FitNIS2, Lernportal

FitNIS2: Neues Lernportal hilft Mittelstand bei Cybersicherheit

05.01.2026 - 23:30:12

Paderborn/Berlin – Ein neues Lernportal soll kleinen und mittleren Unternehmen die Umsetzung der EU-Cybersicherheitsrichtlinie NIS2 erleichtern. Der Start erfolgt pünktlich zu verschärften Regeln und drohenden Bußgeldern.

Ab sofort steht deutschen Firmen eine digitale Lernplattform zur Verfügung, die konkret auf die Anforderungen der NIS2-Richtlinie zugeschnitten ist. Entwickelt wurde sie vom Software Innovation Campus Paderborn (SICP) mit Partnern. Sie ergänzt den bereits bestehenden „FitNIS2“-Navigator und richtet sich speziell an den Mittelstand. Die Einführung ist dringlich: Seit Jahresbeginn gelten in Deutschland verschärfte Compliance-Fristen durch das NIS2-Umsetzungsgesetz.

Die Plattform schlägt eine Brücke zwischen abstrakten Rechtsvorgaben und dem Sicherheitsalltag in Betrieben. Im Fokus steht „Micro-Learning“ – also kurze, modular aufgebaute Lerneinheiten, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Kern des Angebots sind videobasierte „Learning Nuggets“, die on-demand abrufbar sind.

Die Didaktik setzt auf Anschaulichkeit: Statt trockener Theorie vermitteln True-Crime-Fallstudien die realen Konsequenzen von Sicherheitslücken. Erste Module behandeln Grundschutz nach NIS2, Bedrohungsanalysen sowie Abwehr von Phishing-Angriffen. Interaktive Quizze und praktische Aufgaben sollen das Gelernte festigen. Damit adressieren die Macher ein Kernproblem: Viele KMU wissen um den Handlungsbedarf, scheitern aber an der praktischen Umsetzung ohne betriebliche Störungen.

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Diagnose und Abhilfe aus einer Hand

Die Lernplattform bildet mit dem seit Mitte 2025 verfügbaren FitNIS2-Navigator ein geschlossenes Ökosystem. Während der Navigator als Diagnose-Tool fungiert und den eigenen Compliance-Status prüft, liefert die neue Plattform die passgenaue Weiterbildung, um identifizierte Lücken zu schließen.

Die Nachfrage nach solcher Unterstützung ist hoch: Allein im zweiten Halbjahr 2025 wurde die Erstanalyse des Navigators über 1.500 Mal genutzt, Hunderte Firmen schlossen eine vollständige Selbstbewertung an. Gefördert wird das Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK). Zu den Partnern zählen „Deutschland sicher im Netz e.V.“ (DsiN) und die Universität Hohenheim, die für rechtssichere und pädagogisch wirksame Inhalte sorgen.

Hoher Druck durch erweiterte Regulierung

Der Start der Plattform kommt zur rechten Zeit. Die NIS2-Richtlinie weitet den Kreis der regulierten „kritischen Sektoren“ massiv aus – in Deutschland sind nun schätzungsweise 30.000 Unternehmen direkt betroffen, von der Abfallwirtschaft über die Lebensmittelproduktion bis zum Maschinenbau.

Doch der Druck trifft indirekt noch viel mehr Firmen. Große, nun als „wesentliche“ oder „wichtige“ Einheiten eingestufte Konzerne müssen ihre Lieferketten absichern. Dieser Trickle-Down-Effekt zwingt Zulieferer, ihre Cybersicherheit nachzuweisen, um Aufträge nicht zu verlieren. Die Risiken sind existenziell: Geschäftsführer haften persönlich für mangelndes Risikomanagement, und die Bußgelder bei Nichtbefolgung können empfindlich hoch ausfallen.

Geplante Erweiterungen für spezifische Branchen

Das Projekt ist dynamisch angelegt. Für 2026 sind branchenspezifische Lernpfade geplant, die auf die besonderen Bedrohungslagen etwa im Gesundheitswesen oder im Ingenieurswesen eingehen. Geplant sind auch vertiefende Module zu IT-Sicherheitskultur, Ransomware-Abwehr und Notfallmanagement.

„Unser Ziel ist es, Compliance von einer Pflichtübung zu einer gelebten Kernkompetenz zu machen“, erklärt Dr. Simon Oberthür vom SICP. Für den deutschen Mittelstand könnten solche anbieterneutralen und kostengünstigen Lösungen entscheidend werden, um in einem regulierten Digitalmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.

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