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Gen Z zwischen Slow Joy und Gehalts-Zwang

30.11.2025 - 14:39:12

Die Generation Z vollzieht eine radikale Kehrtwende. Während sie auf TikTok „Slow Joy” predigt und Meditation als Resilienz-Tool feiert, drängt sie aus purer Existenzangst in genau jene Führungsjobs, die sie noch vor Monaten kategorisch ablehnte. Ein Widerspruch? Oder die logische Folge einer Arbeitswelt, die junge Menschen zwischen Burnout und Kontostand zerreibt?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 34 Prozent der 18- bis 24-Jährigen nennen das Gehalt als wichtigstes Jobkriterium – Flexibilität landet abgeschlagen bei 11 Prozent. Der Traum vom stressfreien Job ohne Führungsverantwortung? Geschichte. Willkommen in der wirtschaftlichen Realität des Spätherbsts 2025.

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Der Begriff „Slow Joy” erobert gerade die Pausenräume und Instagram-Feeds. Das Career Ahead Magazine identifiziert den Trend als Gegenbewegung zur digitalen Dauerbeschallung. Statt schneller Dopamin-Kicks durch Likes und Impulskäufe setzt die Gen Z auf bewusste Entschleunigung:

  • Journaling statt Doomscrolling
  • Meditation statt Multitasking
  • Naturerlebnisse statt virtueller Welten

„Die Generation Z sucht nicht mehr nur Balance, sie sucht Erdung”, bringen es Experten auf den Punkt. Doch diese Suche nach innerer Ruhe kollidiert brutal mit einer andere Entwicklung: dem massiven finanziellen Druck, der Ende 2025 seinen Höhepunkt erreicht.

Das Ende des „Conscious Unbossing”

Erinnern Sie sich noch an „Conscious Unbossing”? Der Trend, bei dem junge Talente Führungspositionen im mittleren Management kollektiv ablehnten, um Stress zu vermeiden? Totgesagt. Die wirtschaftliche Realität hat den Idealismus verdrängt.

Aktuelle Analysen von Glassdoor zeigen: Die Gen Z drängt doch in Managementrollen – nicht aus Prestige, sondern aus finanzieller Notwendigkeit. Die Factorial HR-Studie 2025 bestätigt den Wandel mit harten Fakten. Gehalt schlägt Work-Life-Balance. Der stressfreie Job ohne Führungsverantwortung bleibt ein unerfüllbarer Traum in einer teurer gewordenen Welt.

Psychische Gesundheit am Limit

Diese erzwungene Rückkehr in stressige Rollen fordert ihren Tribut. Die Zahlen von Harmony Healthcare IT sind alarmierend:

  • 46 Prozent der Gen Z haben eine diagnostizierte psychische Erkrankung
  • Angststörungen und Depressionen führen die Liste an
  • Über ein Drittel nutzt verschreibungspflichtige Medikamente zur Alltagsbewältigung

Besonders brisant: der „Feiertags-Finanzstress”. The HR Digest warnt Arbeitgeber vor der kommenden Belastungswelle im Dezember. Jahresendgeschäft trifft auf persönlichen finanziellen Druck durch die Feiertage – eine toxische Kombination, die gerade die jüngste Arbeitnehmergruppe hart trifft.

Ein Generationen-Paradoxon

Die Gen Z ist gleichzeitig die therapieerfahrenste und achtsamste Generation – und jene, die sich aus ökonomischem Zwang in Arbeitsstrukturen begibt, die sie eigentlich ablehnt. Anders als die Millennials, die stillschweigend ausbrannten, artikuliert sie ihren Schmerz lautstark.

„Quiet Quitting” hat sich 2025 weiterentwickelt. Es ist kein stiller Rückzug mehr, sondern eine bewusste Strategie: Man nimmt den stressigen Management-Job an, nutzt aber Techniken wie „Slow Joy” als Schutzschild. Eine gefährliche Gratwanderung.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Die Rückkehr der Gen Z in Führungsrollen ist fragil. Entspannt sich die wirtschaftliche Lage, droht eine erneute „Unbossing”-Welle – sofern sich nichts ändert. Drei Hebel sind entscheidend:

Mental Health als Strategie: Der Zugang zu Therapie und Stressprävention muss so selbstverständlich werden wie das Diensthandy. Obstkörbe reichen nicht mehr.

Führung neu definieren: Die „Sandwich-Position” des mittleren Managements braucht dringend Entlastung. Administrative Überlastung muss echter Führungsgestaltung weichen.

Finanzielle Empathie: Faire Vergütungsmodelle und Benefits, die echte Entlastung bringen – Mobilitätszuschüsse, Inflationsausgleich, nicht nur symbolische Gesten.

Bleibt die Frage: Reichen raffinierte Bewältigungsmechanismen wie „Slow Joy” aus, um die Generation Z gesund durch 2026 zu bringen? Oder kollabiert das System unter dem Druck eines Paradoxons, das sich nicht auflösen lässt?

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