Eurotec: Neue PFAS-Regeln setzen auf PSA-Ausnahme
02.01.2026 - 07:43:12Professionelle Schutzhandschuhe bleiben trotz verschärfter PFAS-Regeln erlaubt. Die Einhaltung der Norm EN ISO 21420 und digitale Dokumentation werden 2026 zur zentralen Herausforderung für Hersteller.
Die europäische Schutzkleidungsbranche atmet auf: Trotz verschärfter PFAS-Verbote für Verbrauchertextilien bleibt professionelle Arbeitshandschuhe vorerst von den „Ewigkeitschemikalien“ ausgenommen. Für Marken wie Eurotecs „SAFE & WORK“-Linie rückt damit die Einhaltung strenger Normen wie EN ISO 21420 in den Fokus.
PSA als Ausnahme in der PFAS-Verordnung
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Frankreich und mit Signalwirkung für den gesamten Binnenmarkt ein schärferes Gesetz. Es verbietet per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in Konsumtextilien. Doch die Ausnahme für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist entscheidend für die Industrie. Hochleistungshandschuhe für Öl, Chemikalien und Hitze benötigen oft noch spezielle Beschichtungen, die PFAS-freie Alternativen nicht gleichwertig ersetzen können.
„Die Ausnahme anerkennt, dass Arbeitssicherheit nicht verhandelbar ist“, kommentiert die European Safety Federation. Hersteller müssen nun jedoch lückenlos dokumentieren, dass ihre Produkte der PSA-Kategorie II oder III angehören und für konkrete Risiken unverzichtbar sind. Diese Abgrenzung zum Alltags-Outdoor-Bereich wird 2026 zur zentralen Compliance-Herausforderung.
Hersteller und Sicherheitsverantwortliche stehen 2026 vor einer dokumentarischen Zerreißprobe: Nach der PFAS-Ausnahme sind revisionssichere Nachweise zu PSA-Kategorien und EN ISO 21420 erforderlich. Kostenlose Gefährdungsbeurteilungs‑Vorlagen, Checklisten und Umsetzungstipps zur digitalen Dokumentation helfen, Zertifizierungen schnell und prüfungssicher nachzuweisen. Praktische Word-/Excel‑Vorlagen für Sifas sowie Hinweise zur Ablage in Online-Portalen stehen bereit. Gefährdungsbeurteilung-Vorlagen gratis herunterladen
EN ISO 21420: Der neue Goldstandard für „Unbedenklichkeit“
Vor diesem regulatorischen Hintergrund gewinnt die Norm EN ISO 21420:2020 massiv an Bedeutung. Sie legt die allgemeinen Anforderungen für Schutzhandschuhe fest und fungiert als Gatekeeper für chemische Unbedenklichkeit. Konkret bedeutet das: Grenzwerte für Schadstoffe wie Chrom VI in Leder oder Nickel in Metallteilen müssen strikt eingehalten werden. Das Ziel ist ein minimales Allergierisiko.
Für Eurotecs „SAFE & WORK“-Produkte, die in Bau- und Holzindustrie eingesetzt werden, ist die Einhaltung dieser Norm die Eintrittskarte zum Markt. Sie muss mit Leistungszertifizierungen wie EN 388 gegen mechanische Risiken einhergehen. Besonderes Augenmerk liegt 2026 auf der korrekten Kennzeichnung elektrostatischer Eigenschaften (EN 16350) für ATEX-Umgebungen.
Digitale Konformität: Papier war gestern
Ein weiterer Trend prägt den Markt zu Jahresbeginn 2026: die vollständige Umstellung auf digitale Dokumentation. Nach Änderungen der PSA-Verordnung (EU) 2016/425 setzen Hersteller nun flächendeckend auf digitale Konformitätserklärungen und Gebrauchsanweisungen.
Das ermöglicht Echtzeit-Updates von Sicherheitsdaten. Sicherheitsverantwortliche auf Baustellen oder in Werkshallen können so den Zertifizierungsstatus von Handschuhen, Absturzsicherungen oder Sicherheitsschuhen sofort über Online-Portale prüfen. Veraltete Papierbeilagen gehören der Vergangenheit an. Dieser Schritt unterstützt auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und trägt zu den Zielen des europäischen Green Deal bei.
Der Countdown bis 2030 läuft
Die aktuelle Ausnahme für PSA ist kein Freibrief für die Ewigkeit. Die Branche bereitet sich auf einen umfassenderen Ausstieg bis 2030 vor. Die Forschung an fluorfreien Alternativen für den chemischen Schutz läuft auf Hochtouren, unterstützt durch massive F&E-Investitionen großer Textilhersteller.
Marktexperten erwarten, dass Marken wie „SAFE & WORK“ zunehmend Druck spüren werden, für geringere Risikokategorien (Kategorie I) auf PFAS-freie Materialien umzusteigen. Bis dahin bleibt die Priorität klar: Industrieller Handschutz muss die doppelte Herausforderung aus mechanischer Hochleistung und verifizierter chemischer Unbedenklichkeit meistern. Sicherheitsverantwortliche sollten ihre PSA-Bestände prüfen, um sicherzustellen, dass alle Ausnahmen korrekt dokumentiert und die Zertifizierungen nach EN ISO 21420 aktuell sind.
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