzustoßen. Die erfolgreichen Börsengänge dürften weitere Privatfirmen ermutigen, ihre Listing-Pläne zu beschleunigen.

Doch die Branche bleibt zyklisch. Der langfristige Erfolg der neu gelisteten Unternehmen wird davon abhängen, ob sie in einem hochkompetitiven Umfeld innovativ bleiben und die globalen Lieferketten-Herausforderungen meistern können. Die Milliarden aus Hongkong und dem Festland sollen vor allem in die Forschung fließen – mit einem klaren Ziel: das „Memory Wall“-Problem der KI-Berechnung zu überwinden.

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