FBI, Partner

FBI und Partner zerschlagen globale Cybercrime-Infrastruktur

01.02.2026 - 17:02:12

Internationale Strafverfolger haben mit koordinierten Aktionen zentrale Plattformen der Cyberkriminalität getroffen. Der Kampf gegen Ransomware bleibt jedoch ein fortwährendes Katz-und-Maus-Spiel.

Internationale Strafverfolger führen koordinierte Schläge gegen Ransomware-Marktplätze und kriminelle Netzwerke durch. In den letzten Tagen haben das FBI und Partner weltweit die Infrastruktur der digitalen Unterwelt empfindlich getroffen. Diese konzertierten Aktionen markieren eine neue Phase im globalen Kampf gegen Cyberkriminalität.

Im Fokus stand die Zerschlagung zentraler Drehscheiben für Erpressungssoftware. Statt nur Einzeltäter zu verfolgen, nehmen Behörden nun verstärkt die Plattformen und technischen Hilfsmittel ins Visier, die Angriffe erst im großen Stil ermöglichen. Für Unternehmen bedeutet das zwar kurzfristige Entlastung, aber keine Entwarnung.

FBI übernimmt Kontrolle über Ransomware-Marktplatz RAMP

Ein entscheidender Schlag gelang dem FBI mit der Übernahme des berüchtigten Forum „RAMP“ (Russian Anonymous Marketplace). Um den 31. Januar 2026 übernahmen US-Behörden die Domains im Clear- und Darknet. Besucher werden nun von einem offiziellen Beschlagnahmebanner empfangen.

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Das Forum galt als zentraler Umschlagplatz für die globale Ransomware-Szene. Hier handelten Kriminelle mit Schadsoftware, gestohlenen Zugangsdaten zu Firmennetzen und vermittelten Dienstleistungen für Angriffe. Die Abschaltung stört die Kommunikation und Geschäfte zahlreicher Hackergruppen erheblich. Experten sehen darinen wichtigen, wenn auch möglicherweise temporären Erfolg.

Google zerschlägt riesiges Anonymisierungs-Netzwerk

Parallel dazu meldete Googles Threat Intelligence Group (GTIG) die Zerschlagung des bösartigen Proxy-Netzwerks „IPIDEA“. Solche „Residential-Proxy“-Netzwerke sind für Kriminelle unverzichtbar, um ihre Spuren zu verwischen und Angriffe über die Internetanschlüsse ahnungsloser Privatpersonen zu leiten.

Laut Google nutzten Hunderte kriminelle Gruppen die Infrastruktur für Spionage und großangelegte Cyberangriffe. Durch rechtliche Schritte und Kooperation mit anderen Plattformen entzog Google den Tätern ein zentrales Werkzeug. Der Fall zeigt, wie Technologiekonzerne aktiv in die Bekämpfung krimineller Infrastruktur eingreifen.

Internationale Kooperation zeigt erste Erfolge

Die Wirksamkeit der Schläge beruht auf enger internationaler Zusammenarbeit. So nahmen US- und bulgarische Behörden mit Unterstützung von Europol am 30. Januar drei der größten EU-Piraterie-Websites vom Netz. Die Operation demonstriert etablierte Mechanismen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Die Kooperation zeigt auch in Gerichtssälen Wirkung. So läuft aktuell am Landgericht Stuttgart ein Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der Ransomware-Gruppe „GandCrab“. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, an Angriffen auf deutsche Unternehmen und Behörden beteiligt gewesen zu sein, die Millionenschäden verursachten.

Katz-und-Maus-Spiel mit ungewissem Ausgang

Sicherheitsexperten bewerten die Aktionen als empfindlichen Treffer. Sie erhöhen die Kosten für Kriminelle und säen Misstrauen. Doch die Szene ist anpassungsfähig. Oft tauchen Plattformen nach einer Weile unter neuem Namen wieder auf. Der Kampf gegen Ransomware bleibt ein fortwährendes Katz-und-Maus-Spiel.

Die gleichzeitige Zerstörung der technischen Infrastruktur – wie beim IPIDEA-Netzwerk – könnte nachhaltiger wirken. Werden die Werkzeuge unbrauchbar gemacht, trifft das viele Akteure gleichzeitig. Die Kombination aus Verfolgung von Plattformen, Infrastruktur und Einzeltätern scheint derzeit die effektivste Strategie zu sein.

Kein Grund zur Entwarnung für Unternehmen

Die konzertierten Schläge senden ein klares Signal: Die Toleranz für Cyberkriminalität sinkt global. Die Public-Private-Partnership zwischen Behörden und Tech-Konzernen wird sich voraussichtlich weiter intensivieren.

Doch für Unternehmen bleibt die Bedrohung akut. Tätergruppen passen ihre Taktiken ständig an und suchen nach neuen Wegen, Angriffe zu monetarisieren. Die jüngsten Erfolge sind daher kein Grund zur Entspannung, sondern eine Bestätigung für den vielschichtigen Ansatz. Investitionen in Sicherheitsarchitekturen, Mitarbeitersensibilisierung und Notfallpläne bleiben unverzichtbar.

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