GFiber, AI-Boom

GFiber und AI-Boom treiben Netzwerk-Revolution voran

01.02.2026 - 14:00:12

Die digitale Infrastruktur erlebt eine Zeitenwende: Getrieben vom unersättlichen Datenhunger der Künstlichen Intelligenz modernisieren Anbieter weltweit ihre Netze in Rekordtempo. Während Google-Tochter GFiber für Privatkunden Multi-Gigabit-Tarife zum alten Preis anbietet, verzeichnet der Markt für Hochleistungs-Router ein fulminantes Comeback.

Was bisher Premium war, wird zum neuen Standard: GFiber hat seine Tarife massiv aufgewertet, ohne die Preise zu erhöhen. Der bisherige „Core 1 Gig“-Tarif bietet nun 3 Gigabit/s für umgerechnet 70 Euro monatlich. Die „Home 3 Gig“-Option wurde auf 5 Gigabit/s für 100 Euro verdoppelt. Möglich macht dies die neue 25G PON-Technologie, die bestehende Glasfaserleitungen ohne aufwändigen Neubau deutlich leistungsfähiger macht.

„Diese Strategie setzt die etablierten Kabel- und Telekom-Anbieter enorm unter Druck“, analysieren Branchenbeobachter. Viele Wettbewerber kämpfen noch damit, symmetrische Multi-Gigabit-Geschwindigkeiten flächendeckend anzubieten. GFiber startet die Umstellung im US-Bundesstaat Iowa und plant die Ausweitung auf alle Märkte. Für Kunden des Top-Tarifs „Edge 8 Gig“ liefert das Unternehmen zudem einen Wi-Fi 7-Router mit, um das heimische WLAN-Netzwerk an die Geschwindigkeit der Glasfaser anzupassen.

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Kern-Router: 15-Milliarden-Markt dank KI-Nachfrage

Während sich Verbraucher über schnelleres Internet freuen, vollzieht sich im Hintergrund eine noch dramatischere Transformation. Das Analysehaus Dell’Oro prognostiziert einen robusten Aufschwung im Markt für Hochleistungs-Router. Das Volumen soll bis 2030 auf über 15 Milliarden Dollar anwachsen – ein jährliches Plus von 11 Prozent.

Der Grund: Cloud-Anbieter und Kommunikationsdienstleister rüsten ihre Infrastruktur im Eiltempo für KI-Workloads auf. Die sogenannten Core Router, die den Datenverkehr im Internet-Backbone steuern, müssen die gewaltigen Datenströme verteilter KI-Trainings- und Inferenz-Cluster bewältigen. „Die KI-Konjunktur ist nicht mehr nur eine Geschichte von Grafikkarten-Bestellungen“, heißt es in dem Report. „Sie schlägt sich jetzt in großvolumigen Aufträgen für Netzwerk-Hardware nieder.“

Steueranreize und Seekabel beschleunigen den Wandel

Die umfassenden Modernisierungen werden durch günstige regulatorische Rahmenbedingungen befeuert. In den USA ermöglicht die Wiedereinführung der 100%igen Bonusabschreibung für 2026, dass Unternehmen Investitionen sofort voll absetzen können. Dieser Steueranreiz subventioniert effektiv den Ausbau von Glasfaser bis ins Haus und die Modernisierung der Kernnetze.

Parallel entstehen neue globale Datenautobahnen. Vodafone kündigte jüngst den Bau des Seekabelsystems „Thetis Express“ in Griechenland an. Mit einer Kapazität von bis zu 180 Terabit pro Sekunde soll es die digitale Verbindung zwischen Europa und globalen Datenknotenpunkten stärken. Diese Projekte sind essenziell, um den wachsenden transkontinentalen Datenverkehr zu bewältigen.

Infrastruktur wird zum limitierenden Faktor für KI

Der Zeitpunkt der Netzinvestitionen ist kein Zufall. Je größer und komplexer KI-Modelle werden, desto mehr hängt ihre Leistungsfähigkeit von der zugrundeliegenden Infrastruktur ab. Die Inferenz-Phase, in der trainierte Modelle Antworten für Nutzer generieren, erfordert Verbindungen mit extrem geringer Latenz und hoher Bandbreite. Herkömmliche Netzarchitekturen stoßen hier an ihre Grenzen.

Die Initiative von GFiber antizipiert eine nahe Zukunft, in der lokale Verarbeitung und cloud-basierte KI-Dienste nahtlos zusammenarbeiten – und dafür massive Datenleitungen bis an den Netzrand benötigen. Die Grenzen zwischen Telekommunikations- und Recheninfrastruktur verschwimmen zusehends. Das Netzwerk selbst wird zur kritischen Komponente des verteilten Großrechners, den das moderne Internet darstellt.

Ausblick: Der Wettlauf hat gerade erst begonnen

Die Dynamik im Netzwerkausbau wird voraussichtlich weiter zunehmen. Noch 2026 will das Standardisierungsgremium 3GPP mit Studien für 6G-Core-Netze beginnen. Die Branche bereitet damit bereits die nächste Generation der Konvergenz von Mobilfunk und Festnetz vor.

Für Verbraucher in wettbewerbsintensiven Märkten dürften die Preiskämpfe um Multi-Gigabit-Anschlüsse weitergehen. Bei Unternehmen und Hyperscalern bleibt der Fokus auf dem Aufbau „KI-fähiger“ Backbones. Optische Netzwerktechnologien wandern dabei vom Nischen- zum Standardeinsatz in Rechenzentren weltweit. Der Wettlauf um die Infrastruktur für das KI-Zeitalter hat die Planungsphase verlassen und ist in der heißen Umsetzungsphase angekommen.

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