Gartner-Prognose, KI-Ausgaben

Gartner-Prognose: KI-Ausgaben erreichen 2026 Rekordwert von 2,5 Billionen Euro

15.01.2026 - 23:52:12

Die globalen Investitionen in Künstliche Intelligenz sollen 2026 um 44 Prozent steigen. Der Markt tritt in eine pragmatische Phase ein, in der messbare Ergebnisse und Infrastruktur im Vordergrund stehen.

KI-Investitionen explodieren weltweit – doch die Euphorie weicht Pragmatismus. Das prognostiziert der Marktforscher Gartner für 2026 und sieht die Branche in einer entscheidenden Übergangsphase.

Die Analysten erwarten, dass die globalen Ausgaben für Künstliche Intelligenz im kommenden Jahr auf 2,52 Billionen Euro steigen werden. Das entspricht einem gewaltigen Jahresplus von 44 Prozent. Hinter den Zahlen verbirgt sich ein fundamentaler Wandel: Unternehmen verlassen die Experimentierphase und setzen zunehmend auf praxistaugliche Lösungen mit klarem Geschäftswert. Getragen wird dieser Boom von einem beispiellosen Infrastrukturausbau.

Infrastruktur als Fundament des KI-Booms

Das gewaltige Wachstum wird maßgeblich durch Investitionen in die Grundlagen getrieben. Allein für KI-Infrastruktur werden 2026 voraussichtlich 1,36 Billionen Euro ausgegeben. Technologieanbieter stecken dabei geschätzt 401 Milliarden Euro in den Ausbau ihrer KI-Kapazitäten.

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Ein Schlüsselsegment sind KI-optimierte Server. Die Ausgaben hierfür sollen um 49 Prozent steigen und 17 Prozent aller KI-Investitionen ausmachen. „Das zeigt einen strategischen Schwenk“, analysieren Branchenbeobachter. „Es geht nicht mehr um kurzfristige Pilotprojekte, sondern um langfristige Kapazitäten für den durchgängigen Unternehmenseinsatz.“ Diese Rechenleistung ist essenziell für anspruchsvolle KI-Modelle – von Predictive Maintenance in Fabriken bis zu komplexen Finanzanalysen.

Vom Hype zur messbaren Wertschöpfung

Trotz der Rekordsummen wird der Markt erwachsener. Gartner ordnet KI für 2026 sogar in das „Tal der Enttäuschungen“ ein – eine Phase, in der der anfängliche Hype abklingt und der Fokus auf bewährte Anwendungen liegt.

Unternehmen priorisieren zunehmend nachweisbare Ergebnisse und eine klare Rendite. Erfahrene Technologieanwender gehen voran. In der Folge werden KI-Lösungen seltener als riskante „Moonshot“-Projekte verkauft. Stattdessen integrieren etablierte Softwareanbieter sie als Features in ihre bestehenden Produkte. Das senkt das Risiko und nutzt bekannte Vertriebswege. Die bessere Datenverfügbarkeit und Fortschritte bei Cloud Computing treiben diese Entwicklung zusätzlich.

Software und Services als Wachstumstreiber

Neben der Infrastruktur wachsen auch andere Segmente rasant:
* KI-Dienstleistungen (Implementierung, Betrieb): 588,6 Milliarden Euro
* KI-Software: 452,5 Milliarden Euro

Innerhalb der Software investieren Unternehmen kräftig in Plattformen für Data Science, Maschinelles Lernen und Modellentwicklung. Mit der zunehmenden Integration in Geschäftsprozesse rückt auch die Sicherheit in den Fokus. Der Markt für KI-Cybersecurity soll 2026 auf 51,3 Milliarden Euro anwachsen – ein klares Signal für den Bedarf an Schutz vor neuen, dynamischen Bedrohungen.

Wettbewerbsvorteil treibt Investitionen

Der Investitionsschub speist sich aus dem Druck, wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen aller Branchen setzen KI für die Automatisierung von Routinetasks, tiefere Dateneinblicke und bessere Kundenerlebnisse ein. Effizienz und Innovation werden so zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal.

Marktbeobachter rechnen mit einer Konsolidierung. Da klare Renditen gefordert werden, fließt das Kapital vermehrt zu einer kleineren Gruppe etablierter Anbieter mit nachweisbarem Mehrwert. Die Phase der breiten Experimente geht zu Ende, strategische Skalierung unter strengen finanziellen Kriterien beginnt.

Ausblick: Autonome Systems und Sicherheit im Fokus

Gartner erwartet, dass die KI-Ausgaben über 2026 hinaus weiter steigen und 2027 die Marke von 3,3 Billionen Euro überschreiten werden. Die nächste Evolutionsstufe könnten autonome, „agentische“ KI-Systeme sein, die als digitale Concierges hyper-personalisierte Erlebnisse schaffen.

Diese Entwicklung macht das Thema KI-Vertrauen, Risiko und Sicherheit (AI TRiSM) noch dringlicher. Traditionelle Sicherheitskontrollen reichen für dynamisch agierende KI-Agenten nicht mehr aus. Der Aufbau verlässlicher Governance-Strukturen und einer qualifizierten Belegschaft wird damit genauso wichtig wie die finanziellen Investitionen selbst. Der Boom ist da – jetzt kommt es auf die nachhaltige Wertschöpfung an.

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