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Eve Air Mobility erhält 150 Millionen Euro für eVTOL-Entwicklung

22.01.2026 - 23:07:12

Die Embraer-Tochter erhält eine große Finanzspritze von einem Bankenkonsortium, um die Entwicklung und Zertifizierung ihres elektrischen Lufttaxis bis 2027 voranzutreiben.

Embraers Lufttaxi-Tochter sichert sich Millionenkredit und treibt Zulassung voran. Der Erfolg des ersten Testflugs Ende 2025 überzeugte internationale Großbanken.

Eve Air Mobility, das Lufttaxi-Unternehmen des brasilianischen Luftfahrtriesen Embraer, hat frisches Kapital für den Endspurt zur Zulassung gesammelt. Ein Bankenkonsortium gewährte dem Unternehmen einen Kredit über 150 Millionen Euro. Das Geld soll die Entwicklung und Zertifizierung des elektrischen Senkrechtstarters massiv beschleunigen. Der Deal kommt wenige Wochen nach dem gelungenen Erstflug eines Prototyps.

Banken zeigen Vertrauen in Lufttaxi-Strategie

Die Finanzspritze ist ein starkes Signal des Marktes. Führende Institute wie Itaú, Banco do Brasil, Citibank und die Mitsubishi UFJ Financial Group beteiligten sich an dem Fünfjahreskredit. „Diese Finanzierung gibt uns die nötige Planungssicherheit für die kritische nächste Phase“, so eine Unternehmenssprecherin. Das Kapital fließt in Lieferantenverträge, die Produktionsvorbereitung und den Ausbau des Vertriebs. Für Eve bedeutet das: Sie können ihren Zeitplan einhalten, ohne kurzfristig neues Eigenkapital beschaffen zu müssen.

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Erster Schwebeflug ebnet den Weg

Dem Kredit vorausgegangen war ein Meilenstein in der Entwicklung. Am 19. Dezember 2025 hob der volle Prototyp des eVTOL erstmals unbemannt in einem brasilianischen Testzentrum ab. Der erfolgreiche Schwebeflug validierte das Kerndesign – insbesondere die Fly-by-Wire-Steuerung der fünften Generation und die acht feststehenden Auftriebsrotoren. Die gesammelten Daten zu Flugdynamik, Energiemanagement und Geräuschentwicklung sind Gold wert für die weitere Optimierung. Tausende Stunden an Simulationen gingen dem realen Test voraus.

Countdown zur Zulassung läuft

Mit dem Geld im Rücken konzentriert sich Eve nun auf das anspruchsvolle Zulassungsprogramm. Sechs vollständig konforme Prototypen sollen 2026 gebaut werden, um den erforderlichen umfangreichen Flugtest durchzuführen. Die Tests werden schrittweise das Flugenveloppe erweitern – vom Schweben bis zum vollständigen Tragflügelflug. Als primäre Zulassungsbehörde fungiert die brasilianische ANAC. Parallel strebt Eve die Anerkennung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA und die europäische EASA an. Diese globale Strategie ist entscheidend für den Marktzugang.

Vorteil durch Embraer-Erfahrung

In dem hart umkämpften Rennen um die ersten fliegenden Taxis bringt Eve einen entscheidenden Vorteil mit: die tiefe Luftfahrterfahrung des Mutterkonzerns Embraer. Diese Expertise in Ingenieurwesen, Serienfertigung und Zertifizierungsprozessen ist ein großer Pluspunkt. Weitere Investoren wie United Airlines, BAE Systems und Thales untermauern die Glaubwürdigkeit des Projekts. Eve verfolgt einen methodischen, sicherheitsfokussierten Ansatz – anders als mancher Start-up-Konkurrent.

Das erklärte Ziel bleibt die Musterzulassung und die ersten Auslieferungen bis 2027. Die ANAC hält diesen Zeitplan für realistisch. Das frische Kapital ist der Treibstoff, um ihn einzuhalten. Das kommende Jahr wird zeigen, ob Eve Air Mobility tatsächlich ein neues Zeitalter des urbanen Luftverkehrs einläuten kann.

@ boerse-global.de