AKTIEN IM FOKUS 2: Autosektor unter Druck wegen Zollandrohung
19.01.2026 - 11:28:22(Neu: Kommentar von Barclays und aktuelle Kurse)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Risiko weiterer Importzölle der USA auf Einfuhren europäischer Nato-Staaten hat am Montag die Kurse deutscher Automobilhersteller belastet. Henning Cosman, Analyst von der britischen Bank Barclays sprach angesichts der Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump im Zusammenhang mit dem Grönland-Konflikt von einer "beunruhigenden Rhetorik". Geopolitische Risiken mit Blick auf die Autobranche überraschten ihn nicht, doch die Bedrohung sei greifbarer und trete zudem früher als erwartet ein, selbst wenn es Abkommen, Verzögerungen und/oder Ausnahmen geben werde.
Die deutschen Autobauer Porsche AG DE000PAG9113, Mercedes-Benz DE0007100000, BMW und VW DE0007664039 hält er zugleich für am stärksten betroffen vom aktuellen Zollrisiko. BMW DE0005190003 gaben als Dax DE0008469008-Schlusslicht 4,4 Prozent auf 84,82 Euro nach und im MDax DE0008467416 büßten Porsche AG als Schlusslicht 4,3 Prozent auf 40,41 Euro ein.
Unter den weiteren Autobauern sanken Mercedes-Benz DE0007100000 um 3,4 Prozent auf 56,80 Euro, VW verloren 3,7 Prozent auf 97,70 Euro und die Papiere der VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE DE000PAH0038 gaben um 4,0 Prozent auf 36,01 Euro nach.
Der europäische Sektorindex EU0009658681 sackte zugleich auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober ab.
Auch die Papiere von Zulieferern wie Continental DE0005439004, Infineon DE0006231004 und Aumovio DE000AUM0V10 gerieten am Montag unter Druck und büßten zwischen 1,7 bis 3,0 Prozent ein.
"US-Präsident Donald Trump schwingt erneut die Zoll-Keule und trifft Europa damit an einem empfindlichen Nerv", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades. Investoren dürften sich schmerzlich an Anfang April 2025 erinnern, als Trump seine ersten Zollpläne vorstellte und der deutsche Leitindex Dax "innerhalb kürzester Zeit um sage und schreibe mehr als 18 Prozent in die Tiefe rauschte". Weil im Polit-Thriller um Grönland die diplomatischen Fronten verhärtet seien, sei davon auszugehen, dass die Volatilität an den europäischen Aktienmärkten massiv ansteigen dürfte.

