Farb-Schock und Faden-Fieber: Warum alle plötzlich Sheila Hicks feiern
12.01.2026 - 15:25:56Alle reden über Fäden – und plötzlich ist Sheila Hicks der Name, der überall fällt. Riesige Farb-Wolken hängen in Museen, Textil-Berge fluten Insta-Feeds und Auktionshäuser klopfen an. Aber ist das genialer Kunst-Hype oder nur Interior-Deko in teuer?
Wenn du glaubst, Textilkunst sei Makramee-Workshop im Hinterhof, dann wird dich Hicks komplett umhauen. Ihre Arbeiten sind monumental, ultra-instagrammable und längst im High-End-Sammlermodus angekommen. Zeit, einmal genau hinzuschauen – bevor die Preise noch weiter durch die Decke gehen.
Das Netz staunt: Sheila Hicks auf TikTok & Co.
Sheila Hicks ist keine Newcomerin – sie ist eine absolute Legende der Faser-Kunst. Aber gerade jetzt entdeckt eine jüngere Generation ihre Arbeiten neu: farbige Garn-Kaskaden, straff gewickelte Seil-Bündel, leuchtende „Wand-Gärten“ aus Wolle, Leinen und Hightech-Fasern.
Auf Social Media tauchen immer mehr Reels und Shorts auf, in denen ihre Installationen wie lebende Kreaturen wirken: Fäden stürzen von Decken, türmen sich zu Bergen, kriechen über Stufen. Kommentarspalte? Ein Mix aus „Masterpiece!“ und „Das könnte doch ein Kind“ – klassisches Kunst-Internet eben.
Gerade weil Hicks mit etwas arbeitet, das jede*r kennt – Faden, Stoff, Knoten – wirkt ihre Kunst nahbar, aber in der Masse und im Raum wird daraus etwas komplett anderes: immersiv, monumental, geradezu architektonisch.
Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:
Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen
Sheila Hicks hat in über sechs Jahrzehnten ein irres Werk aufgebaut. Drei Highlights, die du kennen solltest, um im Gallery-Talk nicht lost dazustehen:
- „Pillar of Inquiry/Supple Column“
Eine ihrer ikonischen, säulenartigen Arbeiten aus eng gewickelten, bunt geschichteten Fasern. Sie sieht aus wie ein schwebender, weicher Architektur-Pfeiler. Perfekt fürs Smartphone-Foto, weil du dich davor, dahinter und halb hinein ins Bild setzen kannst. Diese skulpturalen „Pfeiler“ sind in verschiedenen Varianten in wichtigen Museen gelandet und zählen zu ihren Signature-Pieces. - „Lianes“ & Faden-Kaskaden
Monumentale Installationen mit frei herabhängenden Strängen – wie Lianen im Urwald, nur eben aus Wolle, Leinen und synthetischen Fasern. Besucher*innen posten ständig Clips, in denen sie zwischen den Fäden entlanglaufen. Diese Arbeiten sind der Grund, warum man bei Hicks von immersiver Textilkunst spricht – sie verwandelt sterile White Cubes in farbige Landschaften. - „Minimes“ & Wandfelder
Kleine, dichte Textilfelder – geknüpft, gewickelt, geflochten. Oft sehen sie aus wie mikro-abstrakte Gemälde aus Fäden. Sammler*innen lieben sie, weil sie „Hicks“ in einer wohnzimmertauglichen Größe bieten. Gerade diese Mid-Size- oder kleineren Works sind oft die Einstiegsstücke in den Markt – und tauchen in Auktionskatalogen und Online-Sales immer häufiger auf.
Skandal? Den liefert Hicks eher subtil: Sie bricht seit Jahrzehnten mit der alten Hierarchie „Malerei = hoch, Textil = Handarbeit“. Dass ihre Faser-Skulpturen heute in Top-Museen neben Malevich, Serra & Co. hängen, ist der leise, aber harte Punk dieser Künstlerin.
Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert
Die Marktseite ist für viele die spannendste Frage: Lohnt sich Hicks als Investment? Ein Blick in die Auktionsdaten zeigt: Ja, hier passiert gerade einiges.
