GEW, Belastung

GEW warnt vor psychischer Belastung durch Ganztagsanspruch

05.01.2026 - 18:55:12

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht die Umsetzung des neuen Ganztagsrechts gefährdet und warnt vor einer massiven Zunahme der psychischen Belastung für Lehrkräfte.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft schlägt Alarm: Der neue Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung droht die psychische Gesundheit von Lehrkräften massiv zu belasten. Pünktlich zum Schulstart nach den Weihnachtsferien warnen Arbeitnehmervertreter vor einer Verschärfung der ohnehin angespannten Lage.

Ganztag steht „auf der Kippe“

Nur sieben Monate vor dem Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruchs für Grundschulkinder ab August 2026 sehen sich Schulen mit erheblichen Umsetzungsproblemen konfrontiert. In Rheinland-Pfalz warnte die GEW gemeinsam mit kommunalen Spitzenverbänden am vergangenen Wochenende, die Umsetzung stehe „auf der Kippe“.

Kathrin Gröning vom Leitungsteam der GEW Rheinland-Pfalz kritisiert das Fehlen eines landesweiten Konzepts. Es mangele an klarer Moderation für die Ausgestaltung des Betreuungsangebots. Diese Unsicherheit sei „Gift“ für die mentale Gesundheit des pädagogischen Personals.

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Die GEW spricht von einem „kunterbunten Blumenstrauß“ an Betreuungssystemen, der regional stark variiere und kein sauberes Monitoring zulasse. Schulleitungen und Lehrkräfte müssten oft als Puffer für administrative Versäumnisse herhalten.

System arbeitet schon jetzt am Limit

Die neuen Warnungen treffen auf ein bereits chronisch überlastetes System. Das Deutsche Schulbarometer 2025 zeigte Mitte letzten Jahres: Das psychische Wohlbefinden von Lehrkräften verharrt auf einem Tiefstand. Ein erheblicher Teil berichtete von Symptomen emotionaler Erschöpfung.

Experten sehen die Diskrepanz zwischen politischen Zielen und realer Personalausstattung als Haupttreiber für Burnout. Der Lehrkräftemangel macht Vertretungsstunden und Mehrarbeit zur Regel. Ab dem Schuljahr 2026/2027 befürchten Analysten eine weitere Verdichtung der Arbeitszeit – ohne entsprechende Entlastung.

Die Belastung resultiert nicht nur aus der Arbeitsmenge. Viele Pädagogen empfinden die politischen Vorgaben als realitätsfern, was zu Frustration und innerer Kündigung führen kann.

Was fordern die Gewerkschaften?

Verbände und Gesundheitsexperten drängen auf sofortige präventive Maßnahmen. Die Strukturen selbst müssten gesundheitsfördernd gestaltet werden, anstatt nur „resilientes Verhalten“ von den Lehrkräften zu verlangen.

Zu den zentralen Forderungen gehören:
* Verbindliche Gesundheitskonzepte für jede Schule, die über den klassischen Arbeitsschutz hinausgehen.
* Niederschwelligen Zugang zu professioneller Supervision und psychologischer Unterstützung.
* Zusätzliche Ressourcen für Schulleitungen bei der Ganztagskoordination, um ein Ausbrennen zu verhindern.

Ein Beispiel für den wachsenden Unterstützungsbedarf: Das Deutsche Schulportal bietet Mitte Januar eine Online-Veranstaltung zum Thema „Trauma-Arbeit mit Kindern“ an. Lehrkräfte übernehmen zunehmend psychologisch anspruchsvolle Aufgaben, für die sie im Studium oft kaum vorbereitet wurden.

Warum ist die Lage so angespannt?

Die aktuelle Zuspitzung ist das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung. Der Ganztagsanspruch ist gesellschaftspolitisch gewollt, wurde in den Augen der Kritiker aber nicht ausreichend mit Personal und Räumen unterfüttert.

Branchenbeobachter sehen die Situation in Rheinland-Pfalz als symptomatisch für das gesamte Bundesgebiet. Auch andere Länder kämpfen mit dem Fachkräftemangel. Ab August bedeutet das für Lehrkräfte konkret: mehr Koordinationsaufwand, längere Präsenzzeiten und intensivere Betreuungsarbeit.

Die jetzigen Warnrufe der GEW sind ein präventiver Versuch, die Politik noch vor dem Stichtag im August zum Handeln zu bewegen. Die entscheidenden Monate für die Umsetzung haben gerade begonnen.

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