Frankreichs Post und Bank erneut von Cyber-Angriff lahmgelegt
04.01.2026 - 14:30:11Frankreichs kritische Infrastruktur steht unter Dauerbeschuss. Nur Tage nach einem massiven Ausfall zu Weihnachten wurden die nationale Post und ihre Bankfiliale am Neujahrstag erneut von einer Cyber-Attacke getroffen. Der Vorfall schürt die Angst vor hybrider Kriegsführung in Europa.
Am frühen Morgen des 1. Januar 2026 legte ein volumetrischer DDoS-Angriff die Systeme von La Poste und La Banque Postale lahm. Technische Teams registrierten mehrere Milliarden Verbindungsversuche pro Sekunde – eine Welle, die die Infrastruktur für etwa 14 Stunden überforderte. Für Millionen Kunden waren Website und Banking-Apps unerreichbar, nur physische Dienste wie Geldautomaten funktionierten weiter. Bis zum späten Nachmittag konnten die Cybersicherheitsteams den bösartigen Datenverkehr filtern und die Dienste wiederherstellen.
Die Attacke folgt einem bekannten Muster. Bereits vom 22. bis 26. Dezember 2025 war die französische Post Ziel eines Angriffs, für den die prorussische Gruppe NoName057(16) die Verantwortung übernahm. Diese Gruppe zielt seit Kriegsbeginn in der Ukraine systematisch auf Staaten, die Kiew unterstützen – darunter auch Deutschland, Polen und Schweden.
Passend zum Thema: Solche groß angelegten DDoS‑Wellen zeigen, wie verwundbar selbst essenzielle Dienste geworden sind. Ein kostenloser E‑Book‑Report fasst aktuelle Cyber‑Security‑Trends, neue gesetzliche Vorgaben und praxisnahe Schutzmaßnahmen zusammen – von einfachen Abwehrschritten bis zu organisatorischen Maßnahmen für Unternehmen. Ideal für IT‑Verantwortliche und Entscheider, die ihre DDoS‑Abwehr schnell stärken wollen. Gratis‑Cybersecurity‑Leitfaden herunterladen
Die Ähnlichkeit der Methodik legt nahe, dass derselbe oder ein verbundener Akteur hinter dem Neujahrsangriff steckt. Experten sehen eine klare Taktik: Die Angriffe werden auf Feiertage und Spitzenlastzeiten wie Weihnachten gelegt, wenn die Personaldecke in IT-Abteilungen dünner ist und der maximale Schaden entsteht.
Staatliche Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Spezialisten der Generaldirektion für innere Sicherheit (DGSI) und der nationalen Cybercrime-Einheit (OFAC) analysieren Server-Logs, um die Herkunft des eingesetzten Botnets zurückzuverfolgen. Die Beteiligung des Inlandsgeheimdienstes DGSI zeigt: Frankreich bewertet die Angriffe nicht als bloße Internetvandalismus, sondern als möglichen Akt ausländischer Einmischung.
La Poste betont, dass es sich um einen reinen Denial-of-Service-Angriff handelte. „Keine Kundendaten wurden gestohlen oder kompromittiert“, heißt es in einer Stellungnahme. Der Angriff blockierte den Zugang, durchbrach aber nicht die Sicherheitsbarrieren zu sensiblen Daten.
„Cyber-Winter“ bedroht Europas Infrastruktur
Der Angriff auf die Post fügt sich in ein beunruhigendes Gesamtbild ein. Cybersecurity-Experten warnen seit Monaten vor einem „Cyber-Winter“ – einer Zunahme politisch motivierter Angriffe auf kritische Infrastrukturen in Europa. Erst Mitte Dezember 2025 war das französische Innenministerium Opfer eines Datendiebstahls geworden.
Logistikunternehmen und Banken sind für Angreifer besonders attraktive Ziele. Denn ihr Ausfall hat unmittelbare, spürbare Folgen für den Alltag der Bürger. Eine nicht funktionierende Banking-App oder eine unterbrochene Paketverfolgung erzeugt direkten öffentlichen Druck und untergräbt das Vertrauen in staatliche und wirtschaftliche Institutionen.
Höhere Resilienz wird zur Pflicht
Die Häufigkeit solcher Angriffe dürfte weiter zunehmen. Für Unternehmen ist dies ein Weckruf, ihre DDoS-Abwehrstrategien zu überprüfen. Herkömmliche Firewalls sind gegen moderne Volumenangriffe, die regelmäßig Terabit pro Sekunde erreichen, oft machtlos.
Die EU wird voraussichtlich die Umsetzung der NIS2-Richtlinie beschleunigen. Diese verpflichtet essentielle Einrichtungen zu höheren Resilienzstandards – bei Nichteinhaltung drohen hohe Strafen. In Frankreich rechnen Beobachter mit verschärften Traffic-Filtern und Geo-Blocking-Maßnahmen für Datenverkehr aus Hochrisikoregionen. Der digitale Schalter bei La Poste ist wieder geöffnet, doch die virtuellen Tore werden schwer bewacht bleiben.
PS: Wenn Sie als Entscheider oder IT‑Leiter konkrete Schutzmaßnahmen suchen: Der kostenlose Cyber‑Security‑Report erklärt in klaren Schritten, welche Abwehrmaßnahmen kurzfristig Wirkung zeigen, welche organisatorischen Anpassungen nötig sind und wie Sie Ihre Mitarbeiter gegen Phishing & Social‑Engineering sensibilisieren. Nutzen Sie den Leitfaden, um Ihre Abwehr ohne unnötige Kosten zu stärken. Jetzt kostenlosen Cyber‑Report sichern


