Fujitsu startet autonome KI-Plattform für die Industrie
26.01.2026 - 12:13:11Fujitsu lanciert eine Plattform, die den gesamten Lebenszyklus von KI in Robotern autonom managen soll. Sie soll die Lücke zwischen digitaler Intelligenz und physischer Ausführung schließen.
KAWASAKI – Der japanische Technologiekonzern Fujitsu stellt die Weichen für die nächste Stufe der Industrieautomatisierung. Am Montag kündigte das Unternehmen eine neue, autonome KI-Plattform an, die speziell für das Management von generativer und physischer KI entwickelt wurde. Das System soll Entwicklung, Betrieb und fortlaufende Verbesserung von KI-Modellen in Robotik und Edge Computing ohne ständigen menschlichen Eingriff steuern. Die Einführung zielt darauf ab, einen zentralen Engpass zu beseitigen: die komplexe Wartung und Aktualisierung von KI in dynamischen, realen Umgebungen.
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Die Brücke zwischen Bits und Atoms
Die am 26. Januar 2026 vorgestellte Plattform ist für den Bereich „Physical AI“ konzipiert, bei dem KI direkt über Roboter und Sensoren mit der physischen Welt interagiert. Ihr Kernversprechen: Sie ermöglicht inkrementelles Lernen. Ein Roboter kann so aus seinen täglichen Operationen lernen und seine eigenen Modelle für mehr Effizienz oder Sicherheit anpassen – anstatt auf ein Firmware-Update von einem zentralen Server zu warten. Diese Fähigkeit ist entscheidend für autonome mobile Roboter (AMR) oder Industrieroboter, die in unstrukturierten Umgebungen wie Logistikzentren arbeiten.
„Die Integration von lernbasierter Steuerung mit multimodaler KI ist essenziell für den Aufbau einer allgemeinen, humanoiden Intelligenz“, hatte Fujitsu bereits in einem Positionspapier Mitte Januar betont. Die neue Plattform ist die infrastrukturelle Antwort auf diese Herausforderung. Sie ist in das bestehende „Kozuchi“-KI-Ökosystem des Konzerns integriert und nutzt auch die kürzlich vorgestellte „Spatial World Model“-Technologie. Diese erlaubt es der KI, das zukünftige Verhalten von Menschen oder anderen Robotern im geteilten Raum vorherzusagen – eine Grundlage für sichere Mensch-Roboter-Kollaboration.
Strategischer Schachzug in einem umkämpften Markt
Der Launch markiert einen strategischen Schwenk für Fujitsu. Das Unternehmen positioniert sich damit gezielt als zentraler Akteur im wachsenden Markt für physische KI, weit über traditionelle IT-Dienstleistungen hinaus. Die Plattform soll die Einstiegshürde für fortschrittliche Robotik senken. Bislang erfordert der Betrieb einer Flotte KI-gesteuerter Roboter umfangreiches Expertenwissen im Bereich Machine Learning Operations (MLOps). Fujitsus Lösung will diesen technischen Aufwand weitgehend automatisieren.
Für die von Arbeitskräftemangel und komplexen Lieferketten geplagten Industrie- und Logistiksektoren könnte dies ein Game-Changer sein. Die Fähigkeit, Roboterleistungen rein per Software – und dazu autonom verwaltet – zu verbessern, könnte die Lebensdauer der Hardware verlängern und die Rendite von Automatisierungsprojekten steigern. Marktbeobachter sehen darin einen Schritt hin zum Standard des softwaredefinierten Fertigens.
Sicherheit und Rollout: Pilotphase startet im Februar
Mit zunehmender Autonomie wachsen auch die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit. Fujitsu betont, die Plattform sei für den „sicheren und zuverlässigen Einsatz“ generativer KI konzipiert. Die Architektur beinhalte robuste Mechanismen, um ein Abweichen der KI‑Modelle von Sicherheitsparametern zu verhindern, sowie ein sicheres Gateway für die Kommunikation zwischen Agenten. Dies ist besonders für Branchen wie das Gesundheitswesen von Bedeutung, wo Datenschutz und Systemintegrität oberste Priorität haben.
Der Rollout ist sequenziell geplant. Nach der Öffnung von Testregistrierungen im Februar 2026 will Fujitsu technische Demonstrationen und Pilotprogramme mit Partnern durchführen. Die geografische Fokussierung liegt zunächst auf Japan und Europa – Märkten mit hoher Automatisierungsdichte und strengen KI-Sicherheitsvorschriften. Langfristig könnte die Plattform, wie auf der CES 2026 angedeutet, auch die Grundlage für Fujitsus Aktivitäten in Software-definierten Fahrzeugen (SDV) und Smart-City-Infrastrukturen bilden.
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