In den letzten Jahren sind die Preise für Hicks deutlich angezogen. Ihren bekannten Rekordpreis erzielte sie bei einer großen Auktion, bei der eine monumentale Arbeit im sechsstelligen Bereich zugeschlagen wurde – deutlich über Schätzung. Mehrere Werke liegen inzwischen stabil im hohen fünfstelligen Segment, besonders bei Sotheby’s, Christie’s & Co., wenn es um große Wandarbeiten oder komplexe Installationen geht.
Wichtig: Bei kleineren Arbeiten, etwa den „Minimes“ oder kompakten Wandstücken, ist der Einstieg für junge Sammler*innen noch verhältnismäßig moderat, während Blue-Chip-Galerien und internationale Sammler die Top-Pieces nach oben ziehen. Das fühlt sich aktuell klar wie ein aufsteigender Markt an, nicht wie ein ausgelutschter Klassiker.
Zwar kann nicht jede Arbeit die Mega-Summen erreichen, aber die Tendenz ist eindeutig: Textile Kunst rückt ins Zentrum des Marktes, Hicks wird zunehmend als Pionierin gehandelt – und wenn die Geschichte so weitergeschrieben wird, könnten die heutigen Preise in ein paar Jahren günstig wirken.
Zur Einordnung: Anders als bei schnell hochgehypten Newcomern steht hinter Hicks ein massives Museum-Backbone. Das sorgt für Vertrauen – und genau das lieben langfristig denkende Sammler.
Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen
Du willst die Faser-Welten von Sheila Hicks nicht nur am Screen, sondern live sehen? Gute Idee – denn die wahre Wucht ihrer Kunst spürst du erst im Raum.
Aktuell lohnt sich vor allem ein Blick auf Galerien und Museen, die regelmäßig mit ihr arbeiten. Besonders wichtig ist die New Yorker Galerie Sikkema Jenkins & Co., die in den letzten Jahren immer wieder starke Präsentationen und Projekte mit Hicks gezeigt hat.
Auf der offiziellen Website der Künstlerin findest du häufig Hinweise zu laufenden und vergangenen Ausstellungen, Museumsshows und Kollaborationen. Wenn gerade keine Show in deiner Nähe läuft, lohnt es sich, Reisedaten zu checken – Hicks wird regelmäßig in großen internationalen Häusern gezeigt.
Wichtig: Konkrete, aktuell laufende Ausstellungen mit festen Terminen konnten bei der Recherche nicht eindeutig verifiziert werden. Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die sich zweifelsfrei nennen lassen, ohne in Spekulation abzudriften. Für frische Infos checkst du am besten regelmäßig:
Dort werden neue Shows, Installationen in Museen und Messe-Auftritte üblicherweise zuerst angekündigt – perfekt, um dir rechtzeitig Tickets oder eine Reise zu planen.
Fazit: Hype gerechtfertigt?
Sheila Hicks ist alles andere als ein kurzlebiger Social-Media-Trend. Sie ist eine der Künstlerinnen, die das, was wir als „Textil“ kennen, komplett neu definiert haben – und jetzt, im Zeitalter von Insta-Ästhetik und Immersion, wirkt ihr Werk plötzlich radikal zeitgemäß.
Für dich heißt das: Wenn du auf starke Farben, taktile Oberflächen und raumgreifende Installationen stehst, die besser aussehen als jeder Filter, ist Hicks ein absolutes Must-See. Ob auf TikTok, in YouTube-Dokus oder irgendwann live im Museum – ihre Arbeiten sind gebaut, um im Kopf zu bleiben.
Sammler*innen sollten sie im Auge behalten: Kein wilder Krypto-Hype, keine One-Hit-Wonder-Karriere, sondern eine konsequent aufgebaute Kunstposition mit klarer Legacy und wachsendem Markt. Kurz gesagt: Ja, der Hype ist gerechtfertigt – und wer Textilkunst bisher für Deko hielt, bekommt hier eine freundliche, aber sehr deutliche Korrektur.
Ob du am Ende Fan, Kritiker*in oder Käufer*in wirst, ist deine Entscheidung. Aber wenn demnächst jemand über Faden-Kunst im Millionen-Hammer-Modus spricht, solltest du einen Namen parat haben: Sheila Hicks.


