Gastronomie: Erstmals mehr Karten- als Bargeldzahlungen
12.01.2026 - 12:23:12Deutschlands Restaurants und Cafés kassieren erstmals mehr digital als mit Bargeld – ein historischer Wendepunkt für die traditionsreiche Branche. Neue Branchendaten belegen einen endgültigen Wandel im Zahlungsverhalten der Gäste.
Historische Wende in deutschen Restaurants
Laut einem aktuellen Sektorbericht generieren Kartenzahlungen inzwischen 46 Prozent des Gesamtumsatzes in der Gastronomie. Bargeld liegt nur noch bei 44 Prozent – ein Rückgang um zwölf Prozentpunkte. Damit ist eine der letzten Bastionen des Bargelds in der deutschen Wirtschaft gefallen.
Getrieben wird dieser Trend von kontaktloser Technologie und dem Wunsch nach „Tap-and-go“-Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch. Die Bequemlichkeit digitaler Geldbörsen und die Normalisierung des bargeldlosen Trinkgelds haben entscheidend dazu beigetragen. Was einst in vielen traditionellen Gasthäusern eine reine „Nur-Bargeld“-Kultur war, ist heute ein digital-first-Umfeld.
Die Politik koppelt die Beibehaltung des ermäßigten 7‑Prozent‑Mehrwertsteuersatzes zunehmend an die Modernisierung der Zahlungssysteme – das kann unmittelbare Folgen für Ihre Kasse und Liquidität haben. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnah, was Gastronomen jetzt bei Umsatzsteuer, Voranmeldungen und der Umstellung auf digitale Zahlungslösungen beachten müssen, inklusive konkreter Handlungstipps zur Vermeidung teurer Fehler. Jetzt kostenlosen Umsatzsteuer‑Guide für Gastronomen sichern
Girocard führt, aber Kosten sind ein Problem
Die Landschaft der Zahlungsmittel wird jedoch immer unübersichtlicher. Die heimische Girocard ist mit einem Anteil von 22 Prozent am Umsatz zwar die beliebteste bargeldlose Methode. Internationale Kreditkarten (13 %) und Debitkarten (11 %) holen aber auf.
Diese Vielfalt wird für Gastronomen zum Kostenfaktor. Eine Studie des ibi research Instituts zeigt gravierende Unterschiede: Während eine Girocard-Transaktion die Betriebe nur etwa 0,60 Prozent des Umsatzes kostet, liegen die Gebühren für internationale Debitkarten bei 1,24 Prozent. Kreditkarten überschreiten oft 1,49 Prozent.
Viele Betriebe zahlen jedoch Pauschalgebühren, die die günstigeren Konditionen der Girocard nicht ausnutzen. In einer Branche mit ohnehin schmalen Margen kann das existenzbedrohend sein. Verbände raten dringend zur Überprüfung der Zahlungsabwicklungsverträge.
Politik drängt auf Digitalisierung
Der Abschied vom Bargeld wird auch politisch forciert. Im Bundesrat wird die Beibehaltung des ermäßigten 7-Prozent-Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie zunehmend an die Modernisierung der Zahlungssysteme geknüpft.
Bundesländer wie Niedersachsen und Hamburg haben Vorschläge eingebracht, die mindestens eine digitale Zahlungsmethode zur Pflicht machen sollen. Hintergrund sind mehr Transparenz zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und die Angleichung an europäische Standards.
Nach jahrelanger Debatte um die Registrierkassenpflicht zeichnet sich ein neuer politischer Kompromiss ab: Eine gesetzliche Verpflichtung zur Bargeldlos-Zahlung könnte schon 2026 kommen. Für die Politik ist das ein fairer Gegenwert für die steuerliche Entlastung der Branche.
Was bedeutet die Bargeld-Wende für Gäste und Wirte?
Marktbeobachter sagen eine weitere Beschleunigung des Trends für 2026 voraus. Die 50-Prozent-Marke ist durchbrochen, der „Netzwerkeffekt“ wird zunehmen. Restaurants, die weiterhin nur Bargeld akzeptieren, riskieren, einen wachsenden Kundenstamm zu verlieren, der kein physisches Geld mehr bei sich trägt.
Die Debatte verschiebt sich nun vom Ob zum Wie. Im Fokus stehen Infrastruktur und Kostenmanagement. Der Markt wird mit neuen Fintech-Lösungen reagieren, die speziell auf die Gastronomie zugeschnitten sind und wettbewerbsfähige Gebühren sowie integrierte Trinkgeld-Funktionen bieten.
Für Gäste heißt das: Der Gang zum Geldautomaten vor dem Restaurantbesuch gehört der Vergangenheit an. Für Gastronomen beginnt die Herausforderung, ihre digitale Zahlungsstrategie so zu optimieren, dass die Margen in der bargeldlosen Zukunft gesichert bleiben.
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