Floridsdorf, Motor

Floridsdorf bleibt Motor des Wiener Wohnbaus

21.01.2026 - 08:07:12

Der Wiener Bezirk Floridsdorf startet mit Großprojekten wie Donaufeld Ost, der Baumstadt und Eigentumswohnungen ins Baujahr 2026. ÖBB-Investitionen und eine klare Trennung zwischen gefördertem und freifinanziertem Wohnbau prägen den dynamischen Markt.

Floridsdorf startet mit mehreren Großprojekten ins Baujahr 2026. Während im Donaufeld die nächste Etappe beginnt, laufen am Jedlersdorfer Platz und in der Werndlgasse spezialisierte Bauetappen an. Der 21. Bezirk festigt damit seine Rolle als dynamischstes Erweiterungsgebiet der Stadt.

Nach einer Phase der Beruhigung zeigt der Markt nun eine deutliche Belebung. Die großen Bauträger setzen sowohl auf geförderten Wohnbau als auch auf freifinanzierte Eigentumsprojekte. Die aktuelle Vergabe-Dynamik signalisiert: In Floridsdorf entstehen nicht nur Wohnungen, sondern ganze neue Stadtteile.

Donaufeld: Die nächste große Etappe rollt an

Das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld bleibt das dominierende Areal. Nach der Fertigstellung der ersten Etappe „An der Schanze“ mit rund 1.400 Wohnungen verlagert sich der Schwerpunkt nach Norden.

Die Planungen für das „Quartier Donaufeld Ost“ treten in eine konkretere Phase. Hier bereiten Stadtplanung und wohnfonds_wien neue Bebauungspläne vor, die auch Schulen und soziale Infrastruktur integrieren müssen. Zuerst rollen die Bagger für die bodengebundenen Vorarbeiten und die Erschließung an.

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Für die Bauwirtschaft bedeutet das eine Auftragswelle im Tiefbau, bevor in den kommenden Jahren der Hochbau folgt. Das Gesamtareal soll im Endausbau bis zu 6.000 Wohneinheiten umfassen – eine langfristige Perspektive für die Branche.

„Baumstadt“ und Eigentum: Spezialprojekte in der Umsetzung

Abseits der Mega-Areale sorgen zwei spezifische Vorhaben für Bewegung in den Auftragsbüchern.

In der Werndlgasse nimmt die „Baumstadt Floridsdorf“ Gestalt an. Das Projekt will eine bestehende Siedlung in ein ökologisches Dorf verwandeln. Die geplante Fassadenbegrünung und der Einbau von Wärmepumpen-Systemen führen zu speziellen Vergaben in der Gebäudetechnik und im Landschaftsbau. Rund 300 Wohneinheiten entstehen hier durch Nachverdichtung und Holzbauweise.

Parallel schreitet das Projekt am Jedlersdorfer Platz voran. Die Raiffeisen Wohnbau entwickelt hier 34 freifinanzierte Eigentumswohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell in der Koordination von Rohbau- und Ausbaugewerken. Der bereits im Sommer 2025 gestartete Vertrieb deutet auf eine stabile Nachfrage nach Eigentum in gewachsenen Lagen hin.

Infrastruktur: ÖBB-Investitionen stützen Attraktivität

Die begleitenden Infrastrukturmaßnahmen sind ein wesentlicher Treiber für die Wohnstandorte. Die ÖBB Infrastruktur AG treibt ihre Modernisierungsoffensive voran.

Für Frühjahr 2026 ist die Inbetriebnahme einer neuen Wartungshalle und Abstellanlage in Floridsdorf terminiert. Diese technischen Großbauten binden erhebliche Kapazitäten im Beton- und Stahlbau.

Ein Großereignis wirft bereits seine Schatten voraus: Die für Sommer 2026 angekündigte Sperre der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Praterstern und Floridsdorf löst umfangreiche Ersatzmaßnahmen und Sanierungsarbeiten aus. Diese generieren separate Aufträge, die oft an lokale Subunternehmer vergeben werden. Die verbesserte Taktung nach Abschluss der Arbeiten soll den Wert der umliegenden Immobilien langfristig stützen.

Der Markt: Geteilte Wege bei Miete und Eigentum

Die Ausschreibungslandschaft spiegelt eine klare Zweiteilung wider.

  • Geförderter Mietwohnbau: In Arealen wie dem Donaufeld bleibt die öffentliche Hand der stärkste Motor. Bauträgerwettbewerbe setzen hohe Standards für soziale Nachhaltigkeit und Ökologie. Zuschläge sind zunehmend an strenge ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) geknüpft.
  • Freifinanziertes Eigentum: Im Eigentumssegment sind die Projekte kleinteiliger, aber hochwertiger. Bauträger agieren hier selektiv und vergeben Aufträge oft an bewährte Generalunternehmer, um Kosten- und Terminsicherheit zu gewährleisten. Experten hatten bereits darauf hingewiesen, dass knappe Neubauprojekte bei einer Marktstabilisierung zu steigenden Preisen führen könnten.

Ausblick: Energie und neue Flächen im Fokus

Für das restliche Baujahr 2026 erwarten Branchenkenner eine Zunahme der Ausschreibungen in zwei Bereichen:

  1. Technische Gebäudeausrüstung und energetische Sanierung: Projekte wie die „Baumstadt“, die auf Energieautarkie setzen, machen Spezialisten für Photovoltaik und Geothermie gefragt.
  2. Nachnutzung von Industriebrachen: Nach dem Erfolg in Neu Leopoldau prüfen Entwickler Potenziale weiterer ehemaliger Gewerbeflächen entlang der Brünner Straße. Neue Widmungsverfahren könnten die nächste Welle an Bauträgerwettbewerben auslösen.

Floridsdorf bleibt damit das Labor für den Wiener Wohnbau der Zukunft. Die Bautätigkeit ist kein Strohfeuer, sondern ein nachhaltiger Trend, der den Bezirk langfristig prägen wird.

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