Gemini, Chat-Historie

Gemini will Chat-Historie von ChatGPT & Co. importieren

02.02.2026 - 15:32:11

Google plant eine Funktion zum Import von Chat-Verläufen von Konkurrenz-KIs wie ChatGPT, um Nutzer zu gewinnen. Die Daten sollen auch für Modelltraining genutzt werden.

Google will mit einem neuen Import-Tool die Wechselbarrieren zu seinem KI-Assistenten Gemini einreißen. Nutzer könnten bald ihre gesamten Chat-Verläufe von Konkurrenzplattformen wie ChatGPT übertragen – ein strategischer Schachzug im Kampf um die Vorherrschaft im KI-Markt.

KI-Gespräche endlich portabel

Derzeit sind Nutzer oft an ihre erste KI-Wahl gefesselt. Wer monatelang mit ChatGPT codet, forscht oder Texte verfeinert, kann diese wertvollen Konversationen nicht einfach mitnehmen. Manuelles Kopieren ist umständlich. Genau hier setzt Googles geplante Funktion „KI-Chats importieren“ an. Sie soll es ermöglichen, exportierte Gesprächsdateien direkt in Gemini hochzuladen.

Für Profis, die auf lange, komplexe KI-Dialoge angewiesen sind, wäre das ein Quantensprung. Projekte und Gedankengänge ließen sich nahtlos in der neuen Umgebung fortsetzen. Google positioniert Gemini so nicht nur als isolierten Dienst, sondern als offene, flexible Arbeitsplattform.

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Google plant offenbar, importierte Chats künftig auch zum Training von Modellen zu verwenden — das wirft sofort Fragen zur gesetzlichen Einordnung und zu Dokumentationspflichten auf. Der kostenlose Umsetzungs‑Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt praxisnah, welche Pflichten Anbieter und Nutzer jetzt kennen müssen: Risikoklassen, Kennzeichnungspflichten und notwendige Dokumentation. Ideal für Entscheider und Entwickler, die rechtssicher planen wollen. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

So soll der Import funktionieren

Laut ersten Entwicklungshinweisen wird die Option im Anhang-Menü von Gemini erscheinen. Nutzer werden geführt, ihre von einer Konkurrenzplattform heruntergeladene Historie hochzuladen. Die importierten Chats lassen sich dann wie native Unterhaltungen weiterführen und bearbeiten.

Ein wichtiger Hinweis: Die importierten sowie alle folgenden Gespräche landen in der Gemini-Aktivität. Laut Hinweisen in der Testversion wird diese Daten auch zum Training der Google-KI-Modelle genutzt – ein Faktor, den Nutzer aus Datenschutzsicht bedenken müssen.

Teil einer größeren Offensive

Das Import-Tool ist nur ein Puzzleteil in Googles Ambitionen für Gemini. Parallel arbeitet der Konzern offenbar an verbesserten Bildgenerierungs-Fähigkeiten. Künftig sollen KI-Bilder in höheren Auflösungen wie 2K und 4K herunterladbar sein, was für Druck und Design wertvoll wäre.

Eine weitere Testfunktion namens „Likeness“ deutet auf eine „Video-Verifikations“-Seite hin. Dies könnte ein Werkzeug zur Authentifizierung von Videoinhalten sein – eine Reaktion auf die wachsende Sorge vor KI-generierten Fälschungen.

Schub für ein offenes KI-Ökosystem?

Googles Schritt spiegelt eine breitere Industriedebatte wider: Je tiefer KI-Tools in Beruf und Alltag eindringen, desto kritischer wird die freie Datenportabilität. Dieser Zug könnte Wettbewerbsdruck auf andere Anbieter ausüben, ähnliche Export-/Import-Funktionen anzubieten.

Analysten sehen darin eine kalkulierte Wette: Senkt Google die Wechselkosten, setzt es darauf, dass Gemini mit seinen reinen Fähigkeiten überzeugt – sobald die Hürde des Datenverlusts fällt. Die Krux wird sein, ob Rivalen wie OpenAI den Export im benötigten Format überhaupt einfach ermöglichen. Bisher ist das kein Standard.

Wann kommt die Funktion?

Ein offizielles Release-Datum gibt es nicht. Die „Import“-Funktion wurde nur in begrenzten Testumgebungen gesichtet und ist für die breite Nutzerschaft noch nicht verfügbar. Klar ist: Sollte das Tool erfolgreich starten, könnte es die Spielregeln verändern. Nutzer gewinnen die Kontrolle über ihre Daten zurück, und der Wettbewerb verlagert sich stärker auf die Qualität der Technologie – und weg von der Trägheit gefangener Nutzerstämme.

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