GEW ruft bundesweiten Bildungsstreik aus
23.01.2026 - 01:31:12Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder droht zu eskalieren. Nach gescheiterten Verhandlungen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für den 29. Januar einen bundesweiten „Bildungsstreiktag“ ausgerufen. Zehntausende Beschäftigte in Volkshochschulen und Weiterbildungseinrichtungen werden zu Demonstrationen in Berlin, Hamburg und Köln erwartet.
Verhandlungen gescheitert – Druck soll erhöht werden
Die zweite Verhandlungsrunde für den Tarifvertrag der Länder (TV-L) endete am 16. Januar ergebnislos. Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), legte kein konkretes Angebot vor. Stattdessen gab es nur vage Ankündigungen über eine Erhöhung knapp über der prognostizierten Inflation. Für die Gewerkschaften ist das eine klare Verhandlungsverweigerung.
„Die Arbeitgeber erkennen die dramatische Finanzlage der Beschäftigten und den flächendeckenden Personalmangel nicht an“, kritisiert die GEW. Der Streik am kommenden Donnerstag soll deshalb massiven Druck vor der dritten Verhandlungsrunde am 11. und 12. Februar in Potsdam aufbauen.
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Forderungen: Sieben Prozent mehr und strukturelle Reformen
Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat. Auszubildende sollen 200 Euro zusätzlich erhalten und eine Übernahmegarantie bekommen.
Doch es geht um mehr als nur um Geld. Der Konflikt spiegelt einen langjährigen Kampf gegen prekäre Beschäftigung in der Weiterbildung wider. Viele Dozenten arbeiten mit befristeten Verträgen, in Teilzeit oder als Honorarkräfte ohne soziale Absicherung. Die Gewerkschaften fordern eine Angleichung der Gehälter an den Bundes-Tarifvertrag (TVöD). Aktuell verdienen Beschäftigte in der öffentlich geförderten Weiterbildung schätzungsweise 30 Prozent weniger als vergleichbare Kräfte im direkten öffentlichen Dienst.
Kernforderungen: Sicherheit und Anerkennung
- Moderne Entgeltgruppen: Eine transparente Gehaltsstruktur, die Berufserfahrung angemessen honoriert.
- Vollständige Arbeitszeiterfassung: Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten für Lehrkräfte.
- Ende der Prekarität: Deutliche Reduzierung von Befristungen und unfreiwilliger Teilzeit.
- Recht auf Weiterbildung: Garantierter Zugang zu Fort- und Weiterqualifizierung.
Streikwelle vor entscheidender Verhandlungsrunde
Der Bildungsstreik ist Teil einer koordinierten Streikwelle. Bereits am 22. Januar legten Verkehrsbetriebe in Niedersachsen die Arbeit nieder. Am 27. Januar folgt ein großer Warnstreik im Gesundheitsbereich, organisiert von ver.di, der 22 Universitätskliniken betreffen wird.
Die Gewerkschaften argumentieren, dass attraktive Löhne und sichere Jobs essenziell sind, um im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen zu können. Angesichts des akuten Personalmangels in vielen öffentlichen Bereichen sei die Haltung der Arbeitgeber nicht nachvollziehbar.
Alles hängt nun von der kommenden Verhandlungsrunde in Potsdam ab. Bleibt die TdL auch dort ohne substanzielles Angebot, drohen weitere und längerfristige Arbeitsniederlegungen mit spürbaren Auswirkungen auf den Bildungsbetrieb in ganz Deutschland.
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