GESTALT-Methode: Bewegungstraining schützt vor Demenz
05.02.2026 - 03:53:12Ein neues Bewegungsprogramm kombiniert Denksport mit körperlichem Training, um Demenzerkrankungen vorzubeugen. Die GESTALT-Methode richtet sich speziell an Menschen über 60 und nutzt wissenschaftliche Erkenntnisse zur Neuroplastizität.
Mehr als nur Sport: Das steckt dahinter
Entwickelt wurde das Programm an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Es zielt auf Personen ab 60 mit Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, bei denen aber noch keine Demenz diagnostiziert ist. Der Name leitet sich von der holistischen Gestalttherapie ab, die Körper und Geist als Einheit betrachtet.
Gehirn und Körper fordern: Das Dual-Task-Prinzip
Das Herzstück der Methode ist das Dual-Task-Training. Dabei lösen Teilnehmer gleichzeitig motorische und kognitive Aufgaben. Ein Beispiel: Auf einem Bein balancieren und dabei rückwärts zählen. Diese Doppelbelastung fordert das Gehirn intensiv und fördert nachweislich die Bildung neuer Nervenverbindungen. Dieser Prozess kann den altersbedingten kognitiven Abbau verlangsamen.
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Die vier Säulen des körperlichen Trainings
Das Programm setzt auf sichere, alltagsnahe Übungen. Sie basieren auf vier Bausteinen:
* Krafttraining: Wirkt dem Muskelabbau entgegen und schützt Nervenbahnen im Gehirn.
* Ausdauertraining: Verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
* Koordinationstraining: Schulte komplexe Bewegungsabläufe.
* Gleichgewichtstraining: Reduziert das Sturzrisiko und erhält die Mobilität.
Wissenschaft bestätigt den kombinierten Ansatz
Forschungsergebnisse belegen, dass kombinierte Trainings wirksamer sind als reine Bewegung oder reines Gehirnjoggin. Studien wie die SYNERGIC-Studie zeigen signifikante Verbesserungen der geistigen Fähigkeiten durch solche Ansätze. In einer alternden Gesellschaft bieten präventive Methoden wie GESTALT ein effektives Mittel, um die Gesundheitssysteme zu entlasten.
Vom Modellprojekt zum flächendeckenden Angebot
Das Projekt startete bereits 2010 und wird in der Region Erlangen erfolgreich von kommunalen Trägern umgesetzt. Das Potenzial für eine breite Anwendung ist groß. Denkbar ist die Integration in Volkshochschulen, Sportvereine oder Senioreneinrichtungen. Zukünftige Schritte könnten digitale Formate sein, um auch Menschen in ländlichen Regionen zu erreichen.


