Faser-Fieber um Sheila Hicks: Warum ihre Woll-Welten jetzt als Kunst-Investment durchstarten
13.01.2026 - 12:20:32Alle reden über diese Kunst – ist das genial oder kann das weg?
Riesige Faden-Kaskaden, Wollkugeln wie Kometen, Farben wie ein Filter-Overkill – die Textil-Skulpturen von Sheila Hicks sehen aus, als wären sie für Instagram geboren.
Doch hinter dem Kuschel-Look steckt knallharte Kunstgeschichte, Museumshype und ein Markt, der in den letzten Jahren richtig angezogen hat. Kunst-Hype trifft Investment-Case – und du fragst dich: Lohnt es sich, da jetzt noch einzusteigen?
Das Netz staunt: Sheila Hicks auf TikTok & Co.
Wenn du auf immersive Installationen, leuchtende Farben und ultrafotogene Räume stehst, ist Hicks deine Künstlerin. Ihre Arbeiten hängen nicht brav an der Wand – sie stürzen herunter, rollen sich auf dem Boden zusammen, klettern an Fassaden hoch.
Vor allem die riesigen Faserwolken und dichten Knotengebilde tauchen immer wieder in Museum-Reels und Art-TikToks auf. Leute legen sich davor auf den Boden, filmen Slow-Pans, schneiden LoFi-Beats drunter – perfekte "Viraler Hit"-Vorlage.
Der Ton im Netz schwankt zwischen ehrfürchtigem "Wie kann jemand in diesem Alter so fresh sein?" und klassischem "Das könnte doch mein Kind auch – oder?". Genau diese Reibung macht sie gerade so relevant: Ist das Deko oder High-End-Kunst?
Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:
Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen
Sheila Hicks ist seit Jahrzehnten aktiv, aber die letzten Jahre haben ihre Faserwelten endgültig in die Popkultur gezogen. Drei Must-Know-Highlights:
- „Pillar of Inquiry/Supple Column“ – eine riesige, weich wirkende Textilspalte aus gestapelten, farbigen Bündeln. Sieht aus wie ein abstrakter Regenbogen-Totem und ist ein Magnet für Selfies. Der Twist: Die Installation spielt mit Architektur und Körpergefühl, du gehst nicht nur daran vorbei, du erlebst sie im Raum.
- „The Questioning Column“ (und verwandte Säulenwerke) – meterhohe Textilkaskaden, die wie lebendige Organismen im Museum hängen. In Feeds werden sie oft als "weiche Wasserfälle" beschrieben. Genau diese Hybrid-Ästhetik – skulptural, aber cozy – macht sie gegenüber klassischer Skulptur so eigen.
- Monumentale Wand- und Raumarbeiten in Museen weltweit – ob großformatige Faserwände, Teppichlandschaften oder dicht geknüpfte „Farbwolken“: Hicks hat den White Cube mit Textil geflutet. Ihre Installationen wurden zum Must-See bei großen Museumsshows, oft als Highlight im Marketing inszeniert.
Skandale im klassischen Sinne? Kaum. Der eigentliche „Skandal“ ist eher konzeptuell: Eine Künstlerin, die seit den 1960ern mit Textil arbeitet – also einem Medium, das lange als "Frauenarbeit" oder Deko abgetan wurde – holt sich heute Blue-Chip-Level Respekt. Und ja: Das macht immer noch einige konservative Sammler nervös.
Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert
Spannend für dich, wenn du Kunst nicht nur als Content, sondern auch als Asset siehst: Die Marktstory von Sheila Hicks hat in den letzten Jahren sichtbar angezogen.
Laut internationalen Auktionshäusern (u. a. Einträge bei Christie’s und anderen Plattformen) liegen die Top-Zuschläge für ihre Werke im hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Bereich. Konkrete Einzelergebnisse variieren je nach Werkgröße, Entstehungsjahr und Provenienz, aber: Die Spitze des Markts hat deutlich angezogen, Textil ist nicht mehr billig.
Besonders begehrt sind:
- frühe Arbeiten aus den 1960er und 1970er Jahren, die ihre Entwicklung weg vom klassischen Weben hin zur freien Skulptur zeigen,
- ikonische, farbintensive Wandarbeiten und freie Installationsstücke, die schon in wichtigen Ausstellungen gezeigt wurden,
- Arbeiten, die in Museumskatalogen dokumentiert sind – also Provenienz mit Story.
Im Vergleich zu den absurden Millionen-Hammer-Preisen klassischer Malerei ist Hicks noch nicht an der ganz oberen Spitze angekommen – aber sie gilt zunehmend als Blue-Chip im Textilbereich. Viele sehen ihre Arbeiten als stabile Langfrist-Position, gerade weil Museen weltweit ihre Werke kaufen und zeigen.
Wichtig: Preise können schwanken, und nicht jedes Garnknäuel ist ein Jackpot. Der Primärmarkt – also direkt von Galerie oder Studio – liegt für kleinere Arbeiten deutlich unter den Auktionsrekorden, während große Installationen in Richtung der oberen Preisspanne gehen können.
Wer ist Sheila Hicks überhaupt?
Um zu checken, wie ernst man eine Künstlerin nehmen sollte, hilft ein Blick auf ihren Track Record – und der von Sheila Hicks ist beeindruckend.
