Finanzbetrug: 70 Prozent der Fälle starten in sozialen Medien
31.01.2026 - 15:52:12Soziale Netzwerke und Online-Marktplätze sind zur Hauptquelle für Betrug in Großbritannien geworden. Neue Daten zeigen einen alarmierenden Anstieg der Schäden, der die Grenzen der Bankensicherheit aufzeigt.
Die Zahlen sind erschütternd: Allein im ersten Halbjahr 2025 erlitten Verbraucher und Unternehmen in Großbritannien einen finanziellen Schaden von umgerechnet rund 740 Millionen Euro durch Betrug. Die Anzahl der bestätigten Fällen stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 2,09 Millionen. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Branchenverbands UK Finance hervor. Doch wo entsteht der Betrug wirklich?
Digitale Plattformen als Tatort
Die Wurzel des Problems liegt oft außerhalb des Bankensektors. Eine bahnbrechende Analyse von UK Finance ergab bereits für 2024, dass satte 70 Prozent aller Betrugsfälle, bei denen Opfer überredet werden, Geld selbst zu überweisen, in sozialen Medien und auf Online-Marktplätzen beginnen.
Kriminelle nutzen das Vertrauen und die großen Nutzernetzwerke dieser Plattformen für immer raffiniertere Betrugsmaschen. Besonders verbreitet sind Kaufbetrug, bei dem bezahlte Waren nie ankommen, und Anlagebetrug mit Lockangeboten hoher Renditen. Auch Romance-Scams, die über Dating-Apps starten, nehmen deutlich zu.
Passend zum Thema Online-Betrug: Immer öfter beginnen Scams in privaten Nachrichten und auf Marktplätzen – allein im ersten Halbjahr 2025 verursachten Betrugsfälle Schäden von rund 740 Millionen Euro. Wer verhindern will, dass gefälschte Angebote oder manipulierte Zahlungsaufforderungen zur Überweisung führen, findet praxisnahe Gegenmaßnahmen im kostenlosen Anti-Phishing-Paket: eine 4‑Schritte-Anleitung, Beispiele aktueller Methoden und konkrete Checklisten gegen CEO‑Fraud. Anti-Phishing-Paket jetzt herunterladen
Grenzen der Bankensicherheit
Die Finanzbranche konnte im selben Zeitraum zwar weitere Schäden in Höhe von über einer Milliarde Euro verhindern. Doch die eigentliche Manipulation findet lange vor der Überweisung statt – in privaten Nachrichten, gefälschten Gruppen oder betrügerischen Werbeanzeigen. Für die Banken ist diese Vorbereitung unsichtbar; sie sehen nur die finale, vom Kunden autorisierte Transaktion.
„Die Betrugslandschaft hat sich fundamental verändert“, so die Analyse. Der erste Kontakt zwischen Täter und Opfer findet heute überwiegend online statt, weit entfernt vom Banksystem. Das macht eine reine Abwehr an der Zahlungsschnittstelle immer schwieriger.
Druck auf Tech-Giganten wächst
Als Reaktion auf die eskalierende Bedrohung rückt die Regulierung der Technologieplattformen in den Fokus. Der britische Online Safety Act verpflichtet Diensteanbieter gesetzlich, ihre Nutzer vor betrügerischen Inhalten zu schützen. Die Aufsichtsbehörde Ofcom führt bereits Dutzende Untersuchungen, unter anderem gegen das Netzwerk X.
Die Finanzindustrie betont: Wer eine Plattform betreibt, die von Betrügern ausgenutzt wird, trägt eine moralische und zunehmend auch rechtliche Verantwortung. Die Regierung wird aufgefordert, Soziale Medien und Telekommunikationsunternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen, um das kriminelle Geschäftsmodell an der Quelle zu bekämpfen.
Künftige Herausforderungen und künstliche Intelligenz
Die Zukunft bringt neue Gefahren. Betrüger setzen zunehmend Künstliche Intelligenz (AI) ein, um synthetische Identitäten zu erschaffen oder Stimmen zu imitieren. Die britische Finanzaufsicht FCA warnte kürzlich vor dieser Entwicklung.
Experten fordern daher einen vereinten, sektorübergreifenden Ansatz. Nur durch eine bessere Zusammenarbeit und Informationsweitergabe zwischen Tech-Plattformen, Telekom-Anbietern und Banken können Betrugsaktivitäten früher identifiziert und gestoppt werden. Der Erfolg der regulatorischen Maßnahmen im Jahr 2026 wird entscheidend sein, ob die Flut der Online-Betrügereien eingedämmt werden kann.
Für Verbraucher bleibt Wachsamkeit die erste Verteidigungslinie. Behörden raten, verdächtige Nachrichten oder Online-Aktivitäten sofort zu melden. Letztlich hängt es von einem konzertierten Einsatz von Regierung, Aufsicht, Technologie- und Finanzsektor ab, ob eine sicherere digitale Umgebung für alle geschaffen werden kann.
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