Eurail-Datenleck gefährdet Zehntausende Bahnreisende
18.01.2026 - 02:14:12Sensible Passdaten und Bankverbindungen von Interrail-Kunden gestohlen – auch EU-Programm DiscoverEU betroffen.
Das europäische Reiseunternehmen Eurail bestätigt einen massiven Datenabfluss. Unbekannte erbeuteten persönliche Informationen zehntausender Kunden, darunter hochsensible Pass- und Ausweisnummern. Besonders brisant: Auch Teilnehmer des EU-finanzierten DiscoverEU-Programms für junge Erwachsene sind betroffen – inklusive potenziell kompromittierter Bankdaten und Ausweiskopien.
Was genau gestohlen wurde
Der Angriff trifft den Anbieter der beliebten Interrail- und Eurail-Pässe ins Mark. Die Hacker verschafften sich Zugang zur zentralen Kundendatenbank. Erbeutet wurden laut aktuellen Erkenntnissen:
- Vollständige Identitätsdaten: Namen, Geburtsdaten, Adressen
- Kontaktinformationen: E-Mail-Adressen und Telefonnummern
- Reisedokumente: Pass- und Personalausweisnummern inklusive Ablaufdaten
Für DiscoverEU-Teilnehmer könnte das Ausmaß noch gravierender sein. Die Europäische Kommission warnt separat vor dem möglichen Abfluss von IBANs, gescannten Ausweisdokumenten und sogar Gesundheitsinformationen.
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Erhöhte Betrugsgefahr für Reisende
Eurail betont zwar, es gebe noch keine Hinweise auf aktiven Datenmissbrauch. Doch Sicherheitsexperten schlagen Alarm: „Diese Daten sind für Kriminelle extrem wertvoll“, warnt ein deutscher IT-Sicherheitsspezialist. „Damit lassen sich gezielte Phishing-Angriffe konstruieren, die täuschend echt wirken.“
Reisende müssen jetzt mit betrügerischen E-Mails rechnen, die angeblich von Eurail stammen. Typische Maschen: Falsche Rückerstattungen, angebliche Buchungsprobleme oder dringende „Passwort-Updates“. Ziel ist stets, an weitere sensible Daten oder direkt an Geld zu gelangen.
So reagiert das Unternehmen
Eurail informierte erstmals am 10. Januar öffentlich über den Vorfall. Drei Tage später begannen die Benachrichtigungen per E-Mail an betroffene Kunden. Das Unternehmen hat inzwischen:
- Die betroffenen Systeme gesichert und Zugänge zurückgesetzt
- Externe Cybersicherheitsexperten mit der Untersuchung beauftragt
- Den Vorfall bei der niederländischen Datenschutzbehörde gemeldet
- Eine FAQ-Seite für Kunden eingerichtet
Wie die Angreifer genau eindringen konnten und ob Daten tatsächlich kopiert wurden, ist noch unklar. Die Untersuchung läuft.
Was Betroffene jetzt tun müssen
Eurail rät allen Kunden zu sofortigen Schutzmaßnahmen:
- Passwörter ändern: Sowohl für die Rail Planner App als auch für E-Mail-Konten, Social Media und Online-Banking
- Konten überwachen: Bank- und Kreditkartenbewegungen genau prüfen
- Wachsam bleiben: Keine Links in verdächtigen Reise-E-Mails anklicken, keine Daten preisgeben
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Wo immer möglich
„Die Gefahr von Identitätsdiebstahl ist real“, so der Sicherheitsexperte. „Betroffene sollten ihre Kredit-Scores im Auge behalten und ungewöhnliche Aktivitäten sofort melden.“
Ein Weckruf für die gesamte Reisebranche
Der Angriff auf Eurail ist kein Einzelfall. Die zunehmend digitalisierte Reisebranche wird für Hacker immer attraktiver. Buchungsplattformen sammeln immense Mengen sensibler Daten – von Passinformationen bis zu Zahlungsdetails.
Doch genügen die Sicherheitsvorkehrungen? Der aktuelle Vorfall wirft diese Frage drängend auf. Besonders brisant: Ein EU-finanziertes Programm ist betroffen. Das stellt nicht nur Eurail, sondern auch die europäischen Institutionen in der Pflicht.
Datenschutzexperten fordern Konsequenzen: „Unternehmen, die solche Daten verwalten, müssen höchste Sicherheitsstandards garantieren. Hier hat offenbar etwas fundamental versagt.“
Die Aufklärung wird noch Wochen dauern. Für zehntausende Reisende beginnt indes eine Zeit erhöhter Wachsamkeit. Und für die Reisebranche steht eine grundlegende Frage im Raum: Wie kann das Vertrauen in die digitale Reiseinfrastruktur Europas wiederhergestellt werden?
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