Fujitsu startet Private-AI-Plattform für Unternehmen
02.02.2026 - 00:39:12Fujitsu lanciert eine abgeschottete KI-Plattform für Firmen, die volle Datenkontrolle verlangen. Erste Tests beginnen im Februar in Japan und Europa.
Der japanische Technologiekonzern reagiert damit auf eine zentrale Herausforderung bei der KI-Einführung in Unternehmen: die Sorge um die Sicherheit sensibler Daten. Die neue Plattform soll es Organisationen ermöglichen, generative KI-Modelle komplett innerhalb einer eigenen, geschlossenen Infrastruktur zu entwickeln, zu betreiben und zu verbessern. Für viele deutsche Konzerne, besonders in regulierten Branchen wie Finanzen oder Gesundheitswesen, ist diese „souveräne KI“ ein Schlüsselkriterium.
Vollständige Kontrolle über Daten und Modelle
Im Kern der Strategie steht das Konzept der „Sovereign AI“. Unternehmen behalten die Hoheit über ihre Trainingsdaten und die daraus entstehenden Modelle. Das ist ein direkter Angriff auf ein Haupthemmnis für KI-Projekte: Die Angst, proprietäre Informationen in öffentlichen Cloud-Diensten zu riskieren. Fujitsus Plattform schafft eine abgeschottete Umgebung, die auf eigenen Servern der Kunden läuft.
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„Die Datenhoheit ist für europäische Unternehmen nicht verhandelbar“, erklärt ein Branchenexperte. „Eine Lösung, die dieses Versprechen technologisch einlöst, trifft den Nerv der Zeit.“ Die Plattform wird als Paket „Private AI Platform on PRIMERGY“ und „Private GPT“ angeboten und soll den komplexen Aufbau einer internen KI-Infrastruktur vereinfachen.
Sicherheit und einfache Bedienung im Fokus
Die Sicherheitsarchitektur ist ein zentraler Verkaufspunkt. Ein integrierter Scanner überwacht die Systeme auf mehr als 7.700 bekannte Bedrohungen. Spezielle Guardrail-Technologien sollen bösartige Angriffe wie „Prompt Injection“ abwehren und unerwünschtes KI-Verhalten unterdrücken. Ziel sind stabile und vorhersehbare Operationen.
Ein weiteres Argument ist die niedrige Einstiegshürde. Durch die Integration der hauseigenen Kozuchi AI-Plattform und den Einsatz von Low-Code- und No-Code-Tools will Fujitsu auch Mitarbeitern ohne tiefgehendes KI-Fachwissen die Entwicklung eigener KI-Agenten ermöglichen. Das könnte den produktiven Einsatz in Fachabteilungen beschleunigen.
Gestaffelter Start mit Blick auf den Weltmarkt
Der Rollout erfolgt gestaffelt. Ab dem 2. Februar können sich Interessenten für Vorab-Tests in Japan und Europa registrieren. Diese fokussieren sich auf ausgewählte Funktionen wie die Feinabstimmung von Modellen. Die vollständige kommerzielle Markteinführung ist für Juli 2026 geplant.
Fujitsu betritt einen hart umkämpften, aber boomenden Markt. Cloud-Giganten wie Microsoft Azure oder AWS bieten ähnliche Private-AI-Optionen an. Fujitsus Alleinstellungsmerkmal könnte die Betonung der reinen On-Premise-Lösung sein – besonders für Kunden, die keine Hybrid- oder Public-Cloud-Modelle in Betracht ziehen. Langfristig plant der Konzern, die Plattform für alle KI-Maßstäbe, vom Rechenzentrum bis zum Edge Computing, fit zu machen.
Die anstehenden Tests werden zeigen, ob das Angebot bei europäischen Unternehmen ankommt. In Zeiten verschärfter Datenschutzregularien und hoher Cyberrisiken setzt Fujitsu auf ein klares Versprechen: Kontrolle zurück in die Hände der Unternehmen zu geben.
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