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Geelys autonomes Fahren: KI mit „gesundem Menschenverstand“ für die Straße

11.01.2026 - 13:39:12

Geely stellt auf der CES 2026 eine autonome Fahrarchitektur vor, die mit menschlicher Intuition und einem massiven Datenvorsprung die Branche herausfordert. Unterstützung kommt aus Deutschland.

Las Vegas – Der chinesische Autoriese Geely hat auf der Technikmesse CES einen fundamental neuen Ansatz für autonomes Fahren präsentiert. Das Geely Afari Smart Driving (G-ASD) System verlässt sich nicht auf starre Regeln, sondern auf ein lernendes KI-Modell, das „sozialen gesunden Menschenverstand“ für die Straße entwickeln soll. Mit strategischen Investoren wie Mercedes-Benz und Hunderttausenden Fahrzeugen auf der Straße könnte Geely damit zum gefährlichsten Konkurrenten für Tesla und Waymo werden.

Herzstück des Systems ist das World Action Model (WAM), eine End-to-End-KI-Architektur, die Geely als „Gehirn“ bezeichnet. Statt jede Situation vorprogrammieren zu müssen, versteht und interpretiert das Modell seine Umgebung. Es soll komplexe Interaktionen wie das Einfädeln in dichten Verkehr oder das Reagieren auf aggressive Fahrer mit der Flexibilität eines Menschen meistern – ohne das typische roboterhafte Zögern.

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„Das System besitzt Selbstreflexion und kann sich evolutionär weiterentwickeln“, erklärte das Unternehmen. Unterstützt wird es durch die „Full-Domain AI 2.0“-Architektur, die Cockpit, Fahrwerk und Antriebstrang in einem intelligenten Ökosystem vereint. So kann G-ASD Fahrmanöver nicht nur sicher, sondern auch komfortabel für die Insassen ausführen.

Rechenpower aus dem Silicon Valley, Geld aus Stuttgart

Die Hardware-Basis ist gewaltig: Der Nvidia Drive Thor Prozessor schafft bis zu 1.400 Billionen Operationen pro Sekunde. 31 Sensoren, darunter LiDAR, Kameras und Radar, liefern die Daten. Entwickelt wird die Software von Afari Technology, einer Tochtergesellschaft von Geely.

Deren Bedeutung wurde erst diese Woche unterstrichen: Mercedes-Benz hat sich mit rund 192 Millionen Euro eine 3%-Beteiligung an Afari gesichert. Diese strategische Investition eines deutschen Premium-Herstellers unterstreicht das globale Vertrauen in Geelys Technologie-Stack. Analysten sehen darin einen Trend: Etablierte Autobauer investieren direkt in agile Tech-Firmen, um den Anschluss bei der Software nicht zu verpassen.

Bereits 300.000 Daten-Sammler auf der Straße

Anders als viele CES-Konzepte ist G-ASD bereits Realität. Das System ist in 16 Modellen der Marken Zeekr und Lynk & Co verbaut. Über 300.000 Fahrzeuge sammeln bereits Daten, um die KI-Modelle zu verfeinern. Eine herausstechende Funktion ist das „Door-to-Door“-Autonome Einparken, bei dem das Auto mehrstöckige Parkhäuser komplett ohne Fahrer bewältigen soll.

Die Roadmap ist ambitioniert: Noch in diesem Jahr sollen Level-3-Autonomie auf Autobahnen und kommerzielle Robotaxi-Dienste (Level 4) in ausgewiesenen Stadtzonen folgen. Geely bringt damit einen entscheidenden Vorteil mit: Eine riesige, privat genutzte Flotte, die kontinuierlich Lerndaten generiert – ein Vorsprung, den außer Tesla kaum ein Wettbewerber hat.

Globale Ambitionen: Der Weg in den Westen

Geely nutzte die CES auch, um globale Expansionspläne anzudeuten. Die Marken Zeekr und Lynk & Co könnten innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre auf dem US-Markt eingeführt werden. Zölle und regulatorische Hürden bleiben zwar eine Herausforderung, doch die technologische Reife von G-ASD soll das entscheidende Verkaufsargument werden.

Die Botschaft aus Las Vegas ist klar: Das Rennen um das autonome Auto ist in eine neue Phase eingetreten. Es geht nicht mehr nur um die besten Sensoren, sondern um die lernfähigsten KI-Modelle. Mit G-ASD und der Unterstützung aus Stuttgart positioniert sich Geely entschlossen an der Spitze dieses Wandels.

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