Excel, KI-Agent

Excel: KI-Agent und Web-Suche kommen auf Windows-Rechner

30.11.2025 - 19:29:12

Microsoft erweitert Excel dramatisch: Ab sofort können Windows-Nutzer KI-gestützte Workflows direkt in Tabellen ausführen. Was bisher nur im Browser möglich war, erreicht nun den Desktop – inklusive Live-Datenabfrage aus dem Internet.

Die in dieser Woche angekündigten Updates markieren einen Paradigmenwechsel: Excel entwickelt sich vom passiven Rechenwerkzeug zum aktiven Produktivitätspartner. Statt nur Zahlen zu verarbeiten, kann die Software nun eigenständig Daten recherchieren, analysieren und aufbereiten.

Seit dem 28. November steht der Agent Mode für Excel-Nutzer im Windows Insider Beta Channel bereit. Die Funktion war zuvor ausschließlich Teilnehmern des “Frontier”-Programms in der Web-Version vorbehalten.

Der entscheidende Unterschied zu bisherigen KI-Features? Agent Mode führt komplette Arbeitsabläufe eigenständig aus. Während herkömmliche Copilot-Prompts lediglich Text oder einfache Tabellen erzeugen, kann der Agent mehrstufige Prozesse durchführen – und dabei auf aktuelle Daten aus dem Internet zugreifen.

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Ein Beispiel verdeutlicht die Leistungsfähigkeit: Nutzer können Excel beauftragen, “eine Tabelle mit G20-Staaten, deren aktuellem BIP-Wachstum und CO2-Emissionen zu erstellen”. Die KI durchsucht daraufhin das Web, zieht verifizierbare Daten heran, formatiert diese in einer Tabelle und liefert Quellenangaben mit. Der jahrzehntealte Workflow aus Browser-Recherche und manuellem Kopieren entfällt vollständig.

Anthropics Claude erweitert KI-Portfolio

In einer bemerkenswerten strategischen Wendung unterstützt Microsoft nun neben OpenAI-Modellen auch Claude von Anthropic innerhalb des Agent Mode.

Diese Entscheidung bietet Nutzern je nach Aufgabenstellung konkrete Vorteile. Während OpenAI-Modelle häufig bei kreativen Aufgaben bevorzugt werden, zeigt Claudes Architektur laut Branchenbeobachtern Stärken bei komplexen logischen Ableitungen und spezifischen Programmieraufgaben in Excel. Microsoft positioniert die 365-Plattform damit als offenes Ökosystem für verschiedene KI-Systeme – statt als geschlossener Garten für einen einzelnen Anbieter.

Formeln lernen durch Beispiele

Jenseits generativer KI erhält die Alltagsproduktivität durch Formula by Example einen deutlichen Schub. Das Feature erreichte diese Woche Windows-Nutzer und löst ein langjähriges Problem.

Die klassische Flash-Fill-Funktion konnte zwar Spalten nach Mustern befüllen – etwa Vornamen aus E-Mail-Adressen extrahieren. Doch änderten sich die Quelldaten später, versagte das System. Formula by Example erkennt das gewünschte Muster und generiert daraus eine echte, bearbeitbare Excel-Formel. Bei Aktualisierung der Quelldaten passt sich die berechnete Spalte automatisch an.

Faktisch demokratisiert diese Funktion komplexes Formelschreiben: Nutzer “zeigen” Excel, was sie wollen – ohne Funktionen wie TEXTBEFORE oder PROPER zu kennen.

Zusätzlich erreichte ein modernisierter “Daten abrufen”-Dialog alle Nutzer des aktuellen Channels. Das Update ersetzt veraltete Import-Assistenten durch eine deutlich intuitivere Oberfläche für Verbindungen zu Datenbanken, CSV-Dateien und OData-Feeds.

Mobile und Kollaborations-Features

Die November-Updates umfassen weitere Verbesserungen:

iOS-Optimierung: Excel für iOS erhielt ein Design-Refresh namens “Liquid Glass”. Die Suchleiste wanderte an den unteren Bildschirmrand – passend zu iOS-26-Designprinzipien und einhändigem Bedienen auf iPhones.

Kommentare in geschützten Dateien: Ein neues “Feedback in Action”-Update erlaubt die Vorschau von Kommentaren zu geschützten Dateien direkt aus E-Mail-Benachrichtigungen. Diese scheinbar kleine Änderung beseitigt eine große Hürde: Nutzer können Feedback sichten, ohne sensible Master-Dateien entsperren und öffnen zu müssen.

Was bedeutet das für die Praxis?

Die Verfügbarkeit des Agent Mode auf Windows markiert einen kritischen Schritt in Microsofts “Copilot-überall”-Strategie. Indem diese Features von der Web-Version – oft als “Lite”-Variante wahrgenommen – zum leistungsstarken Desktop-Client wandern, signalisiert Microsoft: KI-Agenten sind bereit für schwere Enterprise-Workloads.

Die Integration von Web-Suche und Drittanbieter-Modellen deutet auf eine Zukunft hin, in der Excel als Kommandozentrale für diverse Datenströme und KI-Logik fungiert. Die Möglichkeit, live Daten mit Quellenangaben direkt in Zellen zu ziehen, verändert Excels Rolle fundamental – vom Taschenrechner zum Recherche-Assistenten.

Bis Dezember 2025 und Anfang 2026 dürften diese “Frontier”-Features stabilisiert und für alle Nutzer verfügbar werden. Der Wettbewerb um die “KI-Tabellenkalkulation” verschärft sich – doch mit diesen tiefen Integrationen verteidigt Microsoft aggressiv seine Dominanz im Markt für Unternehmens-Produktivität.

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