Wohnungsfrage, Ausstellung

Frankfurter Wohnungsfrage: Ausstellung endet, Markt überrascht

01.02.2026 - 08:22:11

Eine Ausstellung zur Wohnungsfrage in Frankfurt endet. Aktuelle Marktdaten zeigen eine Beruhigung bei Bestandsmieten, während Neubaupreise weiter steigen. Die Stadt reagiert mit geförderten Wohnungsbauprojekten.

Eine Ausstellung zur Frankfurter Wohnungsnot schließt heute ihre Pforten. Das Historische Museum Frankfurt beendet sein Stadtlabor „Alle Tage Wohnungsfrage“. Die Schau traf sieben Monate lang den Nerv der Stadt – und schließt zu einem Zeitpunkt überraschender Marktdaten.

Abschied von einer Intervention

Die partizipative Ausstellung war mehr als ein Rückblick. Sie fungierte als aktive Intervention in die Debatte. Das Kuratorenteam um Katharina Böttger und Angelina Schaefer stellte drei konkrete Frankfurter Siedlungen in den Mittelpunkt. An ihnen zeigte das Stadtlabor den Wandel von gemeinnützigem Wohnen zur profitorientierten Ware.

Die Finissage am heutigen Sonntag bietet ein letztes Programm mit Rundgang und Treffen der Beteiligten. Es ist der Schlusspunkt einer intensiven Auseinandersetzung, die weit über das Museum hinauswirkte.

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Mietmarkt sendet widersprüchliche Signale

Parallel zum Ausstellungsende sorgen aktuelle Marktzahlen für Diskussionen. Sie zeichnen ein differenzierteres Bild der vermeintlich explodierenden Mietpreise.

  • Bestandsmieten: Analysen für 2024/2025 zeigen eine deutliche Beruhigung. Die Mieten im Bestand stiegen nur noch um rund ein Prozent. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt hier bei etwa 14,88 Euro.
  • Neubaumieten: Ganz anders sieht es bei Neubauwohnungen aus. Hier kletterten die Preise um etwa 4,5 Prozent auf oft über 20 Euro pro Quadratmeter.

Experten sehen eine Sättigungsgrenze bei der Zahlungsfähigkeit der Mieter als Grund. Die Folge ist ein gespaltener Markt: Alteingesessene Mieter sind relativ geschützt, Neuzuzügler tragen die volle Last gestiegener Baukosten.

Stadt reagiert mit gefördertem Neubau

Die in der Ausstellung kritisierte Wohnungsnot treibt die Stadt weiter um. Die städtische ABG Frankfurt Holding treibt neue Projekte voran. Ein Beispiel ist das Areal eines ehemaligen Hochbunkers in der Herxheimerstraße im Gallus.

Dort entstehen 42 neue Wohneinheiten. Der Clou: Alle Wohnungen werden im „ersten Förderweg“ errichtet und sind damit für Haushalte mit geringerem Einkommen gedacht. Solche Nachverdichtungsprojekte sind die direkte Antwort auf den im Museum thematisierten Mangel an bezahlbarem Raum.

Nächster Akt: Der Mietspiegel 2026

Während die Ausstellung endet, läuft bereits die Vorbereitung für den nächsten wohnungspolitischen Großtermin. Die Datenerhebung für den Frankfurter Mietspiegel 2026 begann bereits im Sommer 2025.

Seine Veröffentlichung wird mit Spannung erwartet. Bestätigen die amtlichen Daten die leichte Beruhigung der Bestandsmieten, könnte das die Mieterhöhungsspielräume in den kommenden zwei Jahren deutlich begrenzen. Für Mieter wäre das eine gute Nachricht.

Ein Thema, das bleibt

Die Ausstellung ist vorbei, das Problem bleibt. Die Kuratorinnen machten deutlich: Die Wohnungsfrage ist eine soziale Frage. Die dokumentierten Proteste gegen Verdrängung sind für viele Frankfurter Alltag.

Die leichte Entspannung bei den Bestandsmieten ist ein Hoffnungsschimmer. Eine Entwarnung für einen der angespanntesten Wohnungsmärkte Deutschlands ist sie nicht. Die Suche nach Antworten geht weiter – jeden Tag.

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