FIX, IT-Ausstellung

'FIX IT!'-Ausstellung fordert Bauwende: Umbau statt Abriss

10.01.2026 - 12:14:12

Eine Wiener Wanderausstellung mobilisiert für die EU-Bürgerinitiative 'HouseEurope!', die steuerliche Anreize für Gebäudesanierungen statt Neubauten fordert. Die Kampagne trifft auf eine Immobilienbranche im Umbruch.

Eine Wanderausstellung fordert in Wien einen radikalen Kurswechsel in der Stadtentwicklung. Unter dem Motto “Umbau statt Abriss” tourt die Schau “FIX IT!” durch die Stadt und stellt den ökologischen und sozialen Wert bestehender Gebäude in den Mittelpunkt. Sie dient als Plattform für die europäische Bürgerinitiative “HouseEurope!”, die bis Ende Januar eine Million Unterschriften sammeln will.

Die Ausstellung trifft den Nerv der Zeit. Steigende Baukosten und verschärfte Klimaziele erhöhen den Druck auf die Immobilienbranche. Statt auf Neubau soll der Fokus künftig auf der Sanierung und Umnutzung des Bestands liegen. Initiiert von Architects for Future Austria und Partnern wie der IG Architektur, ist die Schau bewusst als wanderndes Format angelegt, um unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen.

Vom Atelier zur TU: Eine Ausstellung auf Wanderschaft

Das Konzept bricht mit statischen Museumspräsentationen. Noch heute ist “FIX IT!” im Atelier O3 in Mariahilf zu sehen. Dort steht die Neugestaltung von Nachbarschaftsräumen im Fokus. Besucher können sich mit den verheerenden ökologischen Folgen von Abrissen auseinandersetzen – jedem abgerissenen Gebäude geht nicht nur Geschichte, sondern auch wertvolle “graue Energie” verloren.

Anzeige

Viele Eigentümer und Projektentwickler übersehen, wie die Mehrwertsteuer die Wirtschaftlichkeit von Sanierungen stark beeinflusst, besonders vor dem Hintergrund aktueller EU-Debatten. Ein kostenloser Sonder-Report erklärt verständlich, welche Umsatzsteuerregeln bei Modernisierungen gelten, welche Kosten steuerlich relevant sind und wie eine mögliche Mehrwertsteuerbefreiung Ihre Sanierungsbilanz verbessern kann. Mit praxisnahen Beispielen, Checklisten und klaren Handlungsschritten für Immobilienbesitzer, Vermieter und Investoren. Jetzt kostenlosen Umsatzsteuer-Guide sichern

Ab kommendem Montag, dem 12. Januar, zieht die Ausstellung an die TU Wien. Im Foyer des Hauptgebäudes wird sie sich speziell dem Thema Wohnen widmen. Zu sehen sind Arbeiten, die den österreichischen “Neubau-Fetisch” kritisch hinterfragen. Eine zentrale These lautet: Österreich sei “weitgehend fertig gebaut”. Warum also weiter auf Quantität setzen, wenn riesige Bestandsflächen ungenutzt bleiben?

Die politische Mission: “Renovate Don’t Speculate”

Hinter der Architekturschau steht eine klare politische Forderung. Die Ausstellung mobilisiert für die Bürgerinitiative “HouseEurope!”. Ihr Ziel ist ein neues EU-Gesetz, das Sanierungen wirtschaftlich attraktiver macht als Neubauten. Die Initiatoren fordern von der EU-Kommission:

  • Eine Mehrwertsteuerbefreiung für Sanierungen und wiederverwendete Materialien
  • Faire Bewertungskriterien, die den ökologischen Wert bestehender Bausubstanz verbindlich einbeziehen

Aktuell begünstigen die Marktbedingungen oft den Abriss. Neubauprojekte erscheinen vielen Investoren kalkulierbarer und lukrativer. “FIX IT!” setzt dem den Slogan “Renovate Don’t Speculate” entgegen.

Branche im Zwiespalt: Zwischen Spekulation und Notwendigkeit

Die Forderungen kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Immobilienbranche steht selbst unter Druck. Hohe Zinsen und Materialkosten haben Neubauprojekte massiv verteuert. Gleichzeitig zwingen ESG-Vorgaben (Environmental, Social, Governance) institutionelle Anleger zum Umdenken.

Was früher als Nische galt, wird zur wirtschaftlichen Notwendigkeit: Der Erhalt und die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien – das “Refurbishment”. Große Player erkennen, dass der CO2-Fußabdruck eines Neubaus die Klimabilanz eines Portfolios auf Jahrzehnte belastet. Die geforderten steuerlichen Änderungen könnten die Kalkulation für Sanierungen grundlegend verbessern.

Countdown für die Bürgerinitiative

Der Januar bleibt turbulent. Nach der Station an der TU Wien zieht “FIX IT!” ab 22. Januar weiter ins Amerlinghaus – ein symbolträchtiger Ort, der in den 1970ern selbst durch Besetzung vor dem Abriss gerettet wurde.

Den vorläufigen Höhepunkt bildet eine Demonstration am Sonntag, dem 25. Januar. Sie soll den Forderungen kurz vor Ablauf der Unterschriftenfrist am 31. Januar Nachdruck verleihen. Wird die Bauwende gesetzlich verankert? Der Ausgang der Initiative wird ein Indikator für den politischen Willen in Brüssel und Wien sein.

Anzeige

PS: Sie planen Sanierungen oder Modernisierungen und wollen die Kosten realistisch kalkulieren? Der Gratis-Report liefert konkrete Rechenbeispiele, erklärt, wie sich unterschiedliche Umsatzsteuerbehandlungen auf Ihre Projektkosten auswirken, und nennt typische Fallstricke, die Investoren und Vermieter oft übersehen. Außerdem gibt es praktische Hinweise zur Dokumentation, um mögliche Vorsteuer- oder Steuerbefreiungsansprüche zu stützen. Umsatzsteuer-Report für Immobilien herunterladen

@ boerse-global.de