Gabelstapler-Sicherheit 2026: Neue Risiken durch Aufsätze und Cannabis
01.02.2026 - 14:12:11
Die jährliche Sicherheitsunterweisung in der Logistik steht 2026 vor einer doppelten Herausforderung. Neben den klassischen mechanischen Gefahren durch Gabelstapler-Aufsätze kommen neue regulatorische Vorgaben zur Fahrtauglichkeit hinzu.
Aufsätze: Die unterschätzte Gefahr für die Stabilität
Experten schärfen 2026 den Fokus auf die oft vergessenen Risiken von Aufsätzen wie Klemm- oder Drehgeräten. Diese verändern die Physik des Staplers grundlegend – eine Tatsache, die viele Fahrer unterschätzen. Das zentrale Problem bleibt die reduzierte Resttragfähigkeit. Jeder Aufsatz verschiebt den Lastschwerpunkt nach vorne und mindert so die Kippstabilität.
Aufsätze verändern die Stabilität von Gabelstaplern – und viele Unterweisungen gehen nicht tief genug. Das kostenlose Komplettpaket zur Gabelstapler-Unterweisung bietet eine rechtssichere Anleitung, editierbare PowerPoint-Folien und ein Praxis-Quiz für Fahrer. Ideal für Sicherheitsbeauftragte und Flottenmanager, die Resttragfähigkeit, Sichtbehinderungen und Hydraulik-Checks systematisch in ihre Unterweisung integrieren wollen. Gabelstapler-Unterweisung jetzt kostenlos herunterladen
Die Unterweisung muss daher drei Punkte klarstellen:
* Der Schilder-Irrtum: Nicht die Haupttragfähigkeitsplakette des Staplers ist maßgeblich, sondern die spezifische Belastungstafel des Aufsatzes.
* Dynamische Kräfte: Besonders bei rotierenden Aufsätzen gilt: Die Nenntragfähigkeit bezieht sich auf statische Lasten. Bei Bewegung ist ein größerer Sicherheitsabstand nötig.
* Hydraulik-Check: Lecks an der Schnittstelle zum Aufsatz sind kritisch. Ein Druckabfall kann zur plötzlichen Lastabgabe führen – ein Risiko, das bei Standardgabeln nicht besteht.
Tote Winkel: Wenn die Sicht zum Risiko wird
Der zweite Schwerpunkt ist die eingeschränkte Sicht. Aufsätze vergrößern oft den toten Winkel vor dem Mast. Die DGUV Vorschrift 68 verlangt hier Rückwärtsfahrt oder Einweiser. Doch der Trend geht zu technischen Lösungen: Kamera-Monitor-Systeme sind 2026 kaum noch Luxus, sondern Standard-Empfehlung.
In der Unterweisung muss daher nicht nur das „Gucken“, sondern der effektive Umgang mit diesen Kamerasystemen trainiert werden. Bei sperrigen Aufsätzen, die die Sicht verdecken, sollte eine „Stopp-und-Prüf“-Regel an Kreuzungen gelten – selbst wenn der Weg nach vorne frei scheint.
Neue Compliance: Die Cannabis-Frage
Eine bedeutende Neuerung kommt von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW). Mitte Januar 2026 veröffentlichte sie eine Studie zu Cannabis am Arbeitsplatz, die speziell Hochrisikogeräte wie Gabelstapler adressiert.
Die Leitlinien für Sicherheitsunterweisungen sind deutlich:
* Null-Toleranz-Praxis: Konsum und Fahrzeugführung müssen strikt getrennt werden. Ein täglicher Konsum gilt als unvereinbar mit Fahraufgaben.
* Reaktionszeiten: Selbst Restwerte von THC können die für komplexe Aufsätze nötige Tiefenwahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit beeinträchtigen.
* Klare Kommunikation: Arbeitgeber müssen das Thema in Unterweisungen aufgreifen. Der legale Zugang zu Cannabis bedeutet keine Erlaubnis, Maschinen unter Einfluss zu bedienen – analog zu den strikten Alkohol-Regeln.
Ausblick: LogiMAT 2026 und KI als Lebensretter
Ein Blick nach vorn führt zur LogiMAT 2026 in Stuttgart im März. Dort dürfte Sicherheitstechnik im Mittelpunkt stehen. Der Trend geht zur Integration Künstlicher Intelligenz (KI):
- Aktive Stabilität: Neue Systeme berechnen die Stabilität in Echtzeit und drosseln automatisch Geschwindigkeit oder Hubhöhe, wenn ein Aufsatz den Kipppunkt nähert.
- Präventive Telematik: Die datengetriebene Flottenverwaltung wird vorausschauend. Systeme melden „raues Handling“ speziell bei Aufsätzen. So können Sicherheitsverantwortliche mit gezieltem Nachtraining eingreifen, bevor es zum Unfall kommt.
Für Sicherheitsingenieure und Flottenmanager ist die Unterweisung 2026 mehr als eine Pflichtübung. Sie verlangt einen dualen Ansatz: die unveränderlichen physikalischen Gesetze der Stabilität zu vermitteln und gleichzeitig die modernen Realitäten von Fahrtauglichkeit und neuer Technologie zu adressieren.