Sie wurde in den USA geboren, studierte u. a. an der Yale School of Art und ging früh nach Lateinamerika, wo sie traditionelle Webtechniken lernte und mit moderner Kunst verband. Seit den 1960ern zerlegt sie das, was man unter „Textil“ versteht: Statt Teppich = Boden, Weberei = Handwerk, macht sie daraus autonome Kunstwerke, die sich mit Architektur, Malerei und Skulptur anlegen.
Hicks hat an wichtigen internationalen Ausstellungen teilgenommen – darunter große Biennalen und Museumsschauen. Ihr Werk ist in Sammlungen weltweit vertreten, von renommierten US-Museen bis hin zu europäischen Häusern. Kurz: Das ist nicht der nächste Insta-Hype ohne Fundament, sondern eine Künstlerin, deren Legacy schon jetzt gesetzt ist.
Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen
Der beste Test, ob Hicks etwas für dich ist: nicht nur Bilder schauen, sondern vor den Werken stehen. Die physische Wirkung – die Dichte der Fäden, das Volumen, der Geruch, die Art, wie das Licht im Garn hängt – kannst du auf dem Screen nur ahnen.
Aktuell läuft international immer wieder Programm mit Hicks, aber konkrete Ausstellungsdaten werden oft kurzfristig kommuniziert und können sich schnell ändern. Wenn du wirklich wissen willst, wo du jetzt in ihre Faserwelten eintauchen kannst:
- Check die Galerie-Seite von Sikkema Jenkins & Co. – dort findest du Infos zu aktuellen und vergangenen Shows sowie Werken im Programm.
- Besuch die offizielle Seite unter {MANUFACTURER_URL} – hier tauchen laufende Projekte, Kooperationen und Institutionen auf, die ihre Arbeiten zeigen.
Stand jetzt gilt: Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die sich eindeutig und verlässlich als kommende Hicks-Solo-Show datieren lassen, ohne auf interne Planungsinfos der Häuser angewiesen zu sein. Viele Museen zeigen ihre Arbeiten zudem als Teil ihrer Sammlungspräsentation, ohne großen Kampagnen-Buzz.
Heißt für dich: Wenn du eine Reise planst, check kurz vorher immer die Seiten der Museen und Galerien – Hicks taucht gern als Überraschungshighlight in Gruppenausstellungen oder Sammlungsschauen auf.
Warum ihre Kunst so "Instagrammable" ist
Hicks trifft ziemlich genau das, was auf Social Media funktioniert: Farbe, Struktur, Körpergefühl. Ihre Arbeiten sind fotogen, aber nie nur Deko.
Die Künstlerin arbeitet mit Fäden, Seilen, Wolle, synthetischen Fasern – und baut daraus Formen, die an Landschaften, Organismen oder abstrakte Malerei erinnern. Du kannst ihre riesigen Garnbündel als Farbexplosion lesen, aber auch als Kommentar zu Arbeit, Handwerk, Tradition und Care-Arbeit, die oft unsichtbar bleibt.
Für Museen sind Hicks-Installationen ein Geschenk: Sie bieten immersive Settings, die in der Crowd funktionieren, ohne auf reine Insta-Spaces herunterzufallen. Und für dich als Besucher: Sie geben dir dieses Gefühl von "Da will ich unbedingt durchlaufen und alles aus jedem Winkel sehen".
Investment oder nur Flausche-Hype?
Die Frage, ob man heute noch mit Hicks "günstig" einsteigen kann, ist tricky. Sie gehört längst nicht mehr zur Newcomer-Fraktion, sondern zur Liga der etablierten Positionen, die auf Langfristigkeit setzen.
Pro Investment:
- starke institutionelle Präsenz (Museen & Biennalen),
- wachsende Marktakzeptanz für Textil und Fiber Art,
- zeitlose, aber sehr zeitgemäße Ästhetik, die in aktuellen Diskursen (Gender, Care, Materialität) super andockt.
Contra für schnelle Spekulation:
- kein kurzfristiger Hype wie bei manchen Emerging-Artists,
- die besten Stücke landen eher in Museen oder Top-Sammlungen als auf dem schnellen Flip-Markt,
- der Secondary Market (Auktionen) ist aktiv, aber nicht hypervolatil.
Wenn du also auf der Suche nach dem schnellen Flip bist, bist du hier falsch. Wenn du eine Position willst, die in Kunstgeschichte und Institutionen verankert ist und sich eher wie ein kulturelles Blue-Chip anfühlt, könnte Hicks genau dein Feld sein.
Fazit: Hype gerechtfertigt?
Sheila Hicks ist die Antwort auf alle, die sagen: "Textil ist doch nur Handarbeit". Ihre Arbeiten zeigen, dass Fäden genauso radikal sein können wie Öl auf Leinwand oder Stahl im Museumshof.
Der Kunst-Hype um sie ist nicht der eines kurzlebigen Social-Media-Trends, sondern eher die verspätete Anerkennung für eine Künstlerin, die schon seit Jahrzehnten an einem eigenen Kosmos arbeitet. Dass ihre Installationen dabei aussehen, als wären sie für dein Feed und dein Wohnzimmer zugleich gemacht, ist eher Bonus als Konzept.
Wenn du das nächste Mal vor einer leuchtenden Faserwolke oder einem weichen Textil-Turm stehst und dich fragst, ob das jetzt nur Deko ist: Denk dran, dass dahinter ein ganzes Leben an Forschung, Reisen, Technik und Mut steckt. Und dann mach dein Foto – aber bleib einen Moment länger stehen.


