Frame, FormFillingco

Frame, FormFilling.co und NeoXam: KI verdrängt PDF-Vorlagen

20.11.2025 - 21:49:12

Das Zeitalter statischer PDF-Vorlagen neigt sich dem Ende zu. Gleich drei Softwareunternehmen präsentierten diese Woche Plattformen, die Dokumente nicht mehr gestalten – sondern intelligent aus Rohdaten konstruieren.

Ein fundamentaler Wandel zeichnet sich ab: Weg vom manuellen Design, hin zur automatisierten Dokumentenerzeugung. Die jüngsten Produktstarts zeigen, dass die Branche den Begriff „Dokument” völlig neu definiert.

Den Auftakt machte Meridian am 19. November mit Frame – einem KI-System speziell für Private-Markets-Investoren. Anders als klassische Design-Tools funktioniert Frame als intelligente Analysemaschine: Die Software durchforstet komplexe Confidential Information Memorandums und Pitch Decks, extrahiert Finanzkennzahlen, KPIs und Risikofaktoren – und rekonstruiert daraus automatisch strukturierte Investment-Zusammenfassungen im Corporate Design.

„Frame ermöglicht Investoren einen schnellen, unkomplizierten Einstieg in unsere KI-Werkzeuge”, erklärte Alexander Sen, Gründer und CEO von Meridian, am Mittwoch. Das Besondere daran? Die Alternative zur PDF-Vorlage ist kein besserer Editor mehr, sondern ein System, das manuelles Design komplett überflüssig macht.

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Ausfüllen statt Gestalten: Der intelligente Zeitgewinn

Heute legte FormFilling.co nach. Während herkömmliche PDF-Editoren sich auf Layout und Typografie konzentrieren, attackiert die neue Plattform das eigentliche Zeitfresserproblem: das wiederholte Ausfüllen identischer Formulare. Fortgeschrittene Algorithmen identifizieren Pflichtfelder in bestehenden Dokumenten und verknüpfen sie automatisch mit den korrekten Datenquellen.

Ein entscheidender Unterschied zu cloudbasierten PDF-Editoren: AES-256-Verschlüsselung und die Garantie, dass Kundendaten nicht für KI-Training verwendet werden. „Teams verschwenden zu viel Zeit mit immer denselben Formularen”, so Daniel Brooks von FormFilling.co. „Unsere Plattform generiert ausgefüllte Dokumente in Sekundenschnelle.”

Ebenfalls heute kündigte NeoXam eine Intelligent Document Processing-Lösung für Asset Manager an. Das Tool verwandelt unstrukturierte Finanzdokumente automatisch in standardisierte, analysefähige Datensätze – und ersetzt damit mühsame manuelle Workflows in PDF-lastigen Branchen.

Von statischen Dateien zu lebendigen Ökosystemen

Diese Produktstarts fügen sich in einen größeren Trend. Canva treibt mit seiner „Visual Suite” seit November 2025 die Vision vernetzter Dokumente voran – Präsentationen, Whiteboards und Websites verschmelzen zu einem integrierten System. Adobe Acrobat bleibt zwar Standard zum Betrachten, doch die Erstellung wandert ab.

Der Markt spaltet sich auf:

Kreatives Design: Tools wie Canva (inklusive der kürzlich übernommenen Affinity-Suite) demokratisieren professionelles Layout – ohne die steile Lernkurve von InDesign.

Geschäftslogik: Plattformen wie Meridian Frame oder NeoXam IDP eliminieren „Design” vollständig. Dokumente werden zu Datenoutputs statt visuellen Projekten.

Was bedeutet das für klassische PDF-Tools?

Der Wertewandel ist radikal: Statt „Wie gut sieht es aus?” lautet die Frage jetzt „Wie schnell kann es generiert werden?” Für Private-Equity-Firmen oder Operations-Teams ist die visuelle Perfektion zweitrangig – Geschwindigkeit und Datengenauigkeit dominieren.

Eine unangenehme Entwicklung für traditionelle PDF-Editoren wie Foxit oder Nitro, die jahrelang mit Adobe konkurrierten. Wenn KI-Tools fertige Dokumente automatisch erzeugen, schrumpft der Bedarf an nachträglicher Bearbeitung dramatisch.

Ausblick: Branchenspezifische Generatoren statt Universalwerkzeuge

Bis Anfang 2026 dürfte sich die „Vertikalisierung” fortsetzen. Statt allgemeiner „PDF-Killer” erwarten Experten hochspezialisierte Dokumentengeneratoren – für juristische Verträge, medizinische Akten oder Immobilienabschlüsse. Diese überspringen die Template-Phase komplett.

Die Konsequenz für Unternehmen? Die Suche nach einer „PDF-Vorlagen-Alternative” sollte nicht mehr einem günstigeren Editor gelten, sondern einer Automatisierungsplattform für den eigenen Workflow. Wenn KI-Agenten die „letzte Meile” der Dokumentenerstellung übernehmen, gehört das manuelle Verschieben von Textfeldern endgültig der Vergangenheit an.

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