Frankreich plant Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige
19.01.2026 - 01:34:12Frankreichs Regierung will Kindern unter 15 den Zugang zu sozialen Medien gesetzlich verbieten. Das Parlament berät ab dieser Woche über einen der weitreichendsten Vorstöße Europas zur Regulierung der digitalen Jugend.
Der Gesetzentwurf von Präsident Emmanuel Macron sieht vor, Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat gesetzlich zu verpflichten, Nutzer unter 15 Jahren von ihren Diensten auszuschließen. Ein Inkrafttreten ist bereits zum Schulstart im September 2026 geplant. Parallel soll das bestehende Handyverbot an Schulen auf Gymnasien ausgeweitet werden. Die Initiative zielt darauf ab, eine klare „digitale Mündigkeit“ zu definieren und den Druck auf die Tech-Konzerne zu erhöhen.
Zwei Säulen für mehr Jugendschutz im Netz
Der Entwurf basiert auf zwei Kernmaßnahmen. Die erste ist ein komplettes Zugangsverbot zu sozialen Medien für unter 15-Jährige. Die Plattformen müssten technisch sicherstellen, dass Minderjährige sich nicht mehr anmelden können. Bisher reicht oft eine einfache Selbstauskunft zum Alter.
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Zweitens soll das seit 2018 geltende Mobiltelefon-Verbot an Grund- und Mittelschulen auf die Oberstufe ausgedehnt werden. Die Regierung verspricht sich davon weniger Ablenkung und mehr Konzentration im Unterricht bis zum Abitur.
Studie belegt: 97 Prozent der Franzosen sehen Gefahren
Die Gesetzesinitiative reagiert auf massive Bedenken von Eltern, Ärzten und Lehrern. Immer mehr Studien verbinden exzessive Social-Media-Nutzung mit Schlafstörungen, Suchtverhalten sowie steigenden Raten von Angst und Depressionen bei Jugendlichen.
Präsident Macron macht unkontrollierten Medienkonsum auch für eine Zunahme von Jugendgewalt verantwortlich. Eine aktuelle Umfrage unterstreicht die öffentliche Besorgnis: 97 Prozent der Franzosen sind überzeugt, dass soziale Medien Kinder mit ungeeigneten Inhalten konfrontieren. Die Risiken reichen von Cybermobbing über gewaltverherrlichende Posts bis hin zu pornografischem Material.
Die große Hürde: Technische Umsetzung und EU-Recht
Doch der Weg zum Verbot ist steinig. Ein früheres Gesetz aus dem Juli 2023 scheiterte bereits am EU-Recht. Es war nicht mit dem Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union vereinbar, der einheitliche Regeln für Online-Plattformen vorschreibt.
Die größte Herausforderung bleibt eine zuverlässige Altersverifikation. Die Tech-Konzerne müssten sichere Systeme entwickeln, die das Alter zweifelsfrei feststellen. Die französische Medienaufsicht ARCOM soll die technischen Standards dafür vorgeben. Als Vorbild dient Australien, das kürzlich ein Verbot für unter 16-Jährige einführte.
Signalwirkung für ganz Europa
Die Debatte in Frankreich wird in ganz Europa aufmerksam verfolgt. Während die Regierung die Altersgrenze bei 15 Jahren ansetzt, plädiert der Senat für eine Schwelle von 13 Jahren. Einigkeit herrscht jedoch in der Grundsatzfrage: Der Staat muss Kinder im digitalen Raum besser schützen.
Sollte das Gesetz kommen, würde Frankreich zum Vorreiter in Europa. Es wäre ein Testfall dafür, ob ein Nationalstaat globale Tech-Giganten wirksam regulieren kann. Das Ergebnis könnte die digitale Politik auf dem Kontinent für Jahre prägen und andere Länder zu ähnlichen Schritten ermutigen.
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