Gewerkschaftsbeiträge ab 2026 steuerlich absetzbar
22.01.2026 - 01:04:11Millionen Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland profitieren ab diesem Jahr von einer neuen Steuererleichterung. Eine Gesetzesänderung ermöglicht es, Mitgliedsbeiträge zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag abzusetzen. Das soll die Attraktivität der Mitgliedschaft erhöhen und das Engagement in Arbeitnehmervertretungen honorieren.
Was sich für Mitglieder konkret ändert
Bisher gingen die Beiträge für viele Beschäftigte in der Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro unter. Sie wirkten sich nur dann steuermindernd aus, wenn die Gesamtsumme aller beruflichen Ausgaben diesen Betrag überstieg. Für die meisten blieb der Effekt aus.
Ab dem Steuerjahr 2026 ist das anders: Gewerkschaftsbeiträge sind nun zusätzlich zur Pauschale abzugsfähig. Selbst wer sonst kaum Werbungskosten hat, kann seine Beiträge in voller Höhe von der Steuer absetzen. Die individuelle Ersparnis liegt schätzungsweise bei 25 bis 35 Prozent des Jahresbeitrags.
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So nutzen Sie den neuen Steuervorteil
Um zu profitieren, ist eine Einkommensteuererklärung für 2026 zwingend erforderlich. Die Neuregelung wird nicht automatisch im Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Experten raten daher auch jenen zur Abgabe einer Erklärung, für die es sich bisher nicht gelohnt hat.
Wichtig ist, die Jahresbescheinigung der Gewerkschaft als Nachweis für das Finanzamt aufzubewahren. Der Betrag wird in der Anlage N der Steuererklärung eingetragen. Die finanzielle Entlastung erfolgt erstmals bei der Bearbeitung der Erklärungen für 2026 im Laufe des Jahres 2027.
Politischer Hintergrund und wirtschaftliche Folgen
Die Neuregelung ist Teil des Steueränderungsgesetzes 2025 und eine politisch gewollte Maßnahme. Sie soll die Tarifbindung und die Rolle der Gewerkschaften stärken. Die damalige Regierungskoalition betonte, es handele sich um eine Anerkennung für das Engagement der Mitglieder.
Die Bundesregierung rechnet mit einer jährlichen Steuerentlastung von rund 160 Millionen Euro für alle Gewerkschaftsmitglieder. Verbände wie der DGB und die IG Metall begrüßen den Schritt als Erfolg für mehr Steuergerechtigkeit. Sie argumentieren, dass Mitglieder berufsbezogene Kosten tragen, die andere nicht haben.
Ein Baustein in einer größeren Debatte
Die verbesserte Absetzbarkeit ist nur ein Teil der Bemühungen, die Tarifbindung in Deutschland zu stärken. Gewerkschaften fordern weitere Schritte, etwa ein Bundestariftreuegesetz für öffentliche Aufträge oder ein digitales Zugangsrecht zu Betrieben.
Für Millionen Arbeitnehmer bedeutet die Änderung jedoch eine direkte finanzielle Verbesserung. Sie honoriert den Beitrag, den Mitglieder zur Aushandlung von Löhnen und Arbeitsbedingungen leisten – von denen oft ganze Branchen profitieren. Die Maßnahme stärkt nicht nur die Gewerkschaftskassen, sondern ist auch ein klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft.
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