Filmfriend, Streaming-Angebot

Filmfriend: Das datenschutzfreundliche Streaming-Angebot der Bibliotheken

31.01.2026 - 22:13:12

Die Plattform Filmfriend bietet werbefreies Streaming ohne Nutzer-Tracking exklusiv für Bibliotheksmitglieder und setzt auf kulturelle Kuratierung statt algorithmischer Empfehlungen.

In einer Zeit, in der Nutzerdaten zur Währung geworden sind, bietet die Plattform Filmfriend einen Gegenentwurf. Exklusiv für Bibliotheksmitglieder streamt sie Filme werbefrei – und ohne das Sehverhalten zu kommerziellen Zwecken zu tracken.

Das Modell gewinnt an Relevanz, je lauter die Debatte um digitale Privatsphäre wird. Anlässlich des Europäischen Datenschutztages Ende Januar stellte die Plattform Dokumentationen wie „Nothing To Hide“ in den Fokus. Die Botschaft ist klar: Hier geht es nicht um Daten, sondern um den Zugang zu Kultur.

Ein Geschäftsmodell, das Nutzer schützt

Der fundamentale Unterschied zu Netflix, Disney+ und Co. liegt in der Finanzierung. Filmfriend arbeitet nicht direkt mit Verbrauchern, sondern mit Bibliotheken und Bildungseinrichtungen. Nutzer melden sich mit ihren Bibliotheksausweis-Daten an. Die Plattform authentifiziert sie lediglich als Mitglied einer teilnehmenden Einrichtung. Es wird kein persönliches Profil für Marketingzwecke angelegt.

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Passend zum Thema Datenschutz in Bibliotheken: Viele digitale Angebote unterschätzen Risiken beim Umgang mit Nutzerdaten. Eine formale Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) hilft, mögliche Risiken zu identifizieren und rechtssicher zu dokumentieren – gerade wenn Nutzerauthentifizierung über Bibliotheksausweise erfolgt. Dieses kostenlose E‑Book bietet Muster‑Vorlagen, Checklisten und eine praktische Anleitung, damit Sie schnell compliant sind. Ideal für Bibliotheken, Plattformbetreiber und Datenschutzbeauftragte. Kostenfrei verfügbar. Kostenlose DSFA-Vorlage herunterladen

Die Nutzungsbedingungen verbieten die kommerzielle Verwendung der Inhalte und schützen die Filme durch Digital Rights Management. Dieses Rahmenwerk entspricht der Aufgabe öffentlicher Bibliotheken: Zugang zu Informationen zu gewähren und gleichzeitig die Vertraulichkeit der Nutzer zu wahren. Integrierte Jugendschutzfunktionen, wie PIN-geschützte Sichtungen für Inhalte ab 16 oder 18, runden das Angebot ab.

Kuratierte Vielfalt statt Algorithmus

Während große Anbieter auf komplexe Algorithmen setzen, die Nutzer in Filterblasen stecken können, vertraut Filmfriend auf menschliche Kuratoren. Ein Team stellt thematische Sammlungen zusammen, die oft abseits des Mainstreams liegen. Der Schwerpunkt liegt auf internationalem Kino, Independent-Filmen, Dokumentationen und Klassikern.

So präsentierte die Plattform kürzlich Sammlungen zum Sundance Film Festival, zum iranischen Kino oder zu französischen Filmemachern. Zum Holocaust-Gedenktag Ende Januar wurden gezielt themenrelevante Filme wie „Der Staat gegen Fritz Bauer“ hervorgehoben. Diese Art der Präsentation fördert die Entdeckung von Inhalten aufgrund ihres kulturellen oder künstlerischen Werts – und nicht aufgrund vorhergesagter Präferenzen.

Bibliotheken als digitale Drehscheibe

Die Integration von Streaming-Diensten wie Filmfriend ist ein Schlüssel zur digitalen Transformation öffentlicher Bibliotheken. Als kommunale Einrichtungen haben sie den Auftrag, die digitale Spaltung zu überbrücken. Indem sie datenschutzfreundliche Streaming-Angebote bereitstellen, bleiben sie relevant, ohne dass Nutzer ihre persönlichen Daten opfern müssen.

Neben Filmfriend haben sich Plattformen wie Kanopy oder Hoopla zu festen Größen im digitalen Bibliotheksangebot entwickelt. Der Kern des Bibliotheksmodells bleibt: Der Zugang wird als öffentliches Gut bereitgestellt, frei von kommerziellem Druck zur Datensammlung. Das entlastet den Geldbeutel der Nutzer und fördert einen chancengleichen Zugang zu Bildung und Kultur.

Eine Nische mit wachsender Bedeutung

Filmfriend kämpft nicht im selben Markt wie die globalen Streaming-Giganten. Sein Alleinstellungsmerkmal ist das ethische Fundament. Mit wachsendem Bewusstsein für Datenschutz und zunehmender regulatorischer Schärfe gegenüber Big Tech gewinnen solche Alternativen an Attraktivität.

Gleichzeitig bietet das Modell unabhängigen Filmemachern und internationalen Geschichtenerzählern eine Plattform, die in algorithmisch gesteuerten Katalogen oft untergehen. Indem Dienste wie Filmfriend Debütfilme lizenzieren und direkt mit Regisseuren arbeiten, tragen sie zu einer diverseren Filmlandschaft bei. Dieser Fokus auf kulturelle Vielfalt statt Massenmarkt ist ein Grundprinzip des öffentlichen Bibliothekswesens.

Die Zukunft digitaler Bibliotheksdienste wird wahrscheinlich weitere Angebote umfassen, die Nutzerkontrolle und Datensparsamkeit priorisieren. Für Filmfriend bedeutet das, die Partnerschaften mit Bibliotheksnetzwerken zu vertiefen und den Katalog mit einzigartigen Filmen aus aller Welt weiter auszubauen. So verbindet die Plattform die traditionelle Mission der Bibliothek mit moderner Streaming-Technologie – und liefert einen Entwurf für verantwortungsvollen digitalen Kulturkonsum.

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PS: Nutzerkontrolle und Datensparsamkeit sind zentrale Themen – nutzen Sie konkrete Werkzeuge, um diese Prinzipien umzusetzen. Das DSFA‑Toolkit enthält fertige Word‑ und Excel‑Vorlagen, eine Schritt‑für‑Schritt‑Checkliste und Beispiele für typische Verarbeitungsszenarien in Bibliotheken. Die Vorlagen lassen sich leicht an lokale Prozesse anpassen und sparen Zeit bei Prüfungen. Sofort einsetzbar und ohne juristische Vorkenntnisse. Jetzt DSFA-Toolkit sichern

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