Führungskrise als Realitätscheck: Rossmann-Ausstieg und Spahn-Debakel
28.11.2025 - 09:02:12Der Austritt von Rossmann und Vorwerk aus einem Verband sowie das gescheiterte Führungsverhalten von Jens Spahn zeigen die akuten Risiken mangelnder Führungskompetenz auf.
Während die Personalabteilungen Deutschlands heute in Berlin bei den HR Excellence Awards 2025 Bestwerte in Führung und Entwicklung feiern, liefern zeitgleich zwei dramatische Ereignisse die bittere Kehrseite: Ein falscher Führungsstil kann binnen Stunden existenzbedrohend werden.
Am 28. November 2025 ist die Diskussion über Führungsstile von der Theorie in die Schadensbegrenzung übergegangen. Die öffentlichkeitswirksamen Austritte großer Familienunternehmen aus einem Spitzenverband und das Führungsversagen von Unions-Fraktionschef Jens Spahn machen eines schmerzhaft deutlich: Ohne fundierte Ausbildung in werteorientierter Führung und Konfliktlösung riskieren selbst erfahrene Führungskräfte Team und Reputation.
Wertekrise: Rossmann und Vorwerk ziehen die Konsequenz
Die heftigste Erschütterung traf die deutsche Wirtschaft heute Morgen. Wie Focus Online um 08:12 Uhr berichtete, verkündeten der Handelsriese Rossmann und der Haushaltsgerätehersteller Vorwerk ihren sofortigen Austritt aus dem Verband der Familienunternehmer.
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Der Auslöser: Die Entscheidung des Verbands, formelle Gespräche mit der AfD aufzunehmen. Eine Zäsur, die eine heftige Debatte über unternehmerische Verantwortung auslöste.
Für Personalverantwortliche und Trainingsmanager wird damit eine Kompetenz zum kritischen Faktor: wertebasierte Führung. Die Zeiten, in denen Führungskräftetrainings politische und gesellschaftliche Haltung ausklammern konnten, sind vorbei. Der Rückzug von Rossmann und Vorwerk demonstriert: “Haltung” ist kein Schlagwort mehr, sondern ein entscheidender Geschäftsfaktor.
Konsequenzen für Trainingsprogramme:
- Polarisierung managen: Führungskräfteentwicklung muss künftig Module enthalten, die zeigen, wie man politische Vielfalt steuert und Unternehmenswerte verteidigt, ohne die Belegschaft zu spalten.
- Konsistenz in der Praxis: Mitarbeiter fordern zunehmend Übereinstimmung zwischen deklarierten Firmenwerten und externen Verbindungen.
- Krisenkommunikation: Führungskräfte benötigen Training, wie sie solche hochsensiblen Entscheidungen intern kommunizieren, um Unruhe zu vermeiden.
Der gescheiterte Dialog: Spahns Einzelgespräche als Negativbeispiel
Während Konzerne mit Werten ringen, liefert die Politik in Berlin eine Fallstudie über das Mitarbeitergespräch – und dessen Scheitern.
Wie gestern, am 27. November, bekannt wurde, sieht sich Jens Spahn einer erheblichen Revolte in den eigenen Reihen zum Rentenstreit gegenüber. Berichten zufolge führte Spahn am 26. und 27. November intensive Einzelgespräche mit “Rebellen”, um sie auf Linie zu bringen.
Doch politische Beobachter sehen das Gegenteil: Die Gespräche verstärkten den Widerstand. Focus Online konstatiert, Spahns “Führungsstil droht an Grenzen zu stoßen”. Statt Konflikte zu lösen, hat der autoritäre Ansatz die Opposition verhärtet.
Die Lektion für HR:
Dieser öffentlichkeitswirksame Fehlschlag ist ein Lehrstück für Führungstrainer. Er zeigt die Grenzen transaktionaler oder autoritärer Führungsstile in Krisensituationen auf.
- Kooperativer Wandel: Ein Haufe-Report von Ende Oktober 2025 zeigte bereits: Kooperative Führung ist in Krisen dreimal wirksamer als autoritäre Ansätze. Die Ereignisse dieser Woche bestätigen diese Daten in Echtzeit.
- Konfliktkompetenz: Das Einzelgespräch ist das mächtigste Werkzeug einer Führungskraft – aber nur, wenn es zum Zuhören und zur Integration von Feedback genutzt wird, nicht zur Compliance-Durchsetzung. Aktuelle Trainingskonzepte fokussieren daher verstärkt auf psychologische Sicherheit und aktives Zuhören.
Exzellenz im Auge des Sturms: HREA 2025
Vor diesem turbulenten Hintergrund finden heute, am 28. November, die HR Excellence Awards 2025 in Berlin statt. Die als “Oscar der Personalarbeit” geltende Veranstaltung vergibt heute Abend die begehrte “Flamme der HR” an Organisationen mit zukunftsweisenden HR-Strategien.
Der Kontrast zwischen Gala-Nominierten und Schlagzeilen könnte kaum größer sein. Während die Award-Kategorien 2025 erstmals explizit “Kultur & Werte” sowie “Leadership Transformation” würdigen, beweisen die Ereignisse vor der Tür, warum diese Kategorien existieren.
Branchenkenner erwarten, dass die Siegerprojekte jene sind, die über Standard-Führungsseminare hinausgegangen sind und ganzheitliche Kulturtransformationsprogramme implementiert haben. Der Fokus verschiebt sich:
- Resilienztraining: Führungskräfte für die mentale Last permanenten Krisenmanagements wappnen.
- Hybride Führung: Die Nuancen schwieriger Gespräche meistern, wenn Teams verteilt oder politisch gespalten sind.
Die Umsetzungslücke: Bewusstsein versus Handeln
Trotz offensichtlicher Dringlichkeit klafft in der deutschen Trainingslandschaft eine Lücke. Daten von Anfang 2025 zeigten: 80 Prozent der HR-Entscheider halten Weiterbildung für essenziell, doch nur ein Viertel nimmt selbst regelmäßig daran teil.
Die Ereignisse vom 26. bis 28. November 2025 dürften als Weckruf dienen, diese Lücke zu schließen. Die sichtbaren Risiken schlechter Führung – vom PR-Desaster beim Familienunternehmerverband bis zum Fraktionszwist der Union – machen den Return on Investment von Führungstraining unbestreitbar.
Ausblick 2026: Die neue Normalität
Für das erste Quartal 2026 prognostizieren Experten eine Nachfragewelle nach Konfliktmediation und ethischer Führung.
Der “Rossmann-Effekt” wird Unternehmen vermutlich zwingen, Verbandsmitgliedschaften zu überprüfen und Führungskräfte zu schulen, wie sie diese Entscheidungen mit Mitarbeitern besprechen. Gleichzeitig wird das “Spahn-Syndrom” – das Scheitern erzwungener Einzelgespräche – den Wandel zu Coaching-basierten Führungsstilen beschleunigen.
Die Botschaft des November 2025 an HR-Profis ist eindeutig: Fachkompetenz ist optional, Führungscharakter und Kommunikationsstärke sind Pflicht. Während heute Abend die Sieger auf der HREA-Bühne stehen, geht der wahre Preis an Organisationen, die diese Lektionen in tägliche Führungspraxis übersetzen können.
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