Feldenkrais-Methode, Schmerzen

Feldenkrais-Methode lindert chronische Schmerzen

02.02.2026 - 18:52:11

Studien belegen positive Effekte der körperorientierten Lernmethode bei chronischen Schmerzen und Parkinson. Die sanften Übungen nutzen die Neuroplastizität des Gehirns.

Die Feldenkrais-Methode zeigt in Studien positive Effekte bei chronischen Rückenschmerzen und Parkinson. Der körperorientierte Lernansatz setzt auf die Neuroplastizität des Gehirns, um schmerzhafte Bewegungsmuster zu verändern.

Sanfter Weg aus dem Schmerz

Immer mehr Menschen suchen nachhaltige Alternativen zu Medikamenten oder Operationen. Die Feldenkrais-Methode rückt dabei verstärkt in den Fokus. Sie basiert auf dem Prinzip der „Bewusstheit durch Bewegung“ und zielt darauf ab, ineffiziente Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten durch achtsame Lektionen umzulernen.

Begründer Moshé Feldenkrais sah seine Methode nicht als Therapie, sondern als pädagogischen Prozess. Langsame, spielerische Bewegungen sollen dem Nervensystem helfen, neue, schmerzfreie Optionen zu entdecken. Der Clou: Das Gehirn kann sich dank seiner Neuroplastizität ein Leben lang umorganisieren.

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So funktioniert die Praxis

Die Anwendung stützt sich auf zwei Säulen:

  • „Bewusstheit durch Bewegung“ (ATM): In Gruppenstunden führen Teilnehmer verbal angeleitete Bewegungsexperimente aus. Es geht nicht um Leistung, sondern um die reine Wahrnehmung. Wie fühlt sich diese kleine Drehung an?
  • „Funktionale Integration“ (FI): Hier arbeitet ein Practitioner im Einzelsetting. Durch sanfte, nonverbale Berührungen führt er den Klienten zu neuen Bewegungsmustern. Es ist ein direkter Dialog über die Haut.

Beide Techniken verfolgen ein Ziel: Alltägliche Handlungen wie Gehen oder Sitzen sollen wieder müheloser von der Hand gehen.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Datenlage wächst. Eine Auswertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) von 2022 sieht Anhaltspunkte für einen Nutzen in spezifischen Bereichen.

Konkret deuten Studien auf positive Effekte hin:
* Bei chronischen Rückenschmerzen verbesserte Feldenkrais im Vergleich zu Rumpfstabilitätstraining die Beweglichkeit und Lebensqualität.
* Für Parkinson-Patienten steigerte die Methode die Mobilität im Vergleich zu passiven Bildungsangeboten.

Eine Meta-Analyse aus demselben Jahr bestätigt: Die therapeutischen Effekte bei Wirbelsäulenschmerzen sind mit anderen physiotherapeutischen Techniken vergleichbar. Experten betonen jedoch, dass die Evidenz weiter ausgebaut werden muss.

Selbsthilfe durch Körperbewusstsein

Anders als viele Trainingsformen zielt Feldenkrais nicht auf Kraft oder Dehnung ab. Der Kern ist das organische Lernen – ähnlich wie bei Kleinkindern. Es werden keine „richtigen“ Haltungen erzwungen, sondern dem Körper mehr Wahlmöglichkeiten angeboten.

Diese gesteigerte Selbstwahrnehmung kann einen doppelten Effekt haben: Sie lindert nicht nur Schmerzen, sondern verbessert oft auch Koordination und allgemeines Wohlbefinden. Für viele Betroffene wird die Methode so zu einem Werkzeug, um aus dem Teufelskreis aus Schmerz und Schonhaltung auszubrechen.

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