Forschung, Dogma

Forschung stellt Dogma der unveränderlichen Intelligenz in Frage

13.02.2026 - 02:11:12

Die Fähigkeit zum logischen Denken ist nicht genetisch festgelegt, sondern lässt sich durch gezieltes Training und Lebensstil verbessern. Dies verändert Perspektiven in Bildung und Beruf.

Die fluide Intelligenz ist trainierbar. Neue Studien zeigen, dass unsere Fähigkeit zum logischen Denken nicht in Stein gemeißelt ist. Das stellt ein langjähriges wissenschaftliches Dogma auf den Kopf und eröffnet neue Perspektiven für Bildung und gesundes Altern.

Lange galt die fluide Intelligenz als genetisch festgelegte „Hardware“ des Gehirns. Sie ermöglicht es, neue Probleme zu lösen, ohne auf Vorwissen zurückzugreifen. Im Gegensatz dazu speichert die kristalline Intelligenz erlerntes Faktenwissen. Die fluide Variante sollte ab dem frühen Erwachsenenalter nur noch abnehmen – so die alte Lehrmeinung.

Was ist fluide Intelligenz wirklich?

Das Konzept stammt vom Psychologen Raymond Cattell. Ein Beispiel macht den Unterschied klar: Eine Matheaufgabe mit bekannten Formeln lösen – das ist kristalline Intelligenz. Ein komplett neuartiges Logikrätsel ohne Lösungsschema knacken – dafür braucht es fluide Intelligenz.

Sie ist die Grundlage für schnelles Denken, Mustererkennung und Anpassung an Unbekanntes. Ihr Höhepunkt liegt typischerweise um das 25. Lebensjahr. Doch muss es danach nur bergab gehen?

Das Arbeitsgedächtnis als Schlüssel zum Training

Die Antwort lautet zunehmend: Nein. Entscheidend ist das Arbeitsgedächtnis, unser Kurzzeit-Speicher für Informationen. Forschende der Universität Bern fanden heraus: Ein gezieltes Training dieses Gedächtnisses steigert auch die fluide Intelligenz.

Die Teilnehmer solcher Studien verbesserten sich nicht nur in den geübten Aufgaben. Sie schnitten anschließend auch in unabhängigen Intelligenztests besser ab. Regelmäßigkeit und Dauer des Trainings sind dabei entscheidend. Auch das Erlernen eines Instruments oder strategischer Spiele wie Schach kann förderlich wirken.

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Lebensstil: Der unterschätzte Faktor für den Geist

Nicht nur gezieltes Training zählt. Der gesamte Lebensstil beeinflusst unsere kognitive Fitness erheblich. Diese Faktoren spielen eine Rolle:

  • Körperliche Aktivität fördert die Durchblutung des Gehirns.
  • Ausgewogene Ernährung mit ungesättigten Fettsäuren unterstützt die Gedächtnisleistung.
  • Qualitativer Schlaf ist essenziell für neuronale Verarbeitungsprozesse.
  • Neue Reize durch Reisen, Lesen oder sozialen Austausch halten das Gehirn flexibel.

Eine gesunde Lebensweise kann somit den altersbedingten Abbau verlangsamen. Das ist mehr als nur Volksweisheit – die wissenschaftliche Evidenz dafür wächst.

Was bedeutet das für Schule und Job?

Die Erkenntnis der formbaren Intelligenz hat konkrete Auswirkungen. Im Bildungsbereich könnten künftig Lehrmethoden stärker die grundlegenden Problemlösungsfähigkeiten in den Fokus rücken – und nicht nur das reine Faktenpauken.

Für die Arbeitswelt ist die Botschaft klar: Das Potenzial von Mitarbeitenden ist nicht statisch. Durch anspruchsvolle Aufgaben und Weiterbildung können Unternehmen die Anpassungsfähigkeit ihrer Belegschaft direkt stärken. In einer sich rasant wandelnden Welt ist diese Fähigkeit Gold wert.

Die Zukunft: Personalisierte Gehirn-Fitness

Die Forschung steht erst am Anfang. Künftige Studien werden die neurobiologischen Grundlagen genauer entschlüsseln. Mithilfe von Bildgebungsverfahren wollen Wissenschaftler sehen, welche Veränderungen Training im Gehirn bewirkt.

Der nächste Schritt sind personalisierte Ansätze. Trainingsprogramme könnten individuell auf die kognitiven Stärken und Schwächen einer Person zugeschnitten werden. Die Grundbotschaft ist jedoch schon heute revolutionär: Unsere geistige Leistungsfähigkeit ist kein Schicksal. Wir können sie aktiv gestalten.

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