AKTIE, FOKUS

AKTIE IM FOKUS 2: Teamviewer sacken wegen Permira-Ausstieg ab

04.09.2025 - 12:28:00

FRANKFURT - Der Ausstieg von Großaktionär Permira bei Teamviewer DE000A2YN900 hat die Aktien des Softwareanbieters am Donnerstag schwer belastet.

(neu: mehr Details, Kursentwicklung, Analystenstimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ausstieg von Großaktionär Permira bei Teamviewer DE000A2YN900 hat die Aktien des Softwareanbieters am Donnerstag schwer belastet. Der Finanzinvestor teilte am Morgen mit, dass die restlichen knapp 12,5 Millionen Anteile für 9,20 Euro das Stück an institutionelle Investoren verkauft worden seien. Im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs tags zuvor bei 9,745 Euro nahm Permira einen 5,6-prozentigen Abschlag in Kauf.

Die Teamviewer-Aktien sackten daraufhin um bis zu sechs Prozent auf 9,165 Euro ab und waren Schlusslicht im MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen. Damit rutschten sie unter ihren 50-Tage-Durchschnitt und dann auch noch zeitweise unter die 21-Tage-Linie. Diese beiden Linien gelten als Indikatoren für den kurz- bis mittelfristigen Trend. Der Ausflug über die 50-Tage-Linie war erst wenige Tage alt. Zu Wochenbeginn hatte eine Kaufempfehlung der Bank of America die Aktien auf das höchste Niveau seit Juni getrieben.

Das platzierte Aktienvolumen entspricht rund sieben Prozent des Teamviewer-Grundkapitals. Permira hält nun nach eigenen Angaben keinerlei Aktien mehr. Ein Händler sagte, der bei dem Deal berücksichtigte Abschlag sei "in Ordnung" und ein Aktienüberhang, der nach wie vor die Aktien begleitete, verschwinde damit. So bezeichnen Börsianer Positionen, die früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit verkauft werden.

Aus Sicht von DZ-Bank-Analyst Armin Kremser steht der Schritt im Einklang mit dem Plan von Permira, sich komplett aus der Teamviewer-Beteiligung zurückzuziehen. Auch wenn der Kurs zuletzt kurzfristig angezogen habe, zeigte er sich von der Platzierung auf dem immer noch vergleichsweise niedrigen Kursniveau überrascht. An seiner Kaufempfehlung für Teamviewer hielt Kremser dennoch fest. "Wir begrüßen den Streubesitz von 100 Prozent, künftig wird es keinen Platzierungsdruck mehr geben", ergänzte er.

Die Teamviewer-Aktien entfernten sich am Donnerstag weiter von ihrem Jahreshoch Anfang Mai bei 13,55 Euro. Im laufenden Jahr ist die Kursbilanz mit einem Minus von mehr als drei Prozent mittlerweile wieder negativ. 2019 war der Softwareanbieter zu einem deutlich höheren Kurs von 26,25 Euro an die Börse gegangen. Aktionäre der ersten Stunde sitzen also immer noch auf hohen Buchverlusten von weit mehr als 60 Prozent.

Während der Corona-Pandemie wurde Teamviewer anfangs für seine Fernwartungs-Software gefeiert, die im Home Office hilft. Die Aktien stiegen im Juli 2020 bis auf fast 55 Euro. Zweifel an den weiteren Wachstumsaussichten und Kritik an Sponsoring-Verträgen unter anderem mit dem Fußballclub Manchester United KYG5784H1065 ließen den Höhenflug aber jäh enden. Der Kurssturz der Papiere führte bis Oktober 2022 zum bisherigen Tief bei knapp 7,70 Euro.

Für Permira hat sich das Engagement aber wohl prächtig gelohnt: Der Finanzinvestor hatte Teamviewer 2014 für rund 870 Millionen Euro gekauft und dabei den Großteil selbst gestemmt. Mit dem Börsengang wurde dann damit begonnen, die Beteiligung schrittweise zu reduzieren. Alleine am Börsengang verdiente Permira 2,2 Milliarden Euro, insgesamt hatten der IPO und der gestaffelte Verkauf von Anteilen dem Finanzinvestor bis zuletzt knapp sechs Milliarden Euro gebracht.

Laut Finanzkreisen hat der Investor sein eingesetztes Eigenkapital damit mehr als verzehnfacht. Mit dem letzten verbliebenen Aktienpaket erzielte Permira nun einen Bruttoerlös von fast 115 Millionen Euro. Der Verkaufspreis von 9,20 Euro pro Anteil fiel diesmal aber deutlich geringer aus als in der Vergangenheit. Noch im Februar 2021 hatte Permira 13,2 Millionen Teamviewer-Aktien für 44,50 Euro das Stück verkauft.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIE IM FOKUS: Qiagen testen Dreijahreshoch - Übernahmefantasie als Treiber Nach einem Sprung auf den höchsten Stand seit Februar 2023 hat die Aktie von Qiagen NL0015002CX3 am Donnerstag ihre Gewinne fast vollständig abgegeben. (Boerse, 22.01.2026 - 15:25) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS 2: Carl Zeiss auf Zehnjahrestief nach schwachen Geschäftssignalen FRANKFURT - Pessimistische Signale für das laufende Geschäftsjahr haben die Aktien von Carl Zeiss Meditec DE0005313704 auf das tiefste Niveau seit fast zehn Jahren zurückgeworfen. (Boerse, 22.01.2026 - 13:00) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Deutsche Börse ziehen an - Allfunds-Übernahmeplan kommt gut an Das offizielle Übernahmeangebot der Deutschen Börse DE0005810055 für den Fondsvertriebsspezialisten Allfunds ist bei den Anlegern des Börsenbetreibers aus Eschborn am Donnerstag gut angekommen. (Boerse, 22.01.2026 - 12:54) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Markterholung geht an SAP vorbei - Analyst: Stimmung am Boden Europäische Softwarewerte haben am Donnerstag nicht von der Markterholung im Zuge der Zoll-Kehrtwende profitiert. (Boerse, 22.01.2026 - 11:07) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Kurseinbruch bei Carl Zeiss Meditec nach Geschäftsjahresaussagen Enttäuschende Aussagen zum laufenden Geschäftsjahr haben am Donnerstag bei den Aktien von Carl Zeiss Meditec DE0005313704 tiefe Spuren hinterlassen. (Boerse, 22.01.2026 - 10:39) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Ionos mit Kurssprung - Oddo sieht Chance im KI-Umbruch Mit einem positiven Analystenkommentar im Rücken ist den Aktien von Ionos DE000A3E00M1 am Donnerstag der Sprung auf ein Hoch seit mehr als zwei Monaten gelungen. (Boerse, 22.01.2026 - 10:16) weiterlesen...