Fettblocker: Wie Enzym-Hemmer beim Abnehmen helfen sollen
23.01.2026 - 16:04:12Fettblocker versprechen Gewichtsverlust ohne strikten Verzicht. Sie hemmen die Fettverdauung, doch ihre Wirksamkeit ist begrenzt und Nebenwirkungen häufig. Eine Bestandsaufnahme.
So funktionieren Fettblocker
Der bekannteste Wirkstoff ist Orlistat. Er blockiert Lipasen – Enzyme, die Nahrungsfette für die Aufnahme im Darm aufspalten. Dadurch kann etwa ein Viertel bis ein Drittel der aufgenommenen Fette nicht verdaut werden. Diese unverdauten Fette werden einfach wieder ausgeschieden.
Die Folge: Der Körper nimmt weniger Kalorien aus Fett auf. Da Fett mit neun Kalorien pro Gramm der energiereichste Nährstoff ist, kann diese Reduktion die Gewichtsabnahme unterstützen.
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Was die Studien wirklich zeigen
Die Wirksamkeit von Orlistat ist belegt, aber die Effekte sind moderat. Studien zufolge verlieren Nutzer im Schnitt etwa zwei bis fünf Kilogramm mehr pro Jahr als mit einer Diät allein. Entscheidend ist jedoch die Kombination.
- Kein Wundermittel: Die Einnahme macht nur Sinn zusammen mit einer fettreduzierten Ernährung und regelmäßiger Bewegung.
- Langfristiger Erfolg fraglich: Ohne Lebensstiländerung steigt das Gewicht nach dem Absetzen oft wieder an.
Die Stiftung Warentest bewertet rezeptpflichtige Orlistat-Präparate daher nur als “mit Einschränkung geeignet” für Menschen mit starkem Übergewicht.
Unangenehme Nebenwirkungen im Darm
Die Wirkungsweise führt zu typischen Beschwerden. Wer zu fettreich isst, riskiert:
* Ölige oder fettige Stühle
* Blähungen und Bauchschmerzen
* Vermehrten Stuhldrang bis hin zur Inkontinenz
Zudem kann die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) beeinträchtigt werden. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wie der Pille oder Blutverdünnern sind möglich. Eine ärztliche Beratung vor der Einnahme ist deshalb Pflicht.
Vorsicht bei rezeptfreien Alternativen
Neben dem Medikament Orlistat gibt es viele frei verkäufliche “Fettbinder”. Häufig basieren sie auf Chitosan, einem Ballaststoff aus Krebstierpanzern. Die wissenschaftliche Beweislage für seine Wirksamkeit ist jedoch dünn.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat entsprechende Gesundheitsversprechen als nicht bewiesen eingestuft. Verbraucherschützer bewerten solche Produkte meist als “wenig geeignet”. Sie ersetzen keine nachhaltige Lebensstiländerung.
Ein Baustein, keine Lösung
Fettblocker sind ein etablierter, aber begrenzter Therapiebaustein bei Adipositas. Die medizinische Forschung sucht derweil nach neuen, effektiveren Ansätzen.
Für Verbraucher gilt: Kritisch bleiben. Eine nachhaltige Gewichtsreduktion erreicht man nicht mit einer Pille, sondern durch eine dauerhafte Anpassung von Ernährung und Bewegung.
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