Gen Z am Limit: Deutschlands Führungsetagen versagen bei Gesundheit und Vielfalt
27.11.2025 - 20:59:12Berlin – Stress, Erschöpfung, Selbstzweifel: Fast jeder zweite junge Beschäftigte in Deutschland kämpft mit massiven psychischen Belastungen. Gleichzeitig stagniert die Diversität in den Vorstandsetagen – und die digitalen Gesundheitstools, die eigentlich Entlastung bringen sollten, drohen zum bürokratischen Albtraum zu werden. Eine dreifache Krise, die Personalverantwortliche zum Handeln zwingt.
Die heute veröffentlichte Studie „Mental Health of Young People 2025″ des Jugendforschers Simon Schnetzer zeichnet ein alarmierendes Bild: 49 Prozent der Generation Z nennen Stress als dominierendes Problem, 34 Prozent fühlen sich erschöpft, 32 Prozent plagen Selbstzweifel. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur ein soziales, sondern ein handfestes operatives Risiko.
„Die psychische Belastung ist keine Randerscheinung mehr, sondern eine zentrale Führungsaufgabe”, erklärt Schnetzer. Die versprochene „digitale Nähe” durch Remote-Tools habe den Verlust echter Verbindung nicht kompensieren können – im Gegenteil: Der „Mental Load” bei jungen Fachkräften wächst.
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Während die Belegschaft bessere Gesundheitsunterstützung fordert, kämpft die digitale Infrastruktur mit massiven Problemen. Erst am 24. November warnte eine Ärzte-Koalition samt Hartmannbund vor der elektronischen Patientenakte (ePA 3.0) – und sprach dabei Klartext: Das System drohe zum „Datenfriedhof” zu verkommen.
Trotz des groß angekündigten „ePA für alle”-Rollouts fehlt es an Datenharmonisierung und Nutzerfreundlichkeit. Für betriebliche Gesundheitsmanager, die auf digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und die ePA setzen, ist das ein Schlag ins Kontor. Die Vision eines nahtlosen, digitalen Betriebsgesundheitssystems bleibt vorerst blockiert – Führungskräfte müssen die Kluft zwischen digitalen Versprechen und analoger Realität überbrücken.
Krisenstarre in der Chefetage: Frauenanteil verharrt bei 19,7 Prozent
Die wohl beunruhigendste Entwicklung betrifft die Führungskultur selbst. Die AllBright-Stiftung meldete Anfang November in ihrem Report „Krisenlähmung” einen Stillstand: Der Frauenanteil in den Vorständen der 160 DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen verharrt bei 19,7 Prozent – exakt auf Vorjahresniveau.
„In Krisenzeiten fallen Aufsichtsräte in alte Muster zurück”, konstatiert die Stiftung. 80 Prozent der Neubesetzungen im vergangenen Jahr gingen an Männer. Ausgerechnet jetzt, wo diverse Perspektiven dringend gebraucht würden, um digitale Transformation und Mitarbeitergesundheit zu bewältigen, herrscht Rückwärtsgang.
Deutschland verliert den Anschluss: Während Großbritannien und die USA ihre Führungsetagen diversifizieren, bleiben deutsche Boardrooms homogen. Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit – es ist ein Geschäftsrisiko. Studien belegen: Gemischte Führungsteams bewältigen kulturelle und gesundheitliche Krisen nachweislich besser.
Die neue Führungsformel: Digital, gesund, divers
Die Überschneidung dieser drei Krisen schafft eine klare Handlungsanweisung für Führungskräfte Ende 2025.
Digitale Führung ist gesunde Führung: Die ias-Gruppe und das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ) machen deutlich: Gesundheitsorientierte Führung ist keine Aufgabe für die Personalabteilung mehr, sondern Kernkompetenz jeder Führungskraft. Manager müssen Gesundheit in ihren digitalen Führungsstil integrieren.
Homogenität durchbrechen: Die Stagnation bei weiblichen Führungskräften offenbart eine Risikoaversion, die nach hinten losgehen könnte. Personalverantwortliche müssen die „Krisenstarre” aktiv bekämpfen und diverse Besetzungen vorantreiben – denn altbekannte Führungsstile werden digitalen Burnout nicht lösen.
Pragmatischer Digitalisierungsansatz: Statt auf die perfektionierte ePA zu warten, sollten Unternehmen auf interne, kontrollierbare Lösungen setzen – flexible Arbeitsmodelle, betriebliche Resilienztrainings, echte digitale Nähe statt Überwachungstools.
Ausblick: 2026 wird zum Stresstest
Der Druck auf deutsche Unternehmen, ihre Führungs-DNA zu modernisieren, wird 2026 weiter steigen. Die „Abwarten-und-Tee-trinken”-Haltung bei Diversität und digitaler Gesundheit erweist sich als kostspielig. Personalverantwortliche sollten sich auf verschärfte Prüfungen ihrer Vorstands-Zusammensetzung und Gesundheitskennzahlen in den kommenden Hauptversammlungen einstellen. Investoren wie Mitarbeitende fordern eine Führungskultur, die so resilient und vielfältig ist wie die Märkte, die sie bedient.
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