Gefängnis-Betrüger, US-Jury-Pflicht

Gefängnis-Betrüger kapern US-Jury-Pflicht für Krypto-Scams

25.01.2026 - 09:22:12

Organisierte Betrüger in US-Haftanstalten nutzen geschmuggelte Handys, um mit gefälschten Haftbefehlen zu drohen und Zahlungen über Bitcoin-Automaten zu fordern.

Organisierte Banden in US-Haftanstalten nutzen geschmuggelte Handys, um Bürger mit gefälschten Vorladungen zu erpressen – jetzt fordern sie Bitcoin an „Behörden-Kiosken“.

Eine neue Welle besonders dreister Betrugsanrufe erschüttert die USA. Hinter den angeblichen „Behörden“ stehen oft Häftlinge, die von Gefängniszellen aus operieren. Ihr neuestes Werkzeug: die gezielte Täuschung über sogenannte „Government Kiosks“ – in Wirklichkeit Bitcoin-Automaten.

Hinter Gittern: Das organisierte Callcenter im Gefängnis

Die Dimension der Betrugsringe wurde am vergangenen Wochenende deutlich. Ein aktueller Bericht von Scamicide beleuchtet die Verurteilung von Joey Amour Jackson und Lance Riddle. Die Männer steuerten von der Calhoun State Prison in Georgia aus ein landesweites Betrugsnetzwerk – mit geschmuggeltem Handy.

Ihr Drehbuch ist perfide: Sie geben sich als Polizeibeamte aus und behaupten, wegen nicht erschienener Jury-Pflicht liege ein Haftbefehl vor. Ein zentrales Druckmittel ist der angebliche „Gag Order“ (Redeverbot). Die Opfer werden angewiesen, mit niemandem – nicht einmal Anwälten oder Familie – über den angeblichen „vertraulichen“ Haftbefehl zu sprechen, bis eine Kaution gezahlt sei. Diese Isolierungstaktik verhindert, dass das Opfer die Forderungen überprüfen kann.

Die Banden arbeiten mit professionellen Gesprächsskripten. Die Erkenntnis, dass solche komplexen Betrugsringe aus Justizvollzugsanstalten operieren, verschärft die Forderungen nach besserer Kontrolle von Schmuggelware in Gefängnissen.

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„David Jenkins“ ruft an: Lokalisierter Angriff in Michigan

Während die Gefängnis-Bande landesweit agiert, melden einzelne Regionen konzentrierte Attacken. Das Sheriff’s Office im Ottawa County, Michigan, warnte am 21. Januar vor einer Häufung betrügerischer Anrufe. Die Anrufer geben sich dort als Deputy „David Jenkins“ aus.

Das Muster ist ähnlich, die Zahlungsmethoden haben sich weiterentwickelt. Statt nur auf Geschenkkarten zu pochen, fordern die Betrüger zunehmend elektronische Überweisungen oder Kryptowährungen. Oft bleiben sie in der Leitung und lotsen das verängstigte Opfer zu einem physischen Ort, um die Transaktion durchzuführen. Die echte Behörde betont: Keine seriöse Strafverfolgungsbehörde verlangt jemals Zahlungen am Telefon, um einen Haftbefehl zu löschen.

„Behörden-Kiosk“ & gefälschte Rufnummern: Die Täuschung wird perfekt

Die Technik der Betrüger wird immer ausgeklügelter. Zum Einsatz kommt „Neighborhood Spoofing“: Die Scammer fälschen ihre Rufnummer und lassen stattdessen die echte Nummer des örtlichen Gerichts oder der Sheriff-Station auf der Anzeige erscheinen. Das verleiht dem Anruf einen täuschend echten Anstrich.

Eine weitere Warnung der Delaware Judiciary enthüllte den Trick mit dem „Government Kiosk“. Die Opfer werden zu einem angeblichen behördlichen Zahlungsterminal geschickt. In Wahrheit handelt es sich um handelsübliche Bitcoin-Automaten. Sobald das Bargeld eingezahlt und in Krypto umgewandelt ist, ist es in der digitalen Wallet der Kriminellen verschwunden – eine Rückholung ist praktisch unmöglich.

Der Wechsel zu Kryptowährungen ist eine strategische Anpassung. Im Gegensatz zu manchmal sperrbaren Geschenkkarten oder rückverfolgbaren Banküberweisungen bieten Krypto-Transaktionen den Tätern mehr Anonymität und sind irreversibel. Der Begriff „Behörden-Kiosk“ soll die Hemmschwelle senken und den Bitcoin-Automaten wie eine normale bürokratische Prozedur erscheinen lassen.

Psychologie des Betrugs: Angst, Autorität und Isolation

Der Erfolg dieser Scams basiert auf einem Mix aus Angst und Autorität. Oft verfügen die Anrufer über persönliche Daten der Opfer – vermutlich aus öffentlich gewordenen Datenlecks. Indem sie diese Details und echte Namen von Richtern oder Sheriffs nennen, erzeugen sie eine „Gültigkeits-Schleife“, die den Zweifel des Opfers überwältigt.

Die „Gag Order“-Taktik stellt eine gefährliche Eskalation dar. Indem sie mit zusätzlichen juristischen Konsequenzen drohen, falls das Opfer mit jemandem spricht, zerstören die Betrüger dessen Unterstützungsnetzwerk. Diese Isolation ist entscheidend für den Erfolg, denn ein einziges Gespräch mit einer dritten Person würde den Schwindel meist aufdecken.

Wie kann man sich schützen? Die klaren Regeln der Behörden

Strafverfolgungsbehörden in den gesamten USA geben eine einheitliche Handlungsempfehlung:

  • Auflegen! Gerichte fordern niemals per Telefon Zahlungen für versäumte Jury-Pflicht. Alle offiziellen Mitteilungen hierzu erfolgen per Post.
  • Überprüfen! Wenn ein Anrufer behauptet, ein bestimmter Beamter (wie „David Jenkins“) zu sein, legen Sie auf und rufen Sie die offizielle Nicht-Notrufnummer der Behörde an, um dies zu verifizieren.
  • Zahlungs-Alarmzeichen! Jede Aufforderung zur Zahlung via Geschenkkarte, Kryptowährung (Bitcoin) oder Payment-Apps (CashApp, Venmo) ist ein sicheres Zeichen für Betrug.
  • Schweigen ist kein Schutz! Legitime Haftbefehle sind nicht „geheim“, und Gerichtsmitarbeiter verhängen keine Redeverbote per Telefon wegen versäumter Termine.

Die Fälle „David Jenkins“ und die Gefängnis-Operationen zeigen: Die Betrüger sind unerbittlich in der Verfeinerung ihrer Methoden. Kontinuierliche Aufklärung und gesunde Skepsis bleiben die wirksamste Verteidigung.

